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Tourismusstudie des Münsterland e.V.

Drei Minuten für gute Radrouten

Füchtorf

Was genau wünschen sich Fahrradtouristen eigentlich? Um dieser Frage auf die Spur zu kommen, befragten Philipp Knubben und Maria Kuhlmann im Auftrag der Regionalmarketingagentur Münsterland e.V. einen Tag lang alle Radler, die auf der 100-Schlösser-Route den Füchtorfer Schützenplatz passierten.

Von Ulrike von Brevern

Philipp Knubben im Gespräch mit Touristin Petra Harms über ihre Erfahrungen mit dem Radtourismus Foto: Ulrike von Brevern

Eberhard Harms scharrt mit den Hufen. Es könnte jetzt weitergehen mit der E-Bike-Tour entlang der 100-Schlösser-Route. Doch noch ist Begleiterin Petra Harms ins Gespräch mit Philipp Knubben vertieft. Für den Interviewer der Regionalmarketingagentur „Münsterland e.V.“ bildet das Paar aus dem Sauerländischen Neuenrade an diesem Tag, der etwas schleppend angelaufen ist, genau den dritten Gesprächspartner.

Großangelegte Studie

Durch eine großangelegte Studie versucht Münsterland e.V. in diesem Jahr erstmals herauszufinden, was Radtouristen im Münsterland wirklich wollen. Deshalb steht schon seit Monaten am Radweg vom Füchtorfer Schützenplatz in Richtung Haus Harkotten eine automatische Zählanlage, die jeden Radler registriert (die WN berichteten). Am Dienstag kam nun noch die erste von zwei Gästebefragungen hinzu. Die zweite folgt am 20. August.

Maria Kuhlmann zeigt Routenbeschreibungen und Give-aways für besonders engagierte Befragte. Foto: Ulrike von Brevern

Philipp Knubben und seine Kollegin Maria Kuhlmann haben insgesamt rund 90 Fragen im Köcher, die allerdings nicht alle jedem gestellt werden. Meist dauern die Interviews nur zwei, drei Minuten. Zwei Zielgruppen interessieren die Touristikfachleute besonders, erläutert Hans-Joachim Gerdemann von Münsterland e.V.: echte Radreisende und Freizeitradler aus der Region. Letztere geben zur Infrastruktur, zu Orientierungsmöglichkeiten und Streckenführung Auskunft, bei ersteren kommen Unterbringung und gastronomische Wünsche hinzu. Der Fragebogen ist dynamisch angelegt, erläutert Knubben, so dass jeder nur die Fragen bekomme, die zu ihm passen.

Guter Service auf dem Campingplatz

Das Paar aus Neuenrade ist auf dem Campingplatz Heidewald in Sassenberg untergekommen, hat dort die Karte mit der 100-Schlösser-Route erhalten und ist bisher glücklich mit der Tour. Noch glücklicher wäre es gewesen, wenn die Touristinformation im Rathaus bereits am Sonntag offen gehabt hätte, aber der Service des Campingplatzes war gut und ins Rathaus gehen sie dann eben an einem anderen Tag. Sie haben Urlaub.

An der Online-Befragung kann jeder teilnehmen

Als Dank erhalten die auskunftsfreudigen Sauerländer von Kuhlmann noch eins der Mitgebsel, die für solche Zwecke hübsch auf den Markenzeichen des Münsterland e.V., zwei einladenden Liegestühlen in Miniformat, ausgestellt sind. Hier greift auch Knubben zu, denn die nächsten möglichen Gesprächspartner haben keine Zeit. Er gibt ihnen eine Karte mit QR-Code zur Online-Befragung mit. Allerdings sei der Rücklauf bei der persönlichen Befragung besser, sagt er. Das bestätigt Gerdemann: „Online haben wir 500 Rückmeldungen aus dem ganzen Münsterland, das könnte besser sein.“ Dabei kann sich daran jeder beteiligen.

Manche Passanten am Füchtorfer Schützenplatz winken dankend ab, etwa das Paar aus Belgien. Doch jetzt gegen Mittag bekommen die beiden Interviewer langsam mehr zu tun. Das Ergebnis der Studie, die rund 90.000 Euro kostet, soll Ende des Jahres vorliegen. Bis dahin hält sich Gerdemann mit „Wasserstandsmeldungen“ gerne zurück. Nur so viel: „Über die neue Knotenpunktbeschilderung für die Radrouten haben sich viele sehr positiv geäußert.“

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