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In Rippelbaum fühlen sich die knuffigen Tiere wohl

„Alpakabande“ steckt mit Ruhe an

Füchtorf

Theresa Oertker und ihr Freund Mihajlo Mihajlov haben die Liebe zu den Alpakas entdeckt. Mittlerweile tummeln sich fünf Tiere auf der Wiese in der Bauerschaft Rippelbaum.

Von Ulrich Lieber

Theresa Oertker kuschelt mit Valentino. Allerdings sind Alpakas trotz ihres knuffigen Aussehens keine Schmusetiere. Foto:

Samson und Valentino recken gespannt die Hälse. Wer steht denn da am Zaun? Der Besucher wird genau inspiziert und darf auf die Wiese. Theresa Oertker schmunzelt, denn sie kennt ihre Alpakas sehr genau. „Sie sind total neugierig“, sagt die Füchtorferin, die gemeinsam mit ihrem Freund Mihajlo Mihajlov – genannt Milo – stolze Besitzerin von mittlerweile fünf der knuffigen Tiere ist. Warum Alpakas? Theresa schaut verblüfft: „Na, sieh sie Dir doch an. Sind sie nicht süß?“ Dieses Argument ist nicht zu entkräften.

Theresa Oertker

Auf einer großen Wiese in der Bauerschaft Rippelbaum haben die wunderschönen Tiere ein neues Zuhause gefunden. Aber wie kam es dazu? „Ich habe meinem Freund eine Alpaka-Wanderung zum Geburtstag geschenkt“, berichtet die 34-Jährige und gibt zu, dass sie sich damit auch ein wenig selbst beschenken wollte. Die gemeinsame Wanderung in Lienen war die Initialzündung. „Es war direkt um uns geschehen. Das Aussehen, die großen Augen, das flauschige Fell“, schwärmt sie.

Milo kann das nur bestätigen, denn auch er entdeckte sofort sein Herz für die ungewöhnlichen Vierbeiner. „Mich fasziniert vor allem die Ruhe der Tiere. Wenn man in deren Nähe ist, dann ist das wie Urlaub, und der Stress ist sofort weg.“ Dabei sitzt er in der Hocke auf einem kleinen Hügel und lockt seine Lieblinge an. Der Hügel gefällt den Alpakas besonders gut, denn von dort können sie alles bestens beobachten.

Doch von der ersten Idee bis zur Umsetzung verging noch eine ganze Weile. Theresa Oertker unternahm eine weitere Wanderung in Ladbergen, dort ist die größte Alpaka-Farm Deutschlands beheimatet. Sie sprach mit einer Angestellten, die sich Zeit nahm und ihr viele Dinge erklärte.

Theresa Oertker

„Dann haben wir uns Bücher gekauft und uns Fachwissen angeeignet. Alpakas sind Herdentiere, die nicht allein gehalten werden dürfen“, erklärt die Füchtorferin und füttert nebenbei ihre Haustiere, die ihr die präsentierten Pflanzen genüsslich aus den Händen fressen. Theresa belegte in Ladbergen einen Kursus zur Alpakahaltung, der auch einen praktischen Teil beinhaltete. Zum Abschluss erhielt sie einen Sachkundenachweis. Theresa und Milo bereiteten die Wiese, den Stall und die Zäune vor. „In dieser Zeit hat uns mein Papa mit guten Ratschlägen unterstützt. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Theresa.

So gut ausgerüstet und vorbereitet wurde es nun ernst. Mitte 2020 begaben sich Theresa und Milo auf die Suche. Im Januar 2021 wurden sie fündig und entdeckten Samson und Valentin, die noch Jungtiere waren. „Wir haben uns gleich in sie verliebt.“ Im März durften sie die flauschigen Tiere abholen, und die beiden Alpakas waren sofort ein Herz und eine Seele. Kurz darauf kam Amadeus dazu, dessen Fell komplett schwarz ist, und der bereits sechs Jahre auf dem Buckel hat. „Er war gleich der Chef und hat die Kleinen erzogen. Das war eine gute Entscheidung“, freut sich Theresa Oertker. Im Juni wurde Mäxchen geholt, und erst in der vergangenen Woche machte Anton aus der Gruppe ein Quintett. „Je größer die Herde ist, desto harmonischer ist sie. Wir haben ja ausreichend Platz“, sieht die Füchtorferin noch Potenzial nach oben. „Ich hätte auch nichts gegen zehn Tiere.“ Mittlerweile haben Theresa und Milo auch ein Logo entwerfen lassen, auf dem die „Rippelbäumer Alpakabande“ zu sehen ist.

Mihajlo Mihajlov

Die Erziehung durch Amadeus zeigte schnell, wie reinlich die Alpakas sind. „Sie haben richtige Toiletten auf der Wiese“, erklärt Theresa. Sobald das erste Tier sein Geschäft erledigt hat, folgen die anderen an der gleichen Stelle – eben echte Herdentiere.

 Doch so knuffig die Tiere auch sind und so sehr sie zum Kuscheln verleiten – Alpakas sind keine Schmusetiere. „Sie lassen sich am Halfter streicheln, aber sie genießen es nicht. Sie halten lieber Distanz.“ Trotzdem übt das Paar, mit den Alpakas Spaziergänge zu unternehmen. „Man muss viel Geduld haben, um sie leinenführig zu machen“, sagt Milo. Ziel ist es, dass Besucher jeden Alters mit den Alpakas Zeit verbringen können. Das kann ein Spaziergang sein, aber auch ein Kindergeburtstag oder ein Picknick auf der Wiese. „Kinder mögen sie gerne. Darum sind sie auch als Therapietiere begehrt, denn sie strahlen Ruhe aus und übertragen ihre Gelassenheit auf den Menschen“, sagt Theresa.

Einmal im Jahr – zum Sommeranfang – müssen die Tiere geschoren werden, und das Alpakavlies ist etwas ganz Besonderes. „Wir lassen Bettdecken für den Eigenbedarf machen. Die Wolle besteht aus hohlen Fasern, die sehr thermoregulierend sind. Zudem haben sie kein Wollfett und sind antibakteriell“, berichtet Theresa Oertker. Theresa und Milo sind rundum begeistert von ihrem neuen Hobby. „Ich bin viel mehr an der frischen Luft und verbringe fast meine ganze Freizeit bei den Alpakas.“ Sie füttert die Tiere, kümmert sich um den Stall, übt das Führen oder genießt einfach das Zusammensein mit ihren Tieren.

Wer mehr über die Rippelbäumer Alpakabande erfahren möchte, der kann das auf der Instagramseite, denn dort gibt es Videos und Fotos, die immer wieder aktualisiert werden. Einfach die rippelbaeumer.alpakabande suchen.

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