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Stadtprojekt Sassenberg

Der reiche arme Verein

Sassenberg

Bald ist das Zollhaus betriebsbereit. Der Trägerverein schaute zufrieden auf die Arbeit zurück.

Von Christopher Irmler

Dr. Fred Kaspar, Carsten Walther, Carola Weißenfeld, Josef Lutterbeck, Martina Degen, Dr. Ansgar Russell, Rolf Hartmann und Laurenz Sandmann (v.l.). Es fehlt Ludger Hölling. Foto: Christopher Irmler

Das Projekt Zollhaus biegt auf die Zielgerade ein. Noch in diesem Jahr soll das von der Volksbank gestiftete große Tor (die WN berichteten) fertiggestellt werden, gleiches gilt für die Arbeiten rund um die Elektrik.

Allein im vergangenen halben Jahr seien viele Arbeiten erledigt worden, blickte Josef Lutterbeck, seit Donnerstag neuer erster Vorsitzender, im Rahmen der jüngsten Mitgliederversammlung zurück. Es sei eine Frage von wenigen Monaten, bis alle Arbeiten abgeschlossen seien. Schon bald beginne eine neue Phase, in der das Zollhaus mit Leben gefüllt werden müsse. Dem pflichtete auch Laurenz Sandmann, Schriftführer und Bauleiter, bei. Er freute sich über zahlreiche Sachspenden wie Mobiliar aus dem Jahr 1900. Man habe dank dieser Spenden großes Glück gehabt, werde jedoch auch moderne Elemente integrieren. „Da wird sich manches Museum die Augen reiben, was hier in Sassenberg entstanden ist. Das wird ein Highlight – auch für die Region.“

Laurenz Sandmann

Sandmann kündigte im Verlauf des Abends an, den Bereich der Bauleitung „sauber zuende zu führen“, aufgrund seines Engagements an anderer Stelle jedoch nicht erneut als Schriftführer zu kandidieren. Seine Nachfolge tritt Dr. Fred Kaspar an. Dieser beschäftigte sich bereits in den 1990ern beruflich mit der Immobilie – und hatte einst ein Gutachten erstellt, in dem er die Ablehnung eines Abrissantrags empfahl.

Zu den Pionieren und prägenden Köpfen des Vereins Stadtprojekt gehört Dr. Elisabeth Baxhenrich-Hartmann, die sich 16 Jahre lang als erste Vorsitzende für das Zollhaus engagierte, sich nun jedoch nicht erneut zur Wahl stellte. Man befinde sich nach einigen Umwegen und hochkomplexen Fragen – gemeint waren wohl beispielsweise das Ineinklangbringen von Denkmal- und Brandschutz sowie Barrierefreiheit – nun in einer entscheidenden Phase. „Wenn man zurückschaut, ist es eine Erfolgsgeschichte geworden“, blickte die promovierte Kunsthistorikerin zurück. Gemeinsam habe man Sassenberger Kultur- und Architekturgeschichte gerettet. Sie sprach von einem kollektiven Erfolg, an dem viele Helfer ihren Anteil hätten. Beispielhaft erinnerte sie an die zahlreichen Kuchenspenden, die stets eine wichtige Einnahmequelle gewesen seien.

Christa Rixrath an Ehrenvorsitzende Dr. Elisabeth Baxhenrich-Hartmann

Nun stellten sich neue Aufgaben – besonders die der künftigen Nutzung. Die Vereinsmitglieder honorierten ihren jahrelangen Einsatz mit langanhaltendem Beifall. „Es war uns immer eine Freude, mit Dir zusammen zu arbeiten“, betonte Christa Rixrath, ebenfalls seit vielen Jahren im Verein aktiv. Sichtlich bewegt nahm sie die Ehrenvorsitz-Urkunde entgegen.

Die zentrale Frage der Nutzung würde auch eine andere Vorstandsarbeit erfordern, so Lutterbeck,der von der Versammlung einstimmig zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Er beschrieb die bisherige finanzielle Situation des Vereins. „Wir sind ein reicher Verein, weil wir ein Haus besitzen. Wir sind ein armer Verein, weil alles sofort wieder investiert wird.“ Im Vereinsbeirat wird künftig zusätzlich je ein Vertreter aus Heimat- und Kulturverein sowie der Tourismusgemeinschaft vertreten sein.

Steuerbüro zur Unterstützung in Übergangsphase

Gemeinsam sollen Fragen der künftigen Nutzung und denkbarer Aktionen besprochen werden. Schließlich müsse sich das Haus gewissermaßen Geld erwirtschaften, um sich finanziell zu tragen. Um in dieser herausfordernden Lage keine Fehler zu begehen, kontaktierte der Vorstand ein Steuerbüro, welches in der Übergangsphase die Buchführung übernehmen wird, erläuterte Lutterbeck.

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