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Student Bruno Weitkamp sieht viel Potenzial

Den Füchtorfer Ortskern aufwerten

Füchtorf

Ein Architekturstudent macht sich im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit Gedanken über die Zukunft – und vor allem Aufwertung – des Füchtorfer Ortskerns.

Bruno Weitkamp (oben links) möchte im Rahmen seiner Bachelorarbeit Input von den Füchtorfern zur Wiederbelebung des Stadtkerns haben. Foto: Rebecca Lek

Genau zwischen Osnabrück, Bielefeld und Münster sitzt das Spargeldorf Füchtorf. Für Arbeitnehmer somit der ideale Punkt zum Pendeln. Gleichzeitig ein sehr aktives Vereinsleben, was dazu einlädt, sich in der Gemeinschaft zu engagieren und dafür sorgt, dass man schnell im Dorf integriert ist.

Dennoch liegt der Ortskern am „Tie“ brach. Die Gebäude stehen teilweise seit mehreren Jahren leer und vermodern. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit möchte Bruno Weitkamp einen theoretischen Ansatz geben, um genau diesen zentralen Platz architektonisch aufzuwerten und wieder mit Leben zu füllen. „Was maße ich mir eigentlich an, am Schreibtisch Ideen zu entwickeln?“, meinte der 22-Jährige und suchte daher Füchtorf auf.

Durch Zufall geriet er direkt an CDU-Politiker Dirk Schöne, der ihm half eine offene Gesprächsrunde zu organisieren. Die Füchtorfer waren dazu eingeladen, mit dem Architekturstudenten ins Gespräch zu kommen und ihm Ideen und Anregungen mit auf den Weg zu geben. Die rund 20 Anwohner nutzten aber auch die Chance, um sich etwas Luft zu machen. Denn gerade das alte Gasthaus „Zur Linde“ verwildert immer mehr. Mehrere Ansätze verfolgten die Füchtorfer bereits, scheiterten aber immer an der Besitzerin. „Ob die wohl neben so etwas wohnen möchte?“ war die große Frage.

Weitkamp bezieht nicht nur das ehemalige Gasthaus in seine Überlegungen ein, sondern auch die gegenüberliegende Scheune und das Gebäude am Tie 10. Während er sich Gedanken über ein Co-Working-Space gemacht hat, winken da die Anwohner ab. „Ich glaube das wäre nichts für Füchtorf“, meint Denise Freiwald. Bezahlbaren Wohnraum fänd sie insbesondere wichtig.

„Da blutet das Herz“

„Es gibt unglaublich viele Einfamilienhäuser und große Wohnungen. Aber nichts für Singles und Studenten“, so Freiwald. Die Studentin möchte, ähnlich wie viele Altergenossen, im Dorf leben bleiben. „Ich finde das wundervoll. Leider denken viele einfach, dass es immer so war und man nichts machen muss“, bedauert die 23-Jährige. Was die junge Generation besonders vermisst, ist ein Biergarten, denn um was zu unternehmen, müsse immer jemand fahren.

Etwas, was auch Sandra Niemerg versteht. „Ich kenne die Linde noch offen. Gerade Karneval war da was los. Das alles jetzt so zu sehen. Da blutet das Herz.“

Mit neuem Input kann Weitkamp nun weitere Überlegungen für die Bachelorarbeit anstellen. Die Dorfbewohner hoffen vor allem darauf, dass aus dem theoretischen Ansatz auch etwas in die Tat umgesetzt wird.

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