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Duschen „rettet“ harte Printen

Familie Schulze Zumloh baut ihr eigenes individuelles Knusperhäuschen

Sassenberg

Gaby und Gregor Haverkamp entwickelten im vorigen Jahr spontan ein Hexenhaus to go und setzten auch 2021 auf den leckeren Bausatz. 100 Stück wurden am Lappenbrink in Sassenberg abgeholt, auch von Familie Schulze Zumloh.

Von Michèle Waßmann

Teamarbeit: Daniel, Anna, Mia und Franziska Foto: Michèle Waßmann

Viele Familien haben in der Adventszeit bestimmte Rituale. Bei einigen kommen traditionell ausschließlich rote Kerzen und Schleifen auf den Adventskranz und andere setzen auf gemeinsames Plätzchenbacken – immer die selben bewährten Sorten – versteht sich. Für viele Sassenberger gehört seit mehr als 20 Jahren ein Besuch in der Haverkampschen Backstube dazu. In größeren Gruppen wurden da in Spitzenzeiten schon mal bis zu 150 Hexenhäuschen zusammengesetzt und individuell verziert. Doch Corona machte auch dieser liebgewonnenen Tradition einen Strich durch die Rechnung.

Anna Schulze Zumloh (3 Jahre)

Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Und so entwickelten Gaby und Gregor Haverkamp im vorigen Jahr spontan ein Hexenhaus to go. Und der Pandemie geschuldet, gab es auch 2021 wieder keine leuchtenden Kinderaugen in der Backstube am Lappenbrink. Dafür aber in rund 100 Küchen der Hesselstadt.

Auf jeden Fall bei Familie Schulze Zumloh. Anna und Mia konnten es kaum abwarten mit ihren Eltern Daniel und Franziska ihr ganz persönliches Hexenhaus zu bauen und natürlich zu verzieren. Dabei hatten alle vier sichtlich Spaß. Im Vorjahr wurde noch ein Video zurate gezogen, das immer noch auf der Haverkamp-Homepage aufgerufen werden kann, mit Tipps und Kniffen für den perfekten Aufbau und vor allem die richtige Reihenfolge.

„Wo ist die böse Hexe“, wollte die dreijährige Anna noch vor Beginn der „Bauarbeiten“ unbedingt wissen und machte sich in der Kuchenschachtel auf die Suche. Fein säuberlich in einem Tütchen verpackt schlummerte darin die Hexe und auch der schwarze Kater, der bei Schulze Zumlohs an den Schornstein gehört, war dabei. Die bunten Süßigkeiten fallen auch Schwesterchen Mia sofort ins Auge. Und als das Haus stand, klebte die Einjährige mit Hilfe von Mutter Franziska das erste Weingummi auf das Dach.

Doch von vorne: Schon routiniert legt Vater Daniel die Platten auf den Küchentresen, um sie dann ebenso flux wie gekonnt mit dem mitgelieferten Zuckerkleber zu verbinden. Die Haverkamp-Mischung im praktischen Spritzbeutel hält, schmeckt und härtet perfekt aus.

Daniel Schulze Zumloh

Den Schornstein bildet ein Waffelröllchen und aus einem Schokoladenkranz mit bunten Zuckerperlen wird im Handumdrehen ein perfektes rundes Fenster. In bestem Teamwork kleben Anna und ihr Vater die bunten Süßigkeiten an, von denen die Dreijährige bis Weihnachten täglich ein Stückchen wieder plündern darf.

Überhaupt ist das komplette Knusperhäuschen essbar. Die Wände, das Dach, die Tür und auch die stattliche Tanne wurden aus hauseigenem Printenteig hergestellt. „Voriges Jahr haben wir etwas spät mit dem Reste-Essen begonnen und sind an den harten Stücken gescheitert“, erinnert sich Franziska Schulze Zumloh schmunzelnd. Vielleicht helfen ihr für die nach Weihnachten anstehende „Abrissparty“ die Tipps von Gaby Haverkamp. Die rät gerade Familien, das ausgediente Häuschen ins Badezimmer zu stellen. Spätestens wenn alle nacheinander geduscht hätten, sei ausreichend Feuchtigkeit in die XXL-Printen gezogen, und hätten diese wieder weich und saftig gemacht. Wem das nicht geheuer ist, dem rät sie, die Knusperhäuschen-Bauteile ein bis zwei Tage mit einem geschälten Apfel in einen Tuppertopf in den Kühlschrank zu legen – auch dann werden die Platten wieder lecker weich. Versierte Naschkatzen schmelzen Schokolade und tauchen dann Streifen für Streifen in die süße Flüssigkeit. Daraus lässt sich sicher auch eine ebenso schöne wie leckere Tradition entwickeln.

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