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Goldener Meisterbrief für Eduard Rennemeier

50 Jahre an Kamm und Schere

Füchtorf

Pandemiebedingt bekam der Füchtorfer Eduard Rennemeier seinen Goldenen Meisterbrief erst jetzt von der Friseur-Innung überreicht.

Von Christopher Irmler

Im heimischen Garten nahm Eduard Rennemeier den Goldenen Meisterbrief entgegen. Es gratulierten Ann-Kristin Erdmann (Bereichsleiterin Innungen der Kreishandwerkerschaft) sowie Ulrich Saamen (Obermeister der Friseurinnung). Foto: Christopher Irmler

Beruflich war Eduard Rennemeier im übertragenen Sinne äußerst zügig unterwegs. So legte er bereits mit 21 Jahren seine Meisterprüfung ab. Ironischerweise musste er nun pandemiebedingt acht Monate auf die Übergabe des Goldenen Meisterbriefs warten. Am Dienstag war es nun endlich soweit.

Zur damaligen Zeit, erläutert Ulrich Saamen, Obermeister der Friseur-Innung des Kreises Warendorf, seien fünf Gesellenjahre die Voraussetzung gewesen. Doch Rennemeiers Berufsschullehrer, der zugleich an der Meisterschule lehrte, erkannte dessen Potenzial und schlug ihm diesen Karriereweg vor. „Es hat geheißen, ich sei einer der Jüngsten des Landes“, erinnert sich Rennemeier.

Die Tätigkeit war ihm nicht fremd: Bereits im Januar 1946 hatten seine Eltern einen Friseursalon eröffnet. Nach bestandener Meisterprüfung 1970 und der Heirat seiner Partnerin Anne folgte 1975 die Übernahme des elterlichen Betriebes. Gerne gab Rennemeier sein Wissen an die Auszubildenden weiter. Eine von ihnen schloss gar mit Auszeichnung ab. Die „goldene Zeit“ seien die frühen 1960er Jahre gewesen. „Danach kamen die Beatles.“ Der Zeitgeist wandelte sich, in den 70ern wurden die Haare länger. „Vorher kamen die Herren alle drei bis vier Wochen, danach nur noch alle drei bis vier Monate.“

Seit Januar 2018 führt Tochter Tina Koßmann das über sechs Bedienplätze verfügende „Haarstudio Rennemeier“ in dritter Generation. Die Zeiten von strikt getrennten Herren- und Damensalons sind an der Vinnenberger Straße allerdings vorbei. Eigentlich könnte Eduard Rennemeier nun seinen Ruhestand genießen. So ganz kann und will der Jubilar jedoch nicht die Finger von Schere und Fön lassen. „Sonst wird es ja langweilig.“

Ulrich Saamen lobte im Rahmen der kleinen Zeremonie auch das ehrenamtliche Engagement des Jubilars für die Friseur-Innung.

Der Goldene Meisterbrief soll nun einen Ehrenplatz im Salon finden.

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