1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. „Das kann ich tun!“ - Verein „urgewald“ will die Finanzindustrie kohlefrei machen

  8. >

Kohle und Finanzen

„Das kann ich tun!“ - Verein „urgewald“ will die Finanzindustrie kohlefrei machen

Sassenberg

Jeder kann etwas für den Kohleausstieg tun, ist sich der Sassenberger Verein „urgewald“ sicher und stellt jetzt eine rund 100-seitige Broschüre rund um das Thema Kohle und Finanzen vor.

Von Michèle Waßmann

Agnes Dieckmann (l.) und Alina Hilzinger stellen die neue „urgewald“-Broschüre zum Thema Kohleausstieg vor. Foto: Michèle Waßmann

Die neue „urgewald“-Broschüre „Finance against Future - machen wir die Finanzwelt kohlefrei“ beantwortet auf über 100 Seiten nahezu alle Fragen rund um die Kohle und ihre Finanziers. Und obwohl die Bestandsaufnahme düster ausfällt, soll sie dazu motivieren, Druck auf die Finanzwelt auszuüben.

„Urgewald“ schützt Umwelt und Menschenrechte, indem der Verein den Geldströmen folgt. Im Vorwort der Studie heißt es dazu: „Was auch immer das Umweltproblem ist, jemand finanziert deren Verursachung. Diese Finanziers anzugehen ist ein machtvoller Hebel für Veränderungen.“

„Trotz Pariser Klimaabkommen ist die Kohleindustrie weltweit auf Expansionskurs, finanziert von öffentlichen wie privaten Banken, abgesichert durch Versicherungskonzerne“, beklagt Agnes Dieckmann, Verbraucher-Compaignerin bei „urgewald“ und zusammen mit ihren Kolleginnen Alina Hilzinger und Lydia Kroll verantwortlich für die Broschüre.

Die Frauen unterstreichen im Pressegespräch, dass jeder etwas tun kann für den Kohleausstieg. „Spätestens seit der Verabschiedung der Pariser Klimaziele ist es unsere Aufgabe, Finanzströme in klimafreundliche Bahnen zu lenken. Von den Sparkassen bis zur Weltbank fließen jedoch noch immer schwindelerregend hohe Summen in die Kohle. Diese Geld-Pipeline gilt es zu kappen. Dabei kann jede*r helfen: Kund*innen können ihre Bank auffordern, keine fossilen Unternehmen mehr zu finanzieren, Studierende ihre Uni, ihr Geld aus Kohle, Öl und Gas abzuziehen, Bürger*innen ihre Kommune. Stiftungen können sich pariskompatibel aufstellen, Finanzverwalter*innen fossile Unternehmen aus ihren Portfolios streichen“, betont Dieckmann.

Divestment, also der fossilen Industrie Kapital zu entziehen, bezeichnet „urgewald“ in der Broschüre als „eines der schärfsten Schwerter im Kampf gegen Klimakrise und Menschenrechtsverstöße.“

Die Broschüre kann im Büro vor Ort abgeholt oder bestellt werden. Klimafreundlicher ist jedoch der Download über die Homepage unter dem Stichwort Publikationen. Dort findet sich auch noch viel mehr Informationen über den Verein, der seinen Sitz in Sassenberg hat und zusammen mit dem Standort Berlin über rund 40 Mitarbeitende verfügt.

Startseite