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36 Prozent aller Sassenberger gaben ihre Stimme in roten Umschlägen ab

Briefwahl-Boom bewältigt

Sassenberg

Über 35 Prozent der Sassenberger und Füchtorfer Wähler gaben zur Bundestagswahl 2021 ihre Stimme per Briefwahl ab. 2017 waren es rund 20 Prozent aller wählenden Frauen und Männer.

Von Michèle Waßmann

Alle Hände voll zu tun hatten auch die Wahlhelfer des Sassenberger Briefwahlbezirks 2: 1383 rote und ab 18 Uhr ebenso viele blaue Briefumschläge mussten geöffnet werden. Foto: Michèle Waßmann

„Vorbereitung ist das halbe Leben“ sagt der Volksmund. Und alle, die im Sassenberger Rathaus in den vergangenen Wochen mit den Vorbereitung der Wahl und im speziellen mit der Briefwahl beschäftigt waren, haben diese Weisheit scheinbar bestens befolgt. So standen gestern um 15 Uhr die verschlossenen Urnen der drei Briefwahlbezirke bereit. In ihnen 3620 rote Umschläge, fein säuberlich mit Gummibändern zu 25er-Paketen gebündelt. Der größte Batzen fiel im Briefwahlbezirk 2 mit 1383 Umschlägen an. Parat lag für jeden Wahlhelfer ein eigenes Küchenmesser zum Aufschlitzen der Umschläge. Erfahrene Wahlhelfer brachten aber auch spezielle Brieföffner oder ihr bewährtes „Schweizer Messer“ mit.

Waren es zur Bundestagswahl 2017 nur zwei Briefwahlbezirke für die sieben Wahlbezirke Sassenbergs und Füchtorf, wurde für 2021 vorsorglich auf 13 Wahllokale und drei Briefwahlbezirke aufgestockt. Und nicht nur das. Zählten sonst 6er-Teams die Briefwahlumschläge aus, waren es gestern jeweils acht Männer und Frauen, die konzentriert ans Werk gingen. Das hat sich ausgezahlt. Denn so konnte der sprunghafte Anstieg von 2051 (2017) auf 3807 Briefwähler (2021) souverän bewältigt werden. Fix und fertig mit dem Auszählen waren die Sassenberger Wahlhelfer bereits um 20 Uhr als eine der allerersten Städte und Gemeinden im Münsterland.

Wahlberechtigt sind in Sassenberg und Füchtorf 10700 Bürger. Getoppt haben die gestern ihre gute Wahlbeteiligung von 77,4 Prozent in 2017 und erreichten stattliche 80 Prozent.

Schon nach den ersten 100 geöffneten Umschlägen scherzte eine Wahlhelferin nicht ganz unbegründet: „Morgen habe ich bestimmte einen Tennisarm vom Aufschlitzen.“ Neben dem Öffnen ist aber auch die Kontrolle der Unterlagen wichtig. Gültig waren die Stimmen nur, wenn die Umschläge verschlossen und die Versicherung an Eides statt, auch unterschrieben worden war. Ein weiterer typischer Fehler war, dass dieser weiße Zettel mit in den blauen Umschlag gelegt wurde, was das Ganze auch ungültig macht. Das alles war zwar auf der mitgelieferten Anleitung in Wort und Bild Schritt für Schritt erklärt, aber leider nicht immer beherzigt worden. Daher waren etliche Briefwahlen ungültig. Exakt 103 Stimmzettel konnten wegen unterschiedlichster Fehler nicht mit ins Gesamtergebnis einfließen.

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