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Loburg-Schulleiter Michael Bertels ist vier Jahrzehnte im Dienst

Vom Tankwart zum Schulleiter

Ostbevern

Er ist eine Institution am Collegium Johanneum, seine gesamte Schullaufbahn durchlief er dort. Seit 2010 ist er sogar Schulleiter. Nunmehr 40 Jahre ist Michael Bertels dort tätig. Dabei sollten es eigentlich nur acht werden.

Von Anne Reinkerund

Michael Bertels wird zum Ende diesen Schuljahres Abschied von seinem Schulleiter-Dasein nehmen. Foto: Anne Reinker

Ihre Zeit am Collegium Johanneum – Schülerinnen und Schüler, Lehrer wie auch die weiteren Mitarbeiter – verknüpfen unzählige Menschen mit Michael Bertels. Anfangs als Referendar, später als Lehrer, Studiendirektor und seit 2010 als Schulleiter, ist er der Loburg verbunden. Jüngst konnte Bertels sein 40-jähriges Dienstjubiläum feiern.

„Mein ursprünglicher Plan war, nur acht Jahre an der Loburg zu arbeiten“, so Bertels. Denn er wollte verschiedene Einrichtungen kennenlernen. Dass es dann doch gleich vier Jahrzehnte wurden, lag unter anderem an den Bemühungen des Schulträgers. Die Verantwortlichen des Bistums leisteten erfolgreich Überredungskünste. Zudem war es die Atmosphäre des Johanneum, die den Pädagogen am Gymnasium hielt.

Gebürtiger Berliner

Aufgewachsen ist der gebürtige Berliner in Greven, wo er auch 1976 sein Abitur absolvierte. Dank seiner langjährigen Tätigkeit beim MHD konnte er statt dem damals üblichen Eintritt in die Bundeswehr direkt mit dem Studium beginnen. Seine Schwerpunkte legte er auf Mathematik und Physik, studierte aber auch noch Informatik und Elektrotechnik.

„Zwischen meinem Examen 1981 und meinem Referendariat an der Loburg habe ich als Tankwart gearbeitet“, erinnert sich Michael Bertels. „Ich musste ja meinen Lebensunterhalt verdienen.“ Sein Referendariat schloss er im November 1983 ab. „Da war nichts mit feiern“, erzählt er. „Denn am nächsten Tag musste ich direkt sechs Stunden unterrichten.“

Eine abwechslungsreiche Zeit lag vor ihm. „Zwischendurch musste ich mal zwei Leistungskurse, Mathe und Physik, unterrichten“, so Michael Bertels. Zum Teil seien es dabei die gleichen Schüler, gewesen „die mich ausgehalten haben“, meint er lächelnd. Drei Jahre später begann er mit dem Informatikunterricht an der Schule. „Ein großes Thema war für mich immer die Digitalisierung“, erklärt Bertels mit Blick auf seine langjährige Arbeit.

Bemühungen des Bistums

Seinen Vorsatz, nur einen bestimmten Zeitraum an der Loburg zu arbeiten, verwarf er mit den Bemühungen des Bistums. „Ich habe mich ja wohl hier gefühlt“, begründet der heute 64-Jährige. „Ich bereue es auf keinen Fall.“ Denn so bekam er größere Gestaltungsspielräume, konnte verschiedene Prozesse maßgeblich beeinflussen und Neuheiten anregen und begleiten. „Ich konnte Akzente setzen“, berichtet Michael Bertels, der 1993 nach Ostbevern zog.

Die stellvertretende Schulleitung übernahm er 2000 von Ulrich Mose, Günter Witthake war damaliger Schulleiter. Der Schulleitung insgesamt gehören übrigens neben diesen zwei Positionen auch noch weitere Studiendirektoren an. Von Witthake übernahm Bertels 2010 den Posten als Schulleiter. In seiner Zeit in der Schulleitung habe er etwa 80 Prozent aller Lehrer mit eingestellt, erklärt er.

Nun steht der Abschied am Gymnasium bevor. „Ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen werde“, sagt der vierfache Familienvater, dass er den Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern wie auch zu den Lehrern vermissen wird. „Es kommt oft vor, dass jemand hier anklopft und sich ein Bömschen holen möchte“, freut er sich und hat dafür immer eine große Schale Fruchtbonbons auf dem Tisch stehen.

Zusammenarbeit mit dem Internat

Freude kommt in ihm hoch, wenn die jungen Erwachsenen der Einrichtung besondere Leistungen erbringen, außergewöhnliches Engagement zeigen oder sich an Konzerten, Feiern und dem Basar beteiligen. Auch die Zusammenarbeit mit dem Internat wird er gut in Erinnerung behalten.

Was ihm jedes Jahr schwerfiel: die Absagen der Schülerbewerbungen zu erteilen. Das Losverfahren durchzuführen sei die schlimmste Zeit im Jahr, sagt Bertels. „Da habe ich dann schlaflose Nächte.“

Insgesamt seien es aber 40 Jahre, „die mir Spaß gemacht haben“. Am 23. Juni wird er seinen Schreibtisch für den Nachfolger räumen. Wer das sein wird, ist noch vollkommen offen. Die Entscheidung wird das Bistum nach einem aufwendigen Verfahren fällen.

Michael Bertels blickt gut gelaunt auf das Rentner-Dasein, das er unter anderem gemeinsam mit seiner Frau mit Reisen im Wohnmobil – vorzugsweise Richtung Norden – füllen möchte. Denn: „Ich freue mich darauf, auch außerhalb der Ferienzeit Urlaub machen zu können“, sagt er.

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