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Ausschuss für Planung, Umwelt- und Klimaschutz

Rückenwind für Radverkehr

Everswinkel

Kleine Erledigungen lassen sich in Everswinkel bequem zu Fuß machen, bei etwas weiteren Strecken sattelt man um aufs Fahrrad. Ein Fuß- und Radverkehrskonzept ist in Planung, um die Stärken und Schwächen des vorhandenen Fuß- und Radwegenetzes zu ermitteln und zu optimieren. Für den Menschen, die Umwelt, das Klima. Damit beschäftigte sich jetzt auch der Planungsausschuss.

Von Peter Sauerund

Der Planungs- und Umweltausschuss beriet darüber, wie es weiter geht mit dem Fuß- und Radwegekonzept. Foto: Verkehrsverein Everswinkel

Breitere Radwege und mehr Abstellanlagen? Fahrrad- und fußgängerfreundliche Knotenpunkte und Attraktivitätssteigerung durch bessere Strecken für E-Bikes und Pendler? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Everswinkel klimastark für die Zukunft zu machen. Das Büro stadtVerkehr aus Hilden hat drei Szenarien entwickeltet (wir berichteten). Diese standen am Dienstagabend im Ausschusses für Planung, Umwelt- und Klimaschutz zur Abstimmung.

Redebedarf

Doch die Ausschussmitglieder konnten sich nicht auf ein Szenario einigen. Während die CDU , SPD und die FDP sich zunächst für das Szenario II (Umweltverbund) entschieden, sahen Bündnis 90/Die Grünen nur im Szenario III (Impulsgeber für den Klimaschutz) die beste Lösung. Es herrschte Redebedarf.

Auch Dirk Folker (CDU) will den Autoverkehr in der Vitusstadt deutlich reduzieren. Die bisherigen Vorschläge des Büro stadtVerkehr hält er aber für zu unkonkret: „Das ist wie von einer Blaupause übernommen und orientiert sich nicht an den Besonderheiten unserer Gemeinde.“ Everswinkel habe auch Straßen, die von überörtlicher Funktion und auch für Gewerbetreibende wichtig sind. Einer von ihnen ist André Gerbermann, Inhaber der Kornbrennerei Gerbermann, ebenfalls CDU-Mitglied.: Verallgemeinerungen bringen uns nichts bei den Planungen.“

Fahrradstraßen-Vorbild aus Münster: die Goldstraße Foto: Oliver Werner

Dirk Folker plädierte zunächst für Szenario 2 wie auch Kirsten Heumann von der FDP und Marc Schmidt von der SPD. Für alle drei Lokalpolitiker ist es wichtiger, dass die Politik mit dem Szenario II ein Ziel erreichen und gegebenenfalls dann noch zusätzlich darüber hinaus planen kann, als wenn man mit Szenario III sich ein Ziel vornimmt, das man nicht erreichen kann. Bei Nichtgelingen müsse man es dann dem Bürger zähneknirschend erklären.

Ziele sollten erfüllbar sein

Für Marc Schmidt von der SPD ist Szenario II zunächst „schon ambitioniert“ und für Kirsten Heumann „der goldene Mittelweg“. Das Szenario III würde, so Dirk Folker weiter, eher zu einer Stadt wie Münster passen: „Die haben auch einen deutlich größeren Haushalt zur Verfügung.“

In den weiteren Wortbeiträgen ging es um ein Zielkonzept auf hohem Niveau zwischen Szenario II und Szenario III. Marion Schniggendiller von Bündnis 90/Die Grünen betonte, es sei ratsamer lieber das größtmögliche Leitbild zu wählen, als von vornherein zu vorsichtig zu agieren. „Wenn wir hinterher bei Bedarf einzelne Straßen aus dem Konzept herausnehmen müssen, dann mag das nötig sein.“ Für Schniggendiller ist es dann aber das kleinere Übel vor dem Hintergrund der großen Verantwortung gegenüber den drängenden Zukunftsfragen rund um Umwelt und Klima. Nach weiteren engagierten Wortbeiträgen von ihrem Parteikollegen Andreas Franitza und nachdem zunächst keine Einigkeit erzielt werden konnte, wurde die Beschlussvorlage schließlich geändert.

Fahrradfahren ist gut für das Klima. Foto: dpa

Einstimmig beschlossen wurde demnach, dass das bestmögliche Ziel für Everswinkel erreicht werden soll, auf hohem Niveau zwischen Szenario II und III.

Weitaus einfacher verlief die personelle Entscheidung. Jede Partei muss einen Vertreter in den politischen Beirat zum Fuß- und Radverkehrskonzept entsenden. Die CDU schickt Dirk Folker, die SPD Marc Schmidt, die FDP Burchard Schlüter und Bündnis 90 / Die Grünen Markus Thews.

Wie es weiter geht erläuterte Everswinkels Umweltberater Bernd Schumacher: „Im Laufe des Juli wird sich der Beirat mit dem Büro stadtVerkehr gemeinsam abstimmen und Priorisierungen vornehmen und die Ergebnisse im Herbst öffentlich vorstellen.“ Mit Ausarbeitung, Analyse und Bürgerinformation. Die Abschlussveranstaltung ist für November geplant. Und erst danach geht es gemäß der Entscheidungen um die Umsetzungen.

Wann gibt es konkrete Maßnahmen?

André Gerbermann (CD( fragte nach dem weiteren Zeitfenster. „Wegen rechtlicher Fragen, Fragen der Anwohner und der Finanzierung durch Fördermöglichkeiten kann man den Zeitraum nicht benennen“, erklärte Umweltberater Bernd Schumacher.

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