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Eröffnungsparty mit Live Musik

Altes Zollhaus nimmt offiziell seinen Betrieb auf

Sassenberg

Rund 17 Jahre ist es her, dass der Verein Stadtprojekt das alte Zollhaus in Sassenberg erworben hat. Viel Arbeit, Geld und Herzblut sind von den Aktiven in dieser Zeit in die Restaurierung geflossen. Auf der Zielgraden sorgte Jan Brechmann wie der sprichwörtliche Prinz auf dem weißen Pferd dafür, dass am 21. Mai die Eröffnung ganz offiziell gefeiert werden kann.

Von Ulrike von Brevern

Dr. Ansgar Russell (l.) und Josef Lutterbeck (r.) vom Stadtprojekt sind dankbar, dass Fliesenleger Jan Brechmann seine Arbeit zur rechten Zeit gespendet hat. Foto: Ulrike von Brevern

„Ohne ihn hätten wir die Eröffnung jetzt niemals geschafft!“, betont Josef Lutterbeck, Vorsitzender des Vereins Stadtprojekt und blickt zu Jan Brechmann hinüber. Der Sassenberger Fliesenleger und Sanierungstechniker ist verantwortlich für das, was die Besucher in Küche, Herdraum und angrenzendem Flürchen des frisch renovierten Zollhauses unter die Füße bekommen. Das Verlegen der Fliesen war zum einen anspruchsvoll, zum anderen hat der Handwerker die Arbeit seines Mitarbeiters auch in vollem Umfang gespendet. Damit hat er den zuletzt ambitionierten Zeitplan gerettet, so dass der Trägerverein Stadtprojekt nun am kommenden Samstag (21. Mai), rund 17 Jahre nach Erwerb des stadthistorisch bedeutenden, aber maroden alten Zollhauses die Räume offiziell ihrer neuen Bestimmung übergeben kann. Von dann an können sich auch Privatleute, Gruppen und Initiativen für Veranstaltungen dort einmieten.

Vormittags Gelandene, abend für alle

Los gehts am Vormittag mit einem Empfang für geladene Gäste, erläutert Josef Lutterbeck die Festlichkeiten. In diesem Rahmen werden unter anderem der Bauforscher Laurenz Sandmann und der Landeskonservator a.D. Dr. Fred Kasper Geschichte und Bedeutung erläutern. Die Ehrenvorsitzende des Vereins Dr. Elisabeth Baxhenrich-Hartmann wird noch einmal an die Herausforderungen des langjährigen Restaurierungsprozesses erinnern.

Blue Shade spielt Livemusik Foto: privat

Am Abend dann wird die langerwartete Eröffnung des Begegnungszentrums mit alle Interessierten bei Bratwurst und kühlen Getränken gefeiert. Die Band „Blue Shade“ der eingesessenen Sassenberger Benno Sökeland, Wolfgang Hillmann und Reinhard Gevers sorgt mit Livemusik für Stimmung.

Ein Puzzel aus alten Fliesen

Doch zurück zu den Fliesen, die eine so entscheidende Rolle für die Eröffnung spielten. „Wir hatten die Kücheneinrichtung, wir hatten die Fliesen, aber ohne dass die Fliesen verlegt waren, konnte ja die Küche nicht geliefert werden“, erzählt Dr. Ansgar Russell, zweiter Vorsitzender des Vereins vom Dilemma am Ende vergangenen Jahres. Handwerker waren einfach nicht zu bekommen, zumal der chronisch klamme Verein mit seinem Geld spitz rechnen muss. Am Ende drohte aber nicht nur ein finanzielles sondern auch ein zeitliches Problem: „Hätten wir die Küche nicht abnehmen können, hätten wir noch bis zum Sommer auf eine neue warten müssen“, sagt Lutterbeck. In dieser Situation kam Brechmann, der auch schon mit seinem humorigen Buch „Ein Fliesenleger fugt sich durch“ von sich reden machte, ein bisschen wie der sprichwörtliche Prinz auf dem weißen Pferd daher. Rund 100 Stunden Arbeitszeit und ganz viel Ruhe brauchte sein Mitarbeiter, denn schließlich waren nicht nur neue Fliesen zu verlegen, sondern insbesondere auch die historischen, die Ehrenamtliche vor Jahren aus dem alten Haus gesäubert und gerettet hatten. „Das haben die richtig gut gemacht“, sagt der Fachmann anerkennend. „Das Fliesen war dann aber auch ein echtes Puzzel“, gibt Lutterbeck das Lob zurück.

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