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Ortsausschuss will Lösung für Gefahrenstelle an der Sassenberger Straße

Brücke bleibt auf der Agenda

Füchtorf

Die Rippelbäumer Brücke bietet keinen Schutz für Fahrradfahrer. Allerdings ist sie zu schmal, um einen sicheren Radweg zu installieren. Nun soll es einen Ortstermin mit der Straßenverkehrsbehörde geben.

Ulrike von Brevern

Die Verwaltung habe das Problem Rippelbäumer Brücke zu schnell zu den Akten legen wollen, lautete die Kritik im Ortsausschuss quer über Fraktionsgrenzen hinweg. Foto: Ulrike von Brevern

Für den Ortsausschuss Füchtorf ist das letzte Wort in Sachen Schutz von Fahrradfahrern an der Rippelbäumer Brücke noch nicht gesprochen. Damit widersprachen die frisch verpflichteten Mitglieder des Gremiums am Montagabend bei ihrer ersten Sitzung im Feuerwehrgerätehaus vehement der Verwaltung, die vorgeschlagen hatte, einen entsprechenden Antrag der CDU wegen mangelnder Eignung des Bauwerks nicht weiter zu verfolgen.

Derzeit endet der für beide Seiten zu nutzende Fahrradweg an der Sassenberger Straße ortsauswärts vor der Abzweigung Richtung B 475. Freizeitradler, Schülerverkehr und bald auch noch mehr Radler aus den neuentstehenden Baugebieten passieren hier ein Nadelöhr und müssen ortseinwärts an unübersichtlicher Stelle die Straße kreuzen.

Die Verwaltung legt ein einfaches Rechenexempel vor: Die Brücke ist neun Meter breit, davon sind sechs Meter als Fahrbahn nutzbar. Fahrradfahrerschutzstreifen auf beiden Seiten brauchen laut Vorschrift zusammen mindestens 2,50 Meter. Bleibt für die übrige Fahrbahn ein Meter weniger übrig als jene 4,50 Meter, die die entsprechende Richtlinie vorschreibt. Das Brückenbauwerk sei einfach nicht breit genug und damit der Antrag zurückzuweisen. Ungeachtet dieser Fakten begrüßten die Ausschussmitglieder den CDU-Vorschlag quer über Fraktionsgrenzen hinweg von „ausdrücklich“ bis „absolut“. Die Verwaltung habe ihn „zu schnell und zu einfach abgelehnt“ kritisierte der alte und neue Ausschussvorsitzende Franz-Josef Linnemann (FWG).

Stefan Wöstmann

„Der Radweg ist nur ein Teil des Verkehrsproblems, das wir hier haben“, machte FDP-Ratsmitglied Stefan Wöstmann das ganz große Fass auf. Weil es an dieser Stelle künftig noch „wesentlich mehr Verkehr“ geben werde als bereits jetzt, regte er ein Verkehrskonzept rund um die Brücke an. Dann könne hier möglicherweise eine „Ausfahrt Füchtorf Süd“ entstehen.

Die Ideensammlung der übrigen Fraktionen lief auf einen auch kurzfristig praktikabelen Kompromiss heraus. Die Sicherheit der Schulkinder, die hier ihren Bus erreichen, habe oberste Priorität betonte Klaudius Freiwald (SPD).

Georg Hartmann-Niemerg schlug in diesem Zusammenhang vor, den bestehenden Radweg durch auffällige Markierungen auf der Fahrbahn im Einmündungsbereich zumindest kenntlicher zu machen. Für die weitere Planung der Fahrradweg-Situation wünschte sich Thorsten Finke (CDU), die für Radler notwendige Querung der Straße an eine übersichtlichere Stelle zu verlegen. Die von der Verwaltung vorgesehenen beidseitigen Fahrradstreifen seien außerorts so gar nicht zugelassen, hatte Linnemann in Erfahrung gebracht. Er regte einen Vororttermin mit der Straßenverkehrsbehörde des Kreises an, um entsprechende fachliche Fragen noch einmal genauer klären.

Darum und um eine genauere Analyse der Verkehrsströme rund um die Brücke versprach Bürgermeister Josef Uphoff dann, sich zu kümmern. Ein Kompromiss, auf den sich der Ausschuss einstimmig einigte.

Begonnen hatte die Sitzung, die wegen der Schließung der Gaststätten ausnahmsweise im Feuerwehrgerätehaus stattfand, mit der Verpflichtung der 13 Mitglieder des Ausschusses und der Neuwahl der Vorsitzenden. Zu Linnemanns Stellvertreter wählten die Mitglieder in Abwesenheit Matthias Pries von der CDU.

Mit viel Applaus verabschiedeten die Kommunalpolitiker am Ende der Sitzung Bauamtsmitarbeiter Martin Tewes, der seit Einsetzung des Ausschusses vor über 20 Jahren das Protokoll geführt hatte und nun in Ruhestand geht.

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