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Klaus Uhlenhake ist seit 1998 beim Niederdeutschen Theater dabei

Und plötzlich vor dem Vorhang

Ostbevern

Seit 1998 ist der Ostbeverner Klaus Uhlenhake Teil des Teams der Niederdeutschen Bühne. Nachdem er viele Jahre als Techniker nur hinter der Bühne aktiv war, schlüpfte er 2006 in seine ersten Rollen und stand plötzlich vor dem Vorhang.

Von A. Große Hüttmann

Bei „De swatte Kumelge“ stand Klaus Uhlenhake als Elektriker Aloisius Vanderlinde auf der Bühne. Unerkannt kam er als Chauffeur zur Verabschiedung vom ehemaligen Bürgermeister Jürgen Hoffstädt. als Elektriker Aloisius Vanderlinde auf der Bühne. Unerkannt kam er als Chauffeur zur Verabschiedung vom ehemaligen Bürgermeister Jürgen Hoffstädt

Wenn Klaus Uhlenhake am Ende des Stückes „De swatte Kumelge“ in seiner Rolle als Elektriker Aloisius Vanderlinde das Licht wieder einschaltet und für die „Schluss-Erhellung“ sorgt, dann schließt sich für den Ostbeverner gleichsam ein Kreis. Denn seit 1998 ist er – bis auf eine längere Auszeit als junger Vater – beim Team der Niederdeutschen Bühne aktiv. Zunächst jahrelang als sogenannter Inspizient. Das ist derjenige, der als Techniker und Koordinator im Auftrag der Regie dafür sorgt, dass hinter der Bühne alles läuft – vom passenden Auftritt der Schauspieler bis eben zum pünktlichen Einsatz der Licht- und Toneffekte.

Plötzlich auf der Bühne

Zur Niederdeutschen Bühne, die regelmäßig Stücke im Theater in Münster auf die Bühne bringt, ist er wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind gekommen. Margret Köckemann, die Cousine seines Chefs, stand dort auf der Bühne. Sie sprach ihn an und begeisterte ihn für die Aufgabe als Techniker hinter der Bühne. Jahrelang saß Uhlenhake hinter zahllosen Schaltern und setzte die entsprechenden technischen Regieanweisungen um, bis ihm die erste kleine Rolle angeboten wurde.

„Es hat schon etwas, plötzlich vor dem Vorhang zu stehen und Applaus zu bekommen“, sagt der Ostbeverner, der dann bei seinen ersten Stücken – unter anderem 2006 bei der Aufführung des Ur-Faust auf Platt – eine Art Doppelrolle hatte. Einerseits war er als Inspizient hinter der Bühne aktiv, um zwischendurch immer mal wieder in eine kleine Rolle zu schlüpfen. „Das war etwas stressig. Denn oft musste ich mich noch um das eine Detail kümmern und bereits einen Augenblick später hatte ich meinen Auftritt“, erinnert er sich.

Das Plattdeutsche wurde ihm nur bedingt in die Wiege gelegt. Zu Hause sprachen die Eltern und Verwandten zwar immer mal wieder Platt, Klaus Uhlenhake kannte die Sprache aber fast ausschließlich nur von diesem Zuhören, als er sich das erste Mal in einer Rolle auf die Bühne traute. „Ich denke, ich habe ein Verständnis für die Sprache, der Rest ist Paukerei“, sagt er.

Klaus Uhlenhake

Weil ihm die Mitarbeit im Team der Niederdeutschen Bühne so großen Spaß macht, opfert der Ostbeverner viel Zeit. Bei etlichen der jeweils etwa 30 Proben muss er anwesend sein, zudem sind für das aktuelle Stück zwölf Aufführungen vorgesehen.

Der Spagat zwischen Beruf, Familie und Theater ist manchmal ganz schön stressig. Im Normalfall muss Klaus Uhlenhake bis 18 Uhr arbeiten und kommt ganz schön unter Druck, um halbwegs pünktlich zum Probenbeginn um 18.30 Uhr im Theater in Münster zu sein.

Plötzlich gleitet ein Lächeln über sein Gesicht. „Manchmal war ich aber auch vor allen anderen da“, erzählt der 51-Jährige. Denn immer wieder landen Mails der Niederdeutschen Bühne statt im Eingangspostfach im Spam-Ordner seines E-Mail-Accounts. Und so war Klaus Uhlenhake am 1. November zwar pünktlich am Stadttheater, allerdings als Einziger aus seiner Truppe. Denn der Probentermin war kurzfristig abgesagt worden und die entsprechende Mail im Spam-Ordner gelandet. „Da bin ich dann eben als Entschädigung für die Anfahrt schön essen gegangen“, sagt der Ostbeverner und grinst verschmitzt.

Als Chauffeur zur Verabschiedung des Bürgermeisters

Und noch eine Anekdote schiebt er direkt hinterher. In einem Stück mimte Klaus Uhlenhake einen Saxophonisten. Da für den Regisseur ein kahlköpfiger Saxophonist keine Alternative war, wurde kurzerhand eine passgenaue Perücke in Handarbeit angefertigt. Kaum einer erkannte den Ostbeverner mit seiner künstlichen Haarpracht plötzlich wieder. Das war auch der Fall, als Uhlenhake bei der offiziellen Verabschiedung von Ostbeverns Ex-Bürgermeister Jürgen Hoffstädt mit einem alten Opel und vor allem besagter Perücke den Chauffeur mimte. Viele Bekannte, die er freundlich grüßte, erkannten ihn nicht, und der eine oder andere fragte sogar: „Kennen wir uns?“

Klaus Uhlenhake ist übrigens nicht der einzige Ostbeverner, der bei dem Stück „De swatte Kumelge“ auf oder hinter der Bühne steht. Henni Kamp ist als Souffleuse dabei, zudem Heike Artmann als Regieassistenz und ihr Mann Bernd zusammen mit dem Grand-Signeur der Niederdeutschen Bühne, Hannes Demming, als Wilhelmus Vandenbüld.

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