Bekannte Strukturen in den Schulalltag übernommen

Betreuung wird flexibler

Sassenberg

An der Johannesschule in Sassenberg ist der Wunsch der Elternschaft gestiegen, die Vor- und Übermittagsbetreuung flexibler zu gestalten. Deshalb wird es ab dem kommenden Schuljahr neue Möglichkeiten einer individuellen Betreuung geben.

Mit der neuen Satzung wird das Angebot der Offenen Ganztagsschule an der Johannesschule für Eltern und Kinder flexibler. Auch von 7 bis 8 Uhr können die Jungen und Mädchen betreut werden. Foto: Gunnar A. Pier

Die aktuell gültige Satzung der Stadt Sassenberg zu außerschulischen Betreuungsangeboten der offenen Ganztagsschule und der Vor-und Übermittagsbetreuung wurde zum Schuljahr 2007/2008 an der Johannesschule eingeführt. „Die OGS ist ein beliebtes Betreuungsangebot bei Eltern und Kindern. Sie wird pro Schuljahr von rund 65 Kindern besucht“, erläuterte Hauptamtsleiter Martin Kniesel im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss.

Aufgrund der Erfahrungen im laufenden Betrieb der OGS und veränderten Rahmenbedingungen der Beitragsgestaltung wurde die Satzung überarbeitet, teilte er den Ausschussmitgliedern mit und stellte die Veränderungen detailliert und ausführlich vor.

Die baulichen und organisatorischen Gegebenheiten an der Johannesschule lassen eine Betreuung von höchstens 75 Kindern zu. Es erscheint daher angemessen, die Teilnehmerzahl pro Schuljahr auf 75 Kinder zu begrenzen.

Betreuung auch für zwei Wochentage buchbar

Nachdem zum Schuljahr 2018/2019 die Nachfrage nach einer Vor-und Übermittagsbetreuung wieder vorhanden war, wird diese seit dem genannten Schuljahr wieder an der Johannesschule angeboten. Gebucht werden kann aktuell eine Fünf-Tages-Betreuung. Nunmehr steigt der Wunsch aus der Elternschaft, dieses Angebot flexibler zu gestalten. Aus diesem Grund soll es ab dem kommenden Schuljahr möglich sein, die Kinder auch nur für zwei Wochentage für diese Betreuungsart anzumelden.

An den anderen Grundschulen der Stadt Sassenberg besteht ebenfalls die Möglichkeit, eine flexible Bis-Mittag-Betreuung zu buchen. Um die Begrifflichkeiten zu vereinheitlichen, wird die „Vor-und Übermittagsbetreuung“ in „Bis-Mittag-Betreuung“ umbenannt. Für die „Bis-Mittags-Betreuung“ können ebenfalls aus baulichen und strukturellen Gründen maximal 25 Betreuungsplätze angeboten werden. Die gleiche Anzahl an Betreuungsplätzen steht für die ab dem Schuljahr 2021/2022 neu geschaffene Betreuung vor Unterrichtsbeginn in der Zeit von 7 bis 8 Uhr zur Verfügung. Auch hier kam der Wunsch aus der Elternschaft, bekannte Strukturen aus dem Kita-Alltag in den Schul-Alltag einzubinden.

Insgesamt haben die Elternbeiträge seit der Einführung der außerschulischen Betreuungsangebote im Schuljahr 2007/2008 Bestand. Die Stadt Sassenberg hat immer Wert darauf gelegt und wird auch zukünftig großen Wert darauf legen, dass Familien mit geringeren Einkünften die Möglichkeit gegeben wird, ihre Kinder in außerschulischen Betreuungsangeboten für einen angemessenen Beitrag betreuen zu lassen.

Aufgrund der Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen und Entwicklungen ist eine Anpassung der Beiträge jetzt erforderlich geworden. Mit 205 Euro monatlich liegt der Höchstbeitrag knapp unter dem gesetzlichen Höchstbeitrag von maximal 209 Euro. Zudem sind die Einkommensgrenzen anzupassen. Durch die Anpassung und Erweiterung der Einkommensgrenzen – die vorgesehene Einkommensstaffelung entspricht der Staffelung für die Kita-Beiträge – wird eine höhere soziale Gerechtigkeit geschaffen. Für die „Bis-Mittag-Betreuung“ ist weiterhin die Hälfte des OGS-Beitrages zu zahlen, bei Buchung von nur zwei Wochentagen beträgt der Beitrag 40 Prozent des vollen „Bis-Mittag-Betreuung“-Beitrages.

Auch die Geschwisterregelung soll angepasst werden. Bislang gilt diese Regelung nur, wenn Geschwisterkinder zeitgleich die OGS oder die Bis-Mittag-Betreuung besuchen. Im Rahmen der Neuregelung ist eine Beitragsermäßigung von 50 Prozent nun auch vorgesehen, wenn ein Geschwisterkind eine Kita besucht. Diese Regelung gilt allerdings nicht, wenn die Kinder in der Kita-Betreuung für die letzten zwei Jahre beitragsfrei gestellt sind, unterstrich Kniesel. Jens Büdenbender (FWG) beklagte gerade im untersten Einkommensbereich die Beitragsanhebung von 10 auf 15 Euro pro Monat. In Härtefällen könne Kontakt mit der Stadt aufgenommen werden, um eine Bezuschussung zu erhalten, versprach Bürgermeister Josef Uphoff.

In Härtefällen Kontakt mit der Stadt aufnehmen

Dirk Schöne (CDU) hob hervor, dass ihm besonders die Zeitanpassungen und die Flexibilität gefielen. So könne ein nahtloser Übergang von Kindergarten zur Schule geschaffen werden und die Eltern hätten Planungssicherheit in Sachen Betreuung.

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