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Lärmschutzlösung im Herxfeld weiter offen

Anwohnern verschärfen den Ton

Sassenberg

Die Anwohner in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft im Herxfeld gehen auf die Barrikaden. Sie verlangen eine Lärmschutzmauer, aber die wird politisch abgelehnt.

Ulrike von Brevern

Weniger der geplante Umbau innerhalb der Flüchtlingsunterkunft im Herxfeld, der auf der Tagesordnung stand, als die Gestaltung des Außengeländes sorgten im Infrastrukturausschuss einmal mehr für Gesprächsstoff. Dabei wurde der Ton der Anwohner in einem erneuten Schreiben an den Bürgermeister deutlich schärfer. „Ich bin etwas ratlos“, fasste Georg Hartmann-Niemerg (Grüne) nach der Vorstellung der Alternativen für den geplanten Lärmschutz zusammen.

Es sei „wie ein Schlag in die Magengrube“, vom Verzicht auf eine Mauer als Lärmschutz für die Nachbarschaft zu hören, formulierten die Anwohner ihre Kritik in Sachen Außengelände. Sie forderten noch einmal ausdrücklich die Lärmschutzwand oder ein Umverteilen der Flüchtlinge und drohten auch mit rechtlichen Schritten.

Dass hier weiter alleinreisende Männer wohnen werden, daran bestand für Bürgermeister Josef Uphoff mangels Alternativen wenig Zweifel. Dass es Lärmschutz geben müsse, darüber war sich der Ausschuss einig. Nur das „wie“ bleibt weiter offen. Neben der von vielen Politikern abgelehnten Variante einer langen Mauer entlang der Grundstücksgrenze, die rund 35 000 Euro kosten solle, stellte Bauamtsleiter Thomas Middendorf eine weitere von Ratsmitglied Professor Martin Degen (FDP) angeregte Lösung vor. Sie sieht statt der kompletten Einfriedung, lockerer verteilte Wandelemente aus Gabionen vor, die dichter am Gebäude stehen, und mit 29 000 zu Buche schlügen. Diese Lösung biete den Bewohnern zusätzlich Sichtschutz, die ansonsten fast keine Privatsphäre hätten, merkte Ralf Brinkkemper (SPD) an. Die FWG argumentierte in Richtung eines dritten Weges mit begrüntem Erdwall, für den nun ebenfalls Kosten ermittelt werden sollen.

Rund 160 000 Euro kostet der geplante Umbau im Inneren, bezifferte Architekt Rudolf Brinkmann. Sein Entwurf sieht vier getrennte Wohneinheiten vor. Bis zu 18 Menschen kommen dort in Zwei- oder Dreibettzimmern unter. Je zwei Schlafräume teilen sich einen innenliegenden Aufenthaltsraum, der per Lichtkuppel beleuchtet wird, samt Küche und Bad. Zudem ist ein Bürotrakt eingeplant. Weitere Instandsetzungsarbeiten seien nicht berücksichtigt.

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