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Zweiter Träger des Heimatpreises 2020

Die Meisten bleiben wirklich lange

Sassenberg

Klar heißt sie Landjugend. Aber die meisten Mitglieder des 2. Heimatpreisträgers stammen gar nicht vom Land.

Christopher Irmler

Die KLJB – hier bei der Abrissparty im alten Pfarrheim 2016 – ist ein wichtiger lokaler Akteur im s Foto: Christopher Irmler

Erstmals sollte in diesem Jahr der Heimatpreis der Stadt Sassenberg verliehen werden (die WN berichteten). In einer Serie stellen die Westfälischen Nachrichten die Preisträger vor, die eigentlich am 21. Dezember im Rathaus geehrt werden sollten. Auch dieses junge Format fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. In dieser Ausgabe geht es um die KLJB Sassenberg-Dackmar, die den zweiten Platz belegte.

Die KLJB Sassenberg-Dackmar ist eine vergleichsweise junge Gruppierung im Sassenberger Vereinswesen. Ab 1988 etablierte sich der Zusammenschluss von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Hesselstadt; aktuell zählen die Verantwortlichen rund 100 Mitglieder. Und das ist kein Zufall, wie im Gespräch mit vier führenden Köpfen der KLJB schnell klar wird.

Aktuell rund 100 Mitglieder

Jahr für Jahr kommen 15 bis 20 „Neue“ dazu. Manche springen schnell wieder ab, andere stehen lange hinter der KLJB. „Die, die bleiben, bleiben auch wirklich lange“, betont Henning Kunstleve. Dennoch dürfe der Begriff nicht täuschen: Zwar kommen noch viele Jugendliche von den Höfen der Bauerschaften, das Gros sind jedoch Sassenberger „Stadtkinder“. Und was macht den Reiz der Organisation aus? „Man bekommt viel von den älteren Geschwistern oder den Eltern mit. Die erzählen dann, was für Aktionen angeboten werden“, erklärt Annika Bröckers. „Je kleiner der Ort, desto mehr Leute gehen in die Landjugend“, pflichtet Sophia Ostkamp auch mit Blick auf die Nachbarorte bei.

Sophia Ostkamp

Die Antworten auf Fragen nach Traditionen können im Fall der KLJB sehr unterschiedlich ausfallen. „Wir haben mal alte Programmhefte gefunden“, berichtet Carina Zumbrink. „Da wurde dann sonntags zum gemeinsamen Radfahren und Kaffeetrinken eingeladen.“ Das Fundstück über die Freizeitaktivitäten von einst sorgte für Schmunzeln bei den Aktiven im Jahr 2020. Und dennoch seien die Werte von „damals“ noch heute von Bedeutung. „Das Zusammensein steht im Vordergrund, alle sind in etwa in einem Alter. Da gibt es dann viele Schnittmengen bei den Interessen. Und das ist eben das Schöne an der Landjugend“, findet Henning Kunstleve.

Das Zusammensein steht im Vordergrund

Diese Geselligkeit wird in Nicht-Corona-Zeiten nach wie vor gelebt. Beim Tannenbaumsammeln, beim Osterfeuer, bei der Altkleider-, Holz- und Papiersammelaktionen, bei der Kinderbetreuung im Rahmen der Pfingstmusikschau oder bei der Organisation der Party am Vorabend des Schützenfests im Brook: Die KLJB Sassenberg-Dackmar ist im gesamten Jahr aktiv.

Ein wenig Hoffnung haben die Aktiven, zumindest die Tannenbaumaktion auch in diesen so schwierigen Zeiten durchführen zu können. Und wenn sich der Alltag nach und nach wieder normalisiert hat, dürfte auch die Preisverleihung gebührend nachgeholt werden.

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