1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Alarm in Schule und Kindergarten

  8. >

Freiwillige Feuerwehr übt unangemeldet

Alarm in Schule und Kindergarten

Sassenberg

Natürlich kennt die Freiwillige Feuerwehr die Schulen und Kindergärten der Stadt gut. Dennoch ändern sich hin und wieder Kleinigkeiten und deshalb tut Üben beiden Seiten gut. Am Mittwoch kam die Feuerwehr zum ersten Mal nach der Coronapause in fünf Einrichtungen wieder unangemeldet zu Besuch.

Von Ulrike von Brevern

Schulleiterin Elisabeth Suer erläuterte an der Sekundarschule Einsatzleiter Matthias Freese die Notfallsituation. Foto: Ulrike von Brevern

Dienstagmorgen, 8.12 Uhr am Haus eins der Sekundarschule im Herxfeld: Ein durchdringend schriller Ton heult plötzlich über den Schulhof und durch das Gebäude. 8.13 Uhr: Die ersten Schülerinnen und Schüler, die noch vor wenigen Minuten herumalbernd am Fenster ihres Klassenraums im Obergeschoss gestanden haben, laufen zügig und geordnet die Feuertreppe hinunter und verschwinden Richtung Schulhof. Dass dies eine Übung ist, wissen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Sassenberg übt normalerweise regelmäßig auch in den Schulen und Kindergärten der Stadt, erläutert Matthias Freese, Feuerwehr- und an diesem Morgen auch Einsatzleiter. Durch Corona ist diese Routine allerdings ins Stocken geraten. „Das war uns aus Sicht der Ansteckung zu gefährlich.“ So ist es für die Fünft- und Sechstklässler der Sekundarschule, das erste Mal, dass sie an ihrer neuen Schule an einer solchen Übung teilnehmen können.

Das Tatütata der Feuerwehr klingt schon zwei Minuten später von der Straße herüber. Mit Blaulicht fahren die Fahrzeuge auf den Hof, an dessen Rand sich die evakuierten Schülerinnen und Schüler in einer langen Reihe aufgestellt haben. Schulleiterin Elisabeth Suer beruhigt von Ferne Genaro, der dem Szenario zufolge in der verrauchten Schulküche im Obergeschoss festsitzt. Fett sei dort in Brand geraten. Ohrenbetäubend schrillt weiter der Alarm über den Hof.

Feuerwehrübung an der Sekundarschule: Kameraden verlegen Schläuche Foto: Ulrike von Brevern

Das Verhalten beim Brand werde an der Schule auch intern trainiert, erläutert Suer. Dafür gebe es auch regelmäßig angekündigte Übungen. Sensibel ist die Schulleitung mit der Internationalen Klasse umgegangen, für die ein überraschender Alarm durchaus Erinnerungen an belastende Erfahrungen wecken könnte. „Schon auf die allgemeinen Probealarme in der Stadt haben wir sie vorbereitet, damit sie und ihre Familien sich nicht ängstigen mussten“, erläutert Suer.

Feuerwehrübung: Genaro wird am Seil gesichert „gerettet“. Foto: Ulrike von Brevern

Einsatzleiter Freese verschafft sich im Gespräch mit der Schulleiterin schnell einen Überblick, Hausmeister Dirk Elfering zeigt den Kameraden, wo es lang geht. Schläuche werden entrollt, eine Rettungsleiter angelegt. Blauröcke mit Atemschutz klettern in die Küche und haben Genaro schnell über die Leiter gerettet. Um 8.28 Uhr schaltet Hausmeister Elfering den Alarm ab und der Schulhof leert sich ebenso diszipliniert und schnell, wie er sich gefüllt hat.

„Wir sind super zufrieden mit der Übung“, lobt Suer später. Und auch Freese macht sich mit seinen Mannen zufrieden auf zur nächsten Station. „Es gibt immer wieder etwas Neues, auf das wir uns dann einstellen können, auch wenn es Kleinigkeiten sind“, sagt er. An der Sekundarschule zum Beispiel die neue Fensterfront, später an der Johannesschule wird es der gesamte neugestaltete Vorplatz sein. Auch die Nikolausschule, der Kindergarten St. Johannes und das Haus zwei der Sekundarschule erhalten an diesem Vormittag überraschenden Besuch von der Feuerwehr. 15 Mann sind im Einsatz, davon haben sich einige extra Urlaub genommen für die Übung. „Dafür können wir wirklich dankbar sein“, stellt Feuerwehrleiter Matthias Freese noch einmal deutlich klar.

Startseite
ANZEIGE