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Verkehrskonzept für Füchtorf

Ausschuss sammelt Schmerzpunkte

Füchtorf

Auf 16 Seiten hat der Ortsausschuss Füchtorf in interner Sitzung Verkehrsprobleme im Dorf systematisch zusammengestellt und mögliche Lösungsansätze beschrieben. Damit soll wieder Schwung in das Thema rund um das erhoffte umfassende Verkehrskonzept kommen. Zu den Vorschlägen gehört auch eine dritte Bundesstraßen-Ausfahrt.

Von Ulrike von Brevern

Mit Transparenten machen Füchtorfer schon lange auf Verkehrsprobleme im Ortskern aufmerksam. Foto: Ulrike von Brevern

Spätestens seit einer äußerst lebhaften Sitzung des Ortsausschusses vor knapp einem Jahr warten die Füchtorfer auf erste Schritte zu einem umfassenden Verkehrskonzept für das Dorf. Jetzt legten die Mitglieder des Ortsausschusses selbst eine umfangreiche, systematisch aufbereitete Sammlung von Schmerzpunkten samt Lösungsideen vor, die sie in interner Sitzung erarbeitet hatten. Damit solle Bewegung in das Thema kommen. „Das ist als Denkanstoß gedacht“, formulierte der Ausschussvorsitzende Franz-Josef Linnemann in Richtung Verwaltung nach der Vorstellung des Diskussionspapiers in der Ortsausschusssitzung am Montagabend.

Viele darin benannte Probleme sind dabei hinlänglich bekannt und diskutiert: die hohe Geschwindigkeit etwa, mit der von der Glandorfer Straße an der ehemaligen Volksbank Richtung Tie abgebogen werde, weil hier der Bordstein überfahrbar sei. Oder der ungünstige Umstand, dass an der Rippelbäumer Brücke der Fahrradweg noch vor der Einmündung der Zufahrt Richtung B 475 ende.

Vor der Rippelbäumer Brücke endet der Fahrradweg an der Sassenberger Straße. Foto: Ulrike von Brevern

Doch die Sammlung führt vor dem Hintergrund erwiesener Ortskenntnis auch weitere Unzulänglichkeiten auf, die sich zum Teil erst perspektivisch als Gefahrenstellen entwickeln könnten. An der Sassenberger Straße etwa machen die Ausschussmitglieder auf Probleme aufmerksam, wenn Radler und Autos in den Einmündungsbereichen der Siedlungswege östlich der Straße aufeinander treffen. Diese Gefahr solle auch beim geplanten neuen Baugebiet im Blick behalten werden.

Von den Einmündungen der Straßen des Neubaugebiets ist der Fahrradweg an der Sassenberger Straße schwer einzusehen. Foto: Ulrike von Brevern

Überhaupt macht die Sicherheit von Fahrradfahrern und Fußgängern einen Großteil der Überlegungen aus – sei es beim künftigen Ausbau der Lohmannstraße oder auch besonders an der Glandorfer Straße. Hier gerät unter anderem die Ampelanlage als Querungshilfe in die Kritik. Es fehle ein anschließender Fußweg an der Straße „Zum Bukesch“ bis zur Sensenstraße. Sinnvoller sei ohnehin eine Querungshilfe weiter Richtung Ortskern. Gleich drei Alternativen dafür sind im Papier aufgeführt.

Die Ampel ist ebenfalls in die Kritik geraten. Foto: Ulrike von Brevern

Um Rad- oder Fußweg-Lücken zu schließen, wird an verschiedenen Stellen ein Grundstückskauf vorgeschlagen. Durch die Nachverdichtung sei rund um die Arztpraxen und den Marienkindergarten an der Anton-Böhmer-Straße ein höherer Parkplatzbedarf entstanden. Auch dieser könne möglicherweise durch Grundstückserwerb für zusätzlichen Parkraum am Kirchvenn gelöst werden, lautet ein Vorschlag.

Schulwegsicherheit sowie das Verdrängen von LKW und landwirtschaftlichem Verkehr aus dem Ortskern und ein Entlasten des Hohen Kamps als inoffizielle Ortsumgehung gehören zu den weiteren Schmerzpunkten und Lösungsmöglichkeiten.

Der Hohe Kamp sollte entlastet werden. Foto: Ulrike von Brevern

Um die Verkehrsströme weiträumig ums Dorf zu leiten, führt die Sammlung – auch mit Blick auf das geplante Wachsen des Dorfes nach Südosten – eine dritte, südliche Anbindung an die B 475 Richtung Norden in Höhe der Rippelbäume Brücke und Richtung Süden in Höhe des Spargel- und Erdbeerhofes Erdmann an. An diese südliche Anbindung könne dann auch eine zusätzliche direkte Verknüpfung mit der Gröblinger Straße (K 51) den Hohen Kamp entlasten.

Zwar ist die Sammlung umfangreich, erhebe aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit, betonten die Ausschussmitglieder. Bürgermeister Josef Uphoff dankte für die systematische Vorarbeit, die die Brennpunkte der Diskussion benenne: „Die Zuarbeit tut gut.“ Ein Verkehrsgutachterbüro, das sich mit der Situation befassen soll, werde nach derzeitiger Planung in der zweiten Jahreshälfte ausgewählt, sagte er auf Nachfrage.

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