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Norbert Meinersmann wünscht sich mehr Rettungsteams für die Region

Drohnen-Enthusiasten gesucht

Sassenberg

Norbert Meinersmann hätte gerne Unterstützung bei der Rettung der Rehkitze. Er würde sich freuen, wenn möglichst viele sich eine Drohne kaufen und helfen würden.

Von Ulrike von Brevern

Norbert Willi Schubert, Kevin Meinersmann und Felix Dunker, dazu zwei Drohnen und 12 Funkgeräte. Foto:

„Es geht nicht darum, wie viele Kitze wir retten, sondern darum, die Felder sauber zu machen“, beantwortet Norbert Meinersmann schon fast entrüstet die Frage nach Vergleichszahlen zum Vorjahr. In diesem Jahr hat er mit seiner Drohnenausstattung 82 Rehkitze gerettet. Punkt. 82 Jungtiere, die durch Mähmaschinen weder verstümmelt noch getötet wurden. Das zählt für ihn. Und genau dafür sucht er händeringend nach weiteren Enthusiasten. „Ich bin froh über jeden, der sich eine Drohne kauft“, weist er jeden Konkurrenzgedanken weit von sich. Und ein wenig klingt trotz der enormen Energie, die der ehrenamtliche Kitzretter ausstrahlt, wenn es um sein Herzensthema geht, auch ein wenig Erschöpfung mit. Genau jetzt sei der richtige Zeitpunkt anzufangen, ermuntert er alle, die schon einmal darüber nachgedacht haben, selbst bei der Rehkitzrettung einzusteigen. „Mit so einer Drohne muss man üben, da fliegst du nicht einfach so los“, ist sein wichtigstes Argument. 200 bis 300 Flugstunden sollten es seiner Ansicht nach schon sein. Und dann sind da auch noch lange Lieferzeiten, hat man sich einmal für ein Modell entschieden, und möglicherweise muss auch zunächst noch der Drohnenführerschein abgelegt werden. Reichlich Vorlaufzeit ist also nötig, wenn zu Beginn der kurzen Saison – je nach Witterung etwa Anfang Mai – weitere hilfreiche Hände zur Verfügung stehen sollen.

Norbert Meinersmann

Ganz billig ist das Hobby nicht: Zwischen 6 000 und 10 000 Euro koste ein vernünftiges „Starterkit“ mit Drohne, Kamera und all der übrigen Ausstattung, die nötig ist, schätzt Meinersmann. In diesem Jahr wurde die Anschaffung sogar mit bis zu 4 000 Euro gefördert, das entsprechende Bundesprogramm ist jedoch zunächst zum 1. September beendet worden.

Meinersmann juckt es selbst in den Fingern, sich eine neue Drohne zu kaufen, doch seine Ausstattung ist inzwischen fast perfekt. Einzig, dass das gut zwei Jahre alte Fluggerät mit rund sechs Kilo Gewicht deutlich schwerer ist als aktuelle Modelle. In diesem Jahr hat er noch einmal rund 4 000 Euro in die Funkausstattung seiner Helfer gesteckt – ganz professionell mit Schultermikro und Gerät am Gürtel können die sich nun verständigen. Dass die Kommunikation klappt, sei extrem wichtig, weiß Meinersmann inzwischen.

Sein Rettungstrupp hat in diesem Jahr einige Verstärkung erhalten. Dr. Jürgen Jakoby und Willi Schubert sind fest dazu gestoßen, rund 50 weitere Helfer haben das Team zeitweise unterstützt. Die Saison war durch das schlechte Wetter Anfang Juni kürzer als in anderen Jahren. Kaum war dann wieder Mähwetter, konnte sich Meinersmann allerdings vor Nachfragen kaum noch retten. Ein gutes Argument für weitere Drohnenteams in der Region, meint er.

800 Hektar Felder hat sein Team in diesem Jahr „leergeräumt“ – neben Rehkitzen retten die Helfer auch Hasen, sowie Fasanen- und Brachvogelgelege. Das sei wichtig betont Meinersmann. Tiere litten heute nicht nur unter dem Klimawandel, sie litten auch unter dem immer kleiner werdenden Lebensraum. „Tiere haben keine Chance, die sind die letzten in der Kette“, appelliert er für mehr Rücksicht.

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