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Konzert des Loburger Kammerorchesters

Ukrainische Hymne zum Finale

Ostbevern

Einem klassischem Anfang, unter anderem mit dem „Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216“ von Wolfgang Amadeus Mozart, folgten beim Konzert des Loburger Kammerorchesters auch moderne Stücke, wie ein Medley der „The Fab Four“. Doch auch die aktuelle Situation in der Ukraine bezog man mit ein und spielte die ukrainische Nationalhymne.

Von Axel Engels

Judith Habenicht übernahm den Solopart Foto: Axel Engels

Ganze zwei Jahre musste man als Liebhaber feiner Musizierkunst auf ein Konzert mit dem Loburger Kammerorchester unter Leitung von Reiner Kunert warten. Aber die sympathischen jungen Künstlerinnen und Künstler haben die pandemiebedingte Pause bestens genutzt und in dieser Zeit ein ganz exquisites Programm erarbeitet. Am Samstagabend nun waren viele Musikliebhaber in die Aula der Loburg gekommen, um sich von einem stilistischen Crossover von Barock bis Rock und Pop verwöhnen zu lassen.

Für das Loburger Kammerorchester ist es besonders wichtig, sich nicht auf die „typische“ Literatur für ein Kammerensemble zu beschränken. Schließlich hört die Musik ja nicht bei barocken oder klassischen Weisen auf und auch im „normalen“ Musikerleben entsprechen ja modernere Weisen dem Musikgeschmack der Orchestermitglieder. So war man gespannt, welch ein facettenreiches Programm diesmal präsentiert würde. Mit zwei Sätzen aus der „Sonate d-Moll“ von Johann Friedrich Fasch, einem typischen Vertreter barocker Kompositionsweise, wurde man eingestimmt mit einem farbenreichen Ensembleklang.

Stark motivisch bestimmt erklangen die Sätze mit Klarheit und Transparenz, so dass man besonders im Largo die Melodiegestaltung durch das Loburger Kammerorchester genießen konnte. Mit dem „Orchesterquartett op.4 Nr.1 in C-Dur“ von Carl Stamitz war ein Werk ausgesucht worden, das von seinen spieltechnischen Anforderungen genau auf die Möglichkeiten des Loburger Kammerorchesters abgestimmt schien. Da konnten die Musikerinnen und Musiker unter dem versierten Dirigat von Rainer Kunert ihre ganzen Fähigkeiten einbringen, Lebendigkeit und Spielfreude prägten besonders den schnellen Finalsatz. Höhepunkt des ersten Konzertteils war sicherlich der Allegro-Satz aus dem bekannten „Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Schon der Mozart-Biograph Alfred Einstein sagte: „Wenn es ein Wunder in Mozarts Schaffen gibt, so ist es die Entstehung dieses Konzertes“. Mit Judith Habenicht war der solistische Part bestens besetzt. Sie konnte die hohen Anforderungen des Werkes durchaus meistern, glänzte dabei mit einer nur zur musikalischen Ausgestaltung eingesetzten Virtuosität. Bis ins kleinste Detail stimmte der Dialog zwischen ihr und dem Kammerorchester, waren Manierismen und Verzierungen mit stilistischer Präzision umgesetzt worden. Lebendigkeit und Spielfreude vermittelten einen guten Eindruck von diesem glanzvollen Werk, mit dem schon der 19-jährige Mozart geglänzt hatte. Mit Esprit und Leidenschaft spielte Judith Habenicht ihren Solopart.

Moderne Werke nach der Pause

Nach der Pause ging es dann in modernere Welten. Da durften natürlich die Liverpooler Pilzköpfe mit einen „The Fab Four“-Medley nicht fehlen. Schon bei den ersten Takten von „Eight Day a Week“ war der Funken zum Publikum übergesprungen und die Melodie von „Yesterday“ schien wie für die Besetzung mit einem Kammerorchester geschrieben. Aber auch rhythmische Finessen wusste das mit Klavier und Percussion verstärkte Ensemble in das Spiel bei „Santana in Concert“ einzubringen. Melancholie und Gefühlstiefe prägten das durch Bette Midler weltbekannte „From A Distance“ und mit dem „Final Countdown“ gab es ein mitreißendes Finale.

Hilfe für die Ukraine ein Anliegen

Aber das Loburger Kammerorchester hatte ganz am Ende noch ein wichtiges Anliegen. Stellung zu beziehen und zu helfen im Angesicht des Krieges in der Ukraine ist für die jungen Künstler ganz wichtig. Musiker des Kiewer Orchesters haben ja auch auf dem Maidan gespielt und so stellte auch das Loburger Kammerorchester seine Künste ganz in den Dienst der Hilfe für die Menschen in der Ukraine. Da die Bratschistin des Orchesters aus Kiew stammt und auch drei junge Frauen, die erst Anfang der Woche aus Kiew flüchten konnten, das Konzert besuchten, war das Programm geändert worden. Ergriffen lauschte man den Klängen der ukrainischen Nationalhymne und mehr als 1000 Euro wurden gespendet.

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