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Harkotten: Breite Unterstützung für Restaurierung historischer Landkarte

Dachbodenfund erreicht Museum

Füchtorf

Eine handgezeichnete und -colorierte Karte aus dem Jahre 1805 hat Myriam Freifrau von Korff vor einigen Jahren auf dem Dachboden entdeckt. Mit Hilfe von Sponsoren konnte das historische Kunstwerk jetzt aufwendig restauriert an das Museum auf dem Herrenhaus übergeben werden.

Von Marion Bulla

Die kolorierte Landkarte von 1805 (oben) zeigt die Ländereien von Harkotten und das Dorf Füchtorf. Klaus Pontius vom Vorstand Förderverein Kultur & Schlösser (kl.Bild, r.) überreichte jetzt einen Scheck an Myriam Freifrau von Korff zur Restaurierung der Landkarte. Foto: privat

„Ich habe sofort gewusst, dass es ein wertvoller Fund ist“, sagt Myriam von Korff. 2014 hatte die Freifrau auf dem Dachboden zufällig eine historische Landkarte mit den damaligen Ländereien rund um das Haus Harkotten von P.E. Colsen entdeckt. Das 160 mal 230 Zentimeter große Relikt stammt aus dem Jahr 1805. Das war ein Jahr, bevor Haus Harkotten erstellt wurde. „Die Karte war von kleinen Krabbeltieren total zerfressen und auch die kostbare Seide, auf der das Papier geklebt ist, war komplett zerstört“, erzählt die Hausherrin weiter und fügt an, zunächst sei sie ob der doch ziemlich aufwendigen Restaurierung etwas zögerlich gewesen. Immerhin war sie mit 5000 Euro einfach sehr teuer. Doch die Karte gehöre ins Museum, das sei schnell klar gewesen.

Förderverein Kultur und Schlösser beteiligt sich

Umso mehr freue sie sich nun, dass der Förderkreis Kultur & Schlösser sowie die Freunde und Förderer des Denkmals Harkotten das Projekt finanziell unterstützten. Am Sonntag überreichte Klaus Pontius vom Vorstand des Förderkreises Kultur und und Schlösser symbolisch einen Scheck über die Fördersumme von 2000 Euro, der Rest kam vom Harkottener Förderverein. Es sei gar nicht so einfach gewesen, überhaupt an einen so großen Scheck zu kommen, denn es gebe ja keine mehr und so hätten auch die Banken solche Exemplare nicht mehr, scherzte Pontius bei der Übergabe. „Also mussten wir einen Versandhandel bemühen.“ Ferdinand Freiherr von Korff zeigte sich glücklich über die Spende: „Sie sind der Motor, der vieles bewegt. Vielen Dank für die Großzügigkeit.“

Seide wurde extra aus China besorgt

Mehrere Monate dauerte die Restaurierung der Karte im Atelier Lars Herzog Wodtke. Der Papierrestaurator hatte das wertvolle Exponat, das die Bezeichnung „Plan vom Hause Haerkotten und denen dazu gehörigen Ländereien“ trägt, gereinigt, Risse geschlossen, Fehlstellen ergänzt, kaschiert und retuschiert sowie den Plan gerahmt. Zuvor wurde extra Seide aus China bestellt, um den Urzustand zu gewährleisten.

Wodke ist nicht zum ersten Mal im Hause Harkotten tätig. Er hat bereits einige wertvolle Tapeten restauriert, die im Untergeschoss als große Rechtecke an einem der Fenster hinter einer hölzernen Klappe zu sehen sind.

Historischer Plan zeigt Ausdehnung des Harkottenschen Geländes

Die wertvolle alte Landkarte ist aus mehreren Bögen Büttenpapier zusammengesetzt, auf Gewebe kaschiert und mit blauem Seidenband gerändelt. Der Kartenmaler Colsen hatte sie handgezeichnet und koloriert. „Man sieht, wie groß das Harkottensche Gelände einst war. Dort wo heute die Fleischfabrik Stockmeyer steht, das gehörte damals noch dazu. Die B475 gab es noch nicht und auch der Ort Füchtorf ist mit nur wenigen Häusern sehr viel kleiner“, erörtert Agnes Boes, Geschäftsführerin des Harkottener Förderverein den Gästen.

Nun ist die historische Landkarte Ausstellungsstück und im Originalzustand der Öffentlichkeit zugänglich. Jeder Museumsbesucher kann das Exponat besichtigen. Es hängt in einem lichtgeschützten Raum im Erdgeschoss. Dem Förderverein Kultur & Schlösser liegt das Haus Harkotten am Herzen. So war er bereits finanziell an der Renovierung des gelben Kabinetts im Erdgeschoss beteiligt.

Es gibt noch mehr

Übrigens hat Myriam Freifrau von Korff auf dem Dachboden noch weitere Schätze entdeckt. Neben alten Uniformen fand sie noch alte Bilder, Fayencen, also eine spezielle alte Art der glasierten Keramik und antike Möbel. Das meiste davon befindet sich derzeit ebenfalls in der Restaurierung.

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