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Pfarrgemeinde St. Marien & Johannes: Pilgerreise nach Assisi

Auf den Spuren von Franziskus

Sassenberg

Anspruchsvolle Wanderungen waren auf dieser Pilgerreise schon an der Tagesordnung, schließlich wandelte die 13-köpfige Gruppe der Pfarrgemeinde ja auch auf dem Franziskusweg nach Assisi. Doch es blieb stets auch Zeit für viele tiefe Eindrücke, für Momente der Freude und des unbeschwerten Genießens.

Den Blick auf Assisi mit der Basilika San Francesco vom Tal aus. Foto: Kirchengemeinde

Es war eine Pilgerreise wie aus dem Bilderbuch: Viele besinnliche franziskanische Momente und auch jede Menge Spaß und Freude bei herrlichem Spätsommerwetter und Tagestemperaturen nahe 25 Grad. So lautet die Reisebilanz der 13 Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien & Johannes, wenn es um ihre Pilgerreise nach Assisi in Italien geht.

Die mittelalterliche umbrische Stadt Gubbio war das erste Etappenziel auf dem Franziskusweg nach Assisi, das nach einer Zwischenübernachtung in Ottobeuren und weiteren zehn Stunden Richtung Süden erreicht war. Die Gruppe mit Pastor Andreas Rösner war verteilt auf zwei Kleinbusse gen Süden unterwegs, so heißt es im Reisebericht von Reinhold Gebbe. Quartier genommen wurde in einer Pilgerunterkunft in einem Schwesternkonvent im Zentrum der Stadt. Dank der pünktlichen Ankunftszeit blieb ausreichend Zeit für ein gemeinsames italienisches Abendessen, bei dem auf die reibungslose Anreise angestoßen wurde.

Die Gruppe nach der Wanderung zur Carceri vor einem der Stadttore Assisis. Foto: Kirchengemeinde

Am Sonntagmorgen wurde eine Messe im Freien vor der kleinen Kirche Vittorina gefeiert, an der Stelle, an der der heilige Franziskus der Legende nach dem Wolf von Gubbio begegnet ist. Der Nachmittag wurde zur Besichtigung von Gubbio genutzt, einer von Palästen und Kirchen beherrschten mittelalterlichen Stadt, die sich eng an den Hang des 900 Meter hohen Monte Ingino schmiegt. Einer der Höhepunkte dabei war sicherlich die Fahrt in den offenen Körben der historischen Seilbahn hinauf auf den Gipfel dieses Berges, wo auch die Basilika zu Ehren des Stadtheiligen St. Ubaldo zu besichtigen war, heißt es in dem Reisebericht.

Am Montag erwartete die Sassenberger Pilger eine anspruchsvolle Wanderung auf dem Franziskusweg über 20 Kilometer. Zahlreiche anstrengende An- und Abstiege brachten die Teilnehmer heftig ins Schwitzen. Erschöpft, aber dennoch froh und gut gelaunt erreichte die Wandergruppe gegen Abend das Etappenziel in Valfabbrica.

Frühstück und Morgenimpuls

Am nächsten Tag wurden nach dem Frühstück und Morgenimpuls nochmals die Wanderschuhe geschnürt, um die verbleibenden 14 Kilometer auf dem Franziskusweg nach Assisi zurückzulegen. Es galt noch einen weiteren Höhenzug zu überwinden, bevor dann bereits in der Ferne die beeindruckende Silhouette der Basilika San Francesco in Assisi zu sehen war. Bei strahlendem Sonnenschein kamen die Pilger am frühen Nachmittag am Festtag des hl. Franziskus in Assisi an, um dann anschließend an der feierlichen Pontifikalvesper in der Basilika teilzunehmen.

Die Sassenberger Pilger auf dem Franziskusweg nach Valfabbrica. Foto: Foto: Kirchengemeinde

In den Folgetagen in Assisi besuchte die Gruppe Orte der Lebens- beziehungsweise Wirkungsgeschichte des hl. Franziskus und der hl. Klara, an denen sich heute zum größten Teil Kirchen und Klöster befinden. Eine lebhaft vorgetragene Stadtführung folgte den Spuren des jungen Franziskus, gab aber auch Einblicke in die Entwicklung der Stadt und die Schwierigkeiten der Einheimischen, weiterhin in den alten Gemäuern zu leben. Franziskanerbruder Thomas erläuterte eindrucksvoll die Freskenzyklen in der Unter- und Oberkirche der imposanten Basilika San Francesco, in der anschließend auch ein Gottesdienst in einer der Kapellen gefeiert wurde. Franziskanerschwester Marie-Catherine brachte der Gruppe den franziskanischen Geist nahe während der Besichtigung des Klosters San Damiano sowie der Basilika Santa Maria degli Angeli im Tal unterhalb der Stadt Assisi. Beeindruckend war das kleine Kirchlein Portiunkula, in der Franziskus seine Berufung erkannt hat, unter der mächtigen Kuppel der darüber erbauten riesigen Patriarchalbasilika, einer der bedeutendsten Kirchen des Franziskanerordens.

Wanderung zur Einsiedelei von Carceri

Am letzten Tag des Aufenthaltes stand noch einmal eine anstrengende Wanderung zur 400 Meter oberhalb von Assisi gelegenen Einsiedelei von Carceri an den Hängen des Monte Subasio, des Hausbergs von Assisi, auf dem Programm. Oben angekommen waren die Anstrengungen durch die Atmosphäre des kleinen Klosters bald verflogen. Nach der Besichtigung feierte die Gruppe an einem Waldaltar in der Carceri die heilige Messe.

Einkehren bei „Zum Heiligen Vielfraß“

Entspannen und die vielen Inhalte des Tages Revue passieren lassen, dafür standen die Abende, die stets in einer Osteria mit dem bezeichnenden (übersetzten) Namen „Zum Heiligen Vielfraß“ verbracht wurden. „Ein humorvoller Wirt, gutes und reichhaltiges Essen und dazu ein Gläschen Wein trugen zu einer tollen Stimmung und zum Zusammenhalt einer fantastischen Pilgergruppe bei“, so das Fazit zur Reise.

Der Heimweg sah noch einen Abstecher zum Berg und Kloster La Verna in der Toskana vor, dem Ort, an dem Franziskus die Wundmale Christi empfing. Ein geistlicher Impuls aus dem Sonnengesang des Franziskus und die Besichtigung der Klosteranlage rundeten das Programm ab.

„Es war eine wundervolle Reise mit einer fantastischen Gruppe“, diesem Urteil konnten sich zum Abschluss alle Teilnehmer uneingeschränkt anschließen, unterstreicht Reinhold Gebbe abschließend in seinem Bericht von der Gemeinde-Pilgerfahrt nach Assisi.

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