1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. 800 süße Tüten an Kinder verteilt

  8. >

Kein gewöhnliches Nikolausfest

800 süße Tüten an Kinder verteilt

Sassenberg

Normalerweise kommt der Nikolaus im Boot über die Hessel, aber in diesem Jahr ist alles anders. Damit die Kinder aber nicht verzichten müssen, hat sich das Komitee etwas einfallen lassen. Mit einer Kutsche wurden alle Kindergärten und Schulen abgefahren und leckere Tüten verteilt.

Christopher Irmler

In diesem Jahr mussten die Aktiven und die Kinder größere Distanzen einhalten. Foto: Christopher Irmler

Nein, es sei kein gewöhnliches Nikolausfest, weiß Frank Deitert. Zu gerne wäre er im Fackelschein über die Hessel gekommen und hätte mit allen Kindern den Nikolausabend gefeiert. Doch der Nikolaus, sein Knecht Ruprecht und der Herold wussten sich zu helfen. Am Samstag konnten sie auf die tatkräftige Unterstützung des Komitees vertrauen. Im Rathaus wurden hinter Plexiglas und mit entsprechenden Handschuhen stolze 800 Tüten mit Leckereien gepackt. Am Montagmorgen dann eine weitere Premiere für das prominente Trio: Zunächst machten sie einen Corona-Schnelltest. Nachdem sie „grünes Licht“ erhalten hatten, nahmen die Protagonisten in einer Kutsche Platz.

Um 8.15 Uhr konnte es losgehen. Trotz dauerhaften Nieselregens ließen sich Nikolaus und seine Begleiter nicht die Stimmung verderben. Zu wichtig war ihr Auftrag an diesem Morgen. Nach und nach statteten sie allen Kindergärten und Grundschulen der Stadt einen Besuch ab. Die wertvolle Fracht hatten sie in einem DRK-Wagen verstaut. So halfen Meike Schwerter, Burkhard Ruhe und Karsten Geiskämper dabei, das Naschwerk am jeweiligen Bestimmungsort an die dortigen Erzieher oder Lehrkräfte zu überreichen. Diese übernahmen dann später das Verteilen in den Gruppen und Klassen. So konnte – bei allen Einschränkungen in der Corona-Zeit – ein wenig Nikolaus gefeiert werden, ohne große Menschenansammlungen zu riskieren. Trotz der in diesem Jahr erzwungenen größeren Distanz seien sie überall freudig empfangen worden, berichtete Deitert nach getaner Arbeit.

Gegen Mittag erreichten sie ihr letztes Ziel: die St.-Nikolaus-Schule. Auch hier kündigte Herold Christian Borgmann mit dem auf der Trompete gespielten Nikolauslied die Ankunft des besonderen Gastes an. „Seid ihr denn alle lieb gewesen?“, wollte der Nikolaus von den Kindern wissen. „Ja!“, riefen diese ihm lauthals zu. „Das glaube ich. Sonst wäre es ja die Ruprechtschule“, entgegnete der Nikolaus. Dabei war Ruprecht Norbert Rutte gut gelaunt und half sogar bereitwillig beim Tragen der Süßigkeiten. „Im nächsten Jahr singen wir alle wieder“, machte der Nikolaus sich und den Kindern Mut. Das gemeinsame Singen musste ausfallen. An diesem Montag spielte der Herold das Nikolauslied, die Kinder klatschten dazu im Takt. „Das sind tolle Schüler hier“, sprach der Nikolaus und bat sie, weiterhin fleißig zu lernen.

„Wir sind froh, ein Gefährt zu haben“, sagte Deitert später mit Blick auf die von Josef Stamkötter gelenkte Kutsche. „Wir freuen uns, dass wir die Tradition auch in diesem Jahr aufrechterhalten konnten.“ Im Jahr 2021, so wünschen es sich die Aktiven, möchten sie jedoch wieder ganz klassisch über die Hessel zu den erwartungsfrohen Kindern kommen und nicht über Abstände und andere Konzepte nachdenken müssen.

Startseite
ANZEIGE