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Ehrenamtliche Fahrer gesucht

E-Rollstuhl-Rikscha macht Senioren im Altenzentrum mobil

Sassenberg

Die Rollstuhl-Rikscha hat das Altenzentrum St. Josef im Rahmen eines Projektes von „8Plus-Vital.NRW im Kreis Warendorf“ erhalten. Ziel dieses Projektes ist, Menschen, die nicht (mehr) selbst radeln können, die Möglichkeit zu geben, die Region fahrradfahrend zu erkunden.

Von uvb

Frauke Kuhlman (l) und Delia Felke (r.) schieben den Rollstuhl mit Elisabeth Deitert sicher auf die Rampe. Ohne Helm geht nichts, erklärt Felke der Seniorin Martina Niebur vor der Fahrt und hilft beim Aufsetzen. Foto: Ulrike von Brevern

Die Senioren im Altenzentrum St. Josef sind ungewöhnlich mobil geworden: Elisabeth Deitert schwärmt davon, wie sie mit dem Fahrrad zum ersten Mal seit langem wieder quer durch die Stadt gefahren ist, den Brook durchquert hat und sogar bis zur Greffener Straße kam. Die alte Dame sitzt im Rollstuhl und fährt natürlich nicht selbst. Seit einigen Tagen allerdings dreht Delia Felke vom Sozialen Dienst des Hauses die ersten Touren mit einem neu erstanden E-Rollstuhlfahrrad. „Wunderbar, ich fahre immer wieder mit!“, freut sich Seniorin Deitert über das neue Angebot, mit der sie wieder mehr von ihrem Heimatort zu sehen bekommt.

Die Rollstuhl-Rikscha hat das Seniorenzentrum im Rahmen eines Projektes von „8Plus-Vital.NRW im Kreis Warendorf“ erhalten. Ziel dieses Projektes ist, Menschen, die nicht (mehr) selbst radeln können, die Möglichkeit zu geben, die Region fahrradfahrend zu erkunden. Bewusst habe sich das Altenzentrum anders als andere Nutznießer des Projekts nicht für eine herkömmliche Rikscha entschieden, in der auch zwei Personen Platz finden, sondern für die Rollstuhlvariante, berichtet Delia Felke. Viele der Bewohner säßen eben im Rollstuhl und wer noch laufen könne, könne sich für die Fahrt auch einfach mal in einen Rollstuhl setzen. So sei der Kreis derjenigen, die das Gefährt benutzen können, am weitesten.

Im Projektpaket dabei war die Schulung der Verantwortlichen, denn um die Fahrt sicher zu machen, ist einiges zu beachten. Bis Elisabeth Deitert mit ihrem Rollstuhl auf der Fahrradrikscha befestigt ist, dauert es schon etwas: „Erst muss die Sicherung raus, dann die Bremse los und erst dann können wir die Rampe schräg absenken“, demonstriert Felke den ersten Schritt. Anschließend schiebt sie mit Kollegin Frauke Kuhlmann den Rolli rückwärts nach oben und stellt die Rampe wieder gerade. Einige Seniorinnen nebenan beobachten das Prozedere skeptisch. Dann allerdings geht es erst so richtig los: Mit insgesamt fünf Sicherheitsgurten werden Rollstuhl und Insassin auf der Plattform fixiert. „Das ist immer mit etwas Aufwand verbunden, aber es lohnt sich!“, versichert Felke. Dann noch den Helm auf den Kopf – „Safety first!“, ermuntert Felke – und schon kanns losgehen.

Auch an das Fahrverhalten müsse man sich gewöhnen, gibt die bereits etwas erfahrene Fahrerin zu. Anstrengend sei nicht, aber es gelte, sehr geruhsam zu fahren. Jede Lenkerbewegung überträgt sich direkt auf die Plattform mit dem Gast. Auch Sassenbergs schmale Fahrradwege seien nicht so ganz ohne. Andererseits: Auf der Straße nehme man viel Raum ein, denn die Räder dürften auf keinen Fall in die Gosse geraten. Ein Vorteil des Gefährts: Es hat einen Rückwärtsgang. Damit ist ein Wendekreis gar kein Problem. Nicht nur die Gäste die mitgefahren sind, auch Felke ist rundum begeistert.

Das Altenzentrum sucht jetzt noch ehrenamtliche Fahrer für das neue Gefährt. Wegen des Aufwands sei jeweils so etwa eine Stunde Fahrt schon sinnvoll, sagt Felke. Eine Schulung sei wie die Versicherung bei diesem Ehrenamt inklusive. Interessenten können sich direkt im Altenzentrum melden,

 0 25 83 93 13 0.

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