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Bundestagsabgeordneter Bernhard Daldrup besucht den Verein „urgewald“

„Aufdecken, einmischen und handeln“

Sassenberg

Einmischen ist auch die Devise des SPD Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup – da hat er etwas gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation „urgewald“ mit Sitz in Sassenberg. Daldrup besuchte für einen gemeinsamen Austausch die „urgewald“-Vertreter in Sassenberg.

Sie tauschten sich aus (v.l.): Knud Föcking (Campaigning-Team), Judith Lahr (Praktikantin), Andrea Soth (Geschäftsführerin Finanzen), Bernhard Daldrup und Ute Koczy (Campaigning). Foto: Wahlreisbüro Daodrup

„Aufdecken, einmischen, handeln!“ So lässt sich die Arbeitsweise der gemeinnützigen Organisation „urgewald“ mit Sitz in Sassenberg grob zusammenfassen. Der Schwerpunkt der Organisation, die sich selbst „Anwalt für Umwelt und Menschenrechte“ nennt und seit 30 Jahren existiert, liegt dabei auf der Finanzwelt.

„Viele private, aber auch institutionelle Investoren wissen gar nicht, welche klimaschädlichen und menschenrechtsverletzenden Projekte sie mit ihren Geldanlagen unterstützen“, fasst Researcherin Ute Koczy einen Teil ihrer Arbeitsaufträge zusammen.

Bernhard Daldrup, SPD Bundestagsmitglied, ist als Mitglied des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag zuständig für die nationalen und internationalen Förderbanken. Der Abgeordnete ist deshalb bei der Organisation „urgewald“ in seinem Wahlkreis zu Gast, die sich auf diesem Feld auskennt und anerkannt ist.

Denn es gibt ein gemeinsames Thema, das für Gesprächsstoff sorgt: Die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank, kurz AIIB. Die Bank wurde 2015 mit einem Startkapital von zunächst 50 Milliarden Euro gegründet und steht in einem Spannungsverhältnis zur Weltbank. Deutschland ist eines der 57 Gründungsmitglieder.

AIIB ist kritisch zu sehen

Dass die Bank kritisch zu sehen ist, darüber ist man sich im Rahmen des Gesprächs einig, so die Bilanz einer Pressenotiz des Wahlkreisbüro von Bernhard Daldrup. Anders jedoch beim Umgang damit: „Die Entscheidungen, die da getroffen werden, können wir nicht allein China überlassen“ – Einmischen, das ist die Devise des Bundestagsabgeordneten. „Mit der Mitgliedschaft und den Anteilen unterstützt Deutschland eine Bank, deren Handlungsfelder den heutigen Gerechtigkeitsansprüchen nicht genügen“, stellt dagegen Knud Vöcking von „urgewald“ fest.

Die Asiatische Infrastrukturbank war aber nur eines der Themen beim Besuch in Sassenberg. Eines der wichtigsten Projekte von „urgewald“ ist die GCEL, die Global Coal Exit List – eine Liste, die seit 2017 jährlich eine Übersicht gibt über nahezu alle Unternehmen, die am Wertschöpfungsprozess der Kohleindustrie beteiligt sind. Am 6. Oktober wurde das jüngste Update veröffentlicht. „So wichtig diese Recherchearbeit ist, so mühsam sammeln sich die Erträge und Meilensteine“, heißt es in der Pressenotiz. „Doch diese leisten spürbare Beiträge zum globalen Ausstieg aus der Kohleverstromung.“ Auch in Deutschland habe sich dank der GCEL und intensiver Kampagnenarbeit etwas getan: So schließe das Unternehmen Allianz seit 2018 die Versicherung von Kohlekraftwerken aus. Seit 2019 schließt auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Kohlesektor aus, neben Kraftwerken auch Exploration und Bergbau.

KfW für nachhaltige Finanzierungsmöglichkeiten

Für Bernhard Daldrup ein unverzichtbarer Schritt: „Mit der KfW wollen wir nachhaltige Finanzierungsmöglichkeiten, unter anderem im Gebäudesektor schaffen. ‚urgewald‘ leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass dieser Ansatz ganzheitlich betrachtet werden kann.“

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