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Abschalten in Feld und Flur

Bürgermeister Josef Uphoff ist exakt 20 Jahre im Amt

Sassenberg

Auf den Tag genau vor 20 Jahren trat Josef Uphoff am 1. Oktober 2002 sein Amt als Bürgermeister an. Im Interview äußert sich der erste Bürger der Stadt über Herausforderungen und Schwierigkeiten aber auch zu seinen Hoffnungen und Zielen für die Hesselstadt.

Zur liebsten Freizeitbeschäftigung des Bürgermeisters gehören ausgedehnte Radtouren durch Feld und Flur, bei denen der leidenschaftliche Kleinbauer Foto: Michèle Waßmann

Josef Uphoff ist heute auf den Tag genau seit 20 Jahren Bürgermeister der Stadt Sassenberg. Der ehemalige Bankdirektor bei der Volksbank vor Ort setzte sich 2002 gegen seinen Mitbewerber mit fast 70 Prozent aller Stimmen durch. Uphoff trat damals die Nachfolge von Heinz Schwienheer an, der im Alter von 61 Jahren plötzlich verstarb. WN-Redakteurin Michèle Waßmann fragte den Rathauschef, was aus seinen Plänen und Vorsätzen geworden ist. Was ließ sich in 20 Jahren umsetzen und wo sieht der Bürgermeister der 14 500-Einwohner-Stadt Ziele und Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Uphoff, bei Ihrem Amtsantritt vor genau 20 Jahren bekamen Sie eine Schultüte geschenkt. Wissen Sie noch, was drin war?

Josef Uphoff: Eine vollständige Aufzählung des gesamten Inhalts kriege ich nicht mehr hin. Ich hoffe, dass die damalige Schenkerin Inge Horn mir das nachsieht. Ich glaube aber, dass zum Inhalt auch Süßigkeiten und ein Bleistift mit Radiergummi gehörten. Auf jeden Fall habe ich mich sehr gefreut.

Was sind die zwei wichtigsten Dinge, die Sie für Sassenberg auf den Weg gebracht haben?

Josef Uphoff: Eine besondere Herausforderung in der Bauleitplanung war die Schaffung des Planungsrechts für die Ansiedlung des Edeka-Marktes und des Drogeriemarktes Rossmann in Sassenberg. In Füchtorf war der Bau einer neuen Sporthalle nach einer Wartezeit von mehreren Jahrzehnten sicherlich ein besonderes Highlight. Zwei bestimmt wichtige Dinge, aber ob es wirklich die wichtigsten sind, möchte ich nicht abschließend beurteilen.

Was sind und waren für Sie die größten Schwierigkeiten und Herausforderungen im Bürgermeister-Amt?

Josef Uphoff: Herausforderungen, die nur selten vorkommen, machen mangels Erfahrung in aller Regel die größten Schwierigkeiten. Die Corona-Pandemie und die Flüchtlingsaufnahme zeigen das auf allen politischen Ebenen bis hinein in die tägliche Arbeit der kommunalen Familie, auch ganz konkret hier in Sassenberg und Füchtorf. Ein Einzelfall und damit ebenfalls eine besondere Herausforderung war aber zum Beispiel auch die rechtssichere Vorbereitung und Durchführung des Bürgerbegehrens im Rahmen der politischen Beratungen und Beschlussfassungen zum Einkaufszentrum Edeka/Rossmann im Jahre 2012.

Wenn Sie einen ganz normalen Arbeitstag heute einem von 2002 gegenüberstellen, was sind die gravierendsten Veränderungen?

Josef Uphoff: Die genutzten Kommunikationswege haben sich verbreitert. Anders als im Jahre 2002 sind zwischenzeitlich Telefon- und Videokonferenzen Standard geworden.

Es gab doch sicher auch emotional sehr bewegende Dinge und Begegnungen in all den Jahren. Haben Sie ein persönliches Highlight?

Josef Uphoff, August Budde und Karl Schlingmann (v.r.) Foto: Foto: Ines-Bianca Hartmeyer

Josef Uphoff: Für mich sind Gespräche mit betagten Geburtstagskindern immer sehr bereichernd. Sehr oft erlebe ich eine große Dankbarkeit für die Unterhaltung, einen herzlichen Händedruck bei der Verabschiedung und manchmal auch eine liebevolle Umarmung, die dann echt unter die Haut geht.

Welche Pläne und Ziele haben Sie für Ihre noch drei Jahre andauernde Amtszeit?

Josef Uphoff: Das Angebot an Wohn- und Gewerbeflächen muss bedarfsgerecht weiter entwickelt werden. Um den Ansprüchen junger Familien gerecht zu werden, müssen wir unsere vorhandenen Kitas ausbauen. Die Betreuung über Mittag hat einen Umfang erreicht, der mit den vorhandenen Gebäudestrukturen nur noch unzureichend abgedeckt werden kann. Auch unsere Grundschulen benötigen bauliche Ergänzungen, da ab dem Jahr 2026 ein Ganztags-Rechtsanspruch greift. Entsprechende Planungen sollten möglichst in ein bis zwei Jahren abgeschlossen sein, damit erste Umsetzungen hoffentlich noch in dieser Wahlperiode anlaufen können.

Was können Ihrer Meinung nach die Sassenberger und Füchtorfer Bürger für ihren Heimatort tun?

Josef Uphoff: Viele unserer ehrenamtlich tätigen Mitbürgerinnen und Mitbürger benötigen dringend Nachwuchskräfte für ihre jeweiligen Vereine, Verbände, Parteien und sonstige Initiativen. Deshalb wünsche ich mir sehr, dass sich eine möglichst große Zahl Freiwilliger findet, die sich verstärkt für das Gemeinwohl einsetzt, und damit nach und nach der Generationenwechsel gelingen kann.

Wagen Sie eine Prognose, wo das Spargeldorf und die Hesselstadt in 20 Jahren stehen?

Josef Uphoff auf seinem Acker Foto: Foto: Michèle Waßmann

Josef Uphoff: Wir werden hoffentlich eine weiterhin finanziell gesunde Stadt sein, in der die Menschen gerne wohnen und arbeiten.

20 Jahre Bürgermeister Josef Uphoff

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