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Verwaltung und Politik halten beim Kita-Bau an Investorenmodell fest

Vergabeprozess begleiten lassen

Ostbevern

Ostbevern ist ein „gebranntes Kind“ wenn es um den Bau von Kindertagesstätten geht. Ist doch das Investorenmodell beim Bau der Kita „Biberbande“ vollständig gescheitert. Dennoch halten Verwaltung und Politik an der weiteren Umsetzung mittels eines Investors fest.

Von Daniela Allendorf

Mit der Kita „Biberbande“ hat die Gemeinde „Schiffbruch“ erlitten, als sich Politiker und Verwaltung für das Investorenmodell entschieden. Dennoch will man an dem Konzept festhalten. Foto: Daniela Allendorf

Bereits im Mai hatte der Rat der Gemeinde die Grundsatzentscheidung gefällt, trotz der widrigen Umstände, die durch den Bau der Kita „Biberbande“ entstanden sind, auch weiterhin Tageseinrichtungen für Kinder im Investorenmodell zu realisieren (WN berichteten). Der Beschluss, der seinerzeit nicht einstimmig gefällt wurde – lediglich 19 Ratsmitglieder votierten dafür –, wurde jedoch um die Vorgabe ergänzt, ein Grobkonzept mit Zeit und Kostenplanung für ein gemeindliches Projekt zu erstellen, und somit einen Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen den Varianten Investorenmodell und Eigenrealisierung zu bekommen.

Und das Ergebnis dieses Vergleiches, der den Ratsmitgliedern in der jüngsten Sitzung präsentiert wurde, war eindeutig: „Ich kann Ihnen nur raten, den Weg in Richtung Investorenmodell weiterzugehen“, sagte Michael Schultze-Rhonhof von der DKC Kommunalberatung aus Düsseldorf, der den Wirtschaftlichkeitsvergleich vorgenommen hatte und bereits beim Bau des Rathauses in dieser Hinsicht für die Gemeinde tätig war.

In Punkten ausgedrückt, kam für ihn am Ende folgendes Ergebnis zustande: In Summe liege man beim Investorenmodell bei 68 Punkten, bei der Eigenrealisierung bei 51 Punkten. „Damit ist die Eigenrealisierung nicht abgewatscht“, so Schultze-Rhonhof, aber der Grundgedanke, dass beim Investorenmodell keine Kosten und kaum Risiko für die Gemeinde bestehe, sei für ihn das Argument, hieran festzuhalten. „Zusätzliche Kosten wird der Investor selbst refinanzieren müssen“, erläuterte er weiter. Wohingegen diese bei einer Eigenrealisierung in vollem Umfang die Gemeinde treffen würden.

„Ostbevern ist ein gebranntes Kind“, sagte Werner Stratmann (Grüne) und wies darauf hin, dass man bei eigener Ausführung des Projekts bei Baumängeln und der Inanspruchnahme der bauausführenden Gewerke eher auf der sicheren Seite sei. „Es ist die Herausforderung, aus den Erfahrungen zu lernen“, entgegnete Schultze-Rhonhof und riet, die Ausschreibungen im Vorfeld genau abzuklären und zu überwachen. „Wir müssen genau hinsehen und besser kontrollieren. Gemeinsam“, sagte auch Michael Haase (CDU). Eine Meinung, der sich auch Bürgermeister Karl Piochowiak durchaus anschließen konnte. Und regte – wie auch schon Jochem Neumann (Grüne) – eine weitere Begleitung durch die DKC Kommunalberatung an: „Wir werden den Vergabeprozess begleiten lassen“, sagt der Verwaltungschef.

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