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BSV erarbeitet Präventionskonzept „Sexuelle Gewalt“

Vertrauensverhältnis schützen

Ostbevern

Es ist ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Trainern und Sportlern im Kindes- und Jugendalter – und das gilt es in besonderer Weise zu schützen. Ein Schutz, der auch für die Verantwortlichen vom BSV oberste Priorität hat. Deswegen haben sie jetzt ein Präventionskonzept „Sexuelle Gewalt“ erstellt, um Übungs- und Abteilungsleitern Hilfen an die Hand zu geben.

Von Daniela Allendorf

Die Verantwortlichen des BSV Ostbevern um den Vorsitzenden Peter Müller haben 1,5 Jahre an dem Präventionskonzept „Sexuelle Gewalt“ gearbeitet. Foto: Daniela Allendorf

„Natürlich muss man nicht vom schlimmsten ausgehen“, sagt der erste Vorsitzende des BSV Peter Müller mit Blick auf das jetzt erstellte Präventionskonzept „Sexuelle Gewalt“. „Aber wir wollen vorbeugen“, sagt er weiter und fügt hinzu: „Wehret den Anfängen“.

Und damit alle Beteiligten eine ordentliche Handlungsgrundlage haben, hat sich die Vereinsspitze zusammen mit den Abteilungsleitern 1,5 Jahre Zeit genommen, um sorgfältig ein Konzept zu erarbeiten. Dabei sollte jede Abteilung mitgenommen werden und die Chance haben sich einzubringen. Was bei einem so breit aufgestellten Verein nicht ganz einfach sei, so Müller. So sei die Schwimmabteilung beispielsweise ganz anders aufgestellt, als vielleicht eine Fußballabteilung.

Vorfall im Nachbarort gibt den Anstoß

Ein Vorfall im Nachbarort Milte hatte für den BSV den Anstoß gegeben aktiv zu werden. „Im Sport besteht oft ein besonderes Vertrauensverhältnis und eine intensive Nähe. Darum müssen wir unsere Kinder und Jugendlichen vor möglichen Gefahren des Missbrauchs schützen“, heißt es im Vorwort zum Konzept. Dabei will Peter Müller das Erarbeitete – federführend mit dabei waren auch Ansgar Westmark, Hubert Schulze Hobeling und Sandra Richter – nicht nur auf Kinder und Jugendliche beschränken. „Es kann auch bei Erwachsenen passieren, dass Grenzen überschritten werden“, sagt er. So könnten mitunter schon verbale Äußerungen Betroffenheit auslösen. Umso wichtiger sei es, alle Protagonisten zu sensibilisieren.

Dazu beitragen sollte auch eine Informationsveranstaltung, die sich an alle Abteilungsleiter und Abteilungsleiterinnen sowie interessierte Mitglieder richtete und bei der Anne Hölscher vom Eisenbahner Turn- und Sportverein aus Rheine zugegen war. Hölscher ist vom Landessportbund speziell auf das Thema sexualisierte Gewalt im Sport ausgebildet und und konnte so die Teilnehmer aktiv einbeziehen, indem unter anderem beispielhafte Szenarien aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und diskutiert wurden.

Damit die Verantwortlichen aber auch konkret etwas an der Hand haben, wurde nicht nur das Konzept für den Verein erarbeitet, sondern eine ganze Mappe – insgesamt 150 Exemplare wurden erstellt – mit umfangreichem Informationsmaterial zusammengestellt. Neben dem Handlungsleitfaden gegen sexuelle Gewalt im Sport ist konkret aufgeführt, was in einem Verdachtsfall zu tun ist. Dabei gelte generell, sich Unterstützung zu holen. Sei es beim Abteilungsleiter oder beim Vorstand, sagt Peter Müller, der sich selbst aus seiner heraus Funktion als verpflichtet ansieht. „Einen offiziellen Präventionsbeauftragten haben wir bisher noch nicht“, fügt er hinzu und legt die Betonung auf „noch“, denn der Vorstand will dranbleiben und jemanden finden, der das Thema federführend in die Hand nimmt. Im besten Fall sollte es sogar zwei sein – eine Frau und ein Mann, um eben beiden Geschlechter abzudecken.

Tätern keinen Raum geben

Überhaupt sei es notwendig generell an dem Thema dranzubleiben und sich regelmäßig damit auseinanderzusetzen und sich weiterzubilden, um Tätern von vorneherein keinen Raum zu geben. So heißt es unter anderem in dem Handlungsleitfaden des Vereins: „Täter und Täterinnen müssen in unserem Verein mit einem konsequenten Vorgehen rechnen. Es wird keine Form der sexualisierten Gewalt in unserem Verein geduldet.“ Zudem hat sich der BSV der Initiative „Schweigen schützt die Falschen!“ des Landessportbundes angeschlossen.

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