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Der Füchtorfer Künstler Pierre Musa startet Benefizaktion

Die Power, etwas zu bewegen

FüCHTORf

Über seine fotorealistischen Zeichnungen ist der Füchtorfer Pierre Musa in Kontakt mit dem Topmodel Naomi Campbell gekommen. Nun hat er eine eigene Kampagne ins Leben gerufen, um die Wohltätigkeitsorganisation des Weltstars mit seiner Kunst zu unterstützen.

Ulrike von Brevern

Mit unendlicher Geduld arbeitet sich Pierre Musa mit dem Zeichenstift von Pore zu Pore vor. Foto:

„Alles fängt mit einem Strich an!“ Das gilt bei Pierre Musa für seine fotorealistischen Bilder, die in stundenlanger Feinarbeit entstehen, genauso wie für so manche andere seiner Aktivitäten. Der junge Füchtorfer Künstler war über seine Zeichnungen, die er auch auf Instagram postet, im vergangenen Jahr in Kontakt mit dem Topmodel Naomi Campbell gekommen (die WN berichteten). Für ihn eine immer noch kaum fassbare Ehre. Jetzt hat er eine ganz eigene Kampagne ins Leben gerufen, um die Wohltätigkeitsorganisation des Weltstars mit seiner Kunst zu unterstützen.

Zunächst hat dem jungen Mann, der eigentlich in Edinburgh studiert, die Corona-Pandemie allerdings einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch den Instagram-Kontakt mit dem Topmodel war er in Berührung mit dessen Wohltätigkeitsveranstaltungen unter dem Titel „Fashion For Relief“ (FFR) gekommen. Mit diesen Shows sammelt Campbell Geld für humanitäre Zwecke. „Wäre Corona nicht gewesen, wäre ich bei verschiedenen Events dabeigewesen“, bedauert der Füchtorfer den verpatzten Einstieg in eine extravagante Welt. Doch nicht lange. Stattdessen setzte er sich wieder an den Zeichentisch.

Der stand dann allerdings nicht mehr in Edinburgh. „Das Leben dort ist unfassbar teuer“, erzählt der Füchtorfer. Und da auch seine Uni die Lehre ins Netz verlegte, kehrte er ins heimische Dorf zurück, bis er nun auf die Kanaren gewechselt ist. Er habe Freunde dort, berichtet er via Videokonferenz, die den Blick in ein karg eingerichtetes Zimmer frei gibt. Es lebe sich günstig dort, sagt er, und so tauscht er gerne Novembernebel gegen 25 Grad, Sonne und Strandleben. Ein bisschen exzentrisch vielleicht, aber keinesfalls extravagant, beteuert der Füchtorfer. Er müsse haushalten, denn seine Kunst sei teuer: „Wer hochwertig verkaufen will, muss hochwertige Materialien einsetzen!“ Und gute Preise will er mit dem Verkauf seiner Werke unbedingt erzielen. Nicht nur wegen des Selbstwertes: „Ein Bild sollte schon so viel bringen, dass ich den Mindestlohn für die Arbeitszeit einsetzen könnte!“ Besonders aber geht es ihm um den Zweck, für den er verkauft, denn das Geld spendet der Künstler.

Jetzt hat er im Internet eine Art Lotterie eröffnet, in der seine jüngste Zeichnung von Naomi Campbell den Hauptpreis darstellt. Zudem verlost er Drucke des Werkes und einen besonderen Bildband. Für jeweils ein gespendetes britisches Pfund erhält der Geber ein Los für die Lotterie, erklärt Musa. Anfang Dezember hat der Füchtorfer den Wettbewerb, der über einen Link auf seiner Internetseite www.pierremusa.com erreichbar ist, gestartet. Binnen weniger Tage war mehr als die Hälfte des zunächst anvisierten Ziels in Höhe von 1 000 Pfund zusammengekommen. Die Lotterie läuft noch ein Jahr.

Mindestens hundert Stunden hat der Student an dem Porträt gesessen, das den Kern seiner Wohltätigkeitsidee bildet, hat sich geduldig Strich für Strich, „Pore für Pore“ vorgearbeitet, wie er ergänzt. Wenn er dann so ins Philosophieren kommt, fällt ihm schnell eine Parallele zur Spendenaktion ein : „Das ist wie mit den Pinselstrichen: Wenn viele zusammenkommen, haben wir die Power, etwas zu bewegen.“

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