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Sekundarschule feiert klassenweise Entlassung

Ein „einzigartiger“ Jahrgang geht

Sassenberg

111 Schülerinnen und Schüler haben ihren Abschluss an der Sekundarschule geschafft. Sie wurden klassenweise verabschiedet, zwei Klassen am Donnerstag und zwei am Freitag. Da neben den Eltern keine weiteren Gäste zugelassen waren, fanden die Abschlussschüler zahlreiche Grußworte in ihrer Zeugnismappe.

Von Ulrike von Brevernund

Die Rose in der Hand durfte bei den Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a nicht fehlen. Foto: Ulrike von Brevern

„Ihr seid einzigartig und ‚mit Abstand die Besten‘“, schickte Schulleiterin Elisabeth Suer ihrer Festrede emotional voraus und erntete dafür vom Publikum in der kleinen Herxfeldhalle spontan Applaus. Am Donnerstagnachmittag erhielten die ersten beiden von insgesamt vier Abschlussklassen der Sekundarschule in jeweils eigenen Festveranstaltungen ihre Abschlusszeugnisse. „Wir hatten einen Plan A und einen Plan B“, verriet Suer vor der Veranstaltung, deren Vorbereitung durch die wechselnde Pandemielage erschwert wurde. Allerdings hätten sich am Ende trotz gelockerte Regeln auch die Schüler selbst entschieden, statt in einer größeren Schulveranstaltung ihre Zeugnisse lieber im kleinen, herzlich gestalteten Klassenrahmen in Empfang zu nehmen. Hier konnte jede Klasse in ihren ganz eigenen Erinnerungen schwelgen.

Von den 111 Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs erhielten 61 Prozent den Mittleren Abschluss und 38 Prozent den Mittleren Abschluss mit Qualifikation. 30 von ihnen werden in den kommenden Wochen eine Ausbildung antreten, 61 haben sich für das Berufskolleg angemeldet und 20 wollen den gymnasialen Weg beschreiten, erläuterte die Schulleiterin.

Kim Gnädig

Suer fand in ihrer Festrede, in der sie das Thema Mut in den Mittelpunkt stellte, durchaus auch kritische Worte. Sie rief dazu auf, Schule und Lehrer „nicht nur als Dienstleister anzusehen“ oder „Unmögliches zu verlangen“. Alle Seiten – Eltern, Lehrer und Schüler – müssten den Mut finden, sich gegenseitig zu vertrauen. Sie sei enttäuscht, dass dieses Vertrauen bis zum Schluss gelegentlich gefehlt habe und gab zu, es sei nicht einfach, ein Gemeinschaftsgefühl herzustellen. „Aber Schule ist eben auch ein Ort, an dem man sich ändern kann“, zog sie Bilanz. Ziel der Lehrer sei es jedenfalls, über das fachliche hinaus ihre Sache „nicht nur gut sondern sehr gut zu machen“.

Den Entlassschülern riet sie mit Blick in die Zukunft, zu „leidenschaftlicher Hingabe zu kurzfristigen Projekten“. Wer zu weit vorausschaue, könne Wichtiges in der Nähe übersehen.

Da neben den Eltern keine weiteren Gäste zugelassen waren, fanden die Abschlussschüler zahlreiche Grußworte in ihrer Zeugnismappe. Die stellvertretende Schülersprecherin Kim Gnädig, die selber zum Entlassjahrgang gehört, bedankte sich ebenso wie Schülersprecher Linus Hartmann für die tatkräftige Unterstützung des Lehrpersonals. Dabei bezog Hartmann auch die ehemalige Schulleitung namentlich mit ein, die noch die ersten drei Jahre des Jahrgangs an der Schule bestimmt hatte.

„Wir sind jetzt an dem Punkt, wo jeder seinen eigenen Weg geht, trotzdem möchte ich, dass alle sich noch einmal an die schöne Zeit erinnern, die wir in diesen sechs Jahren hatten“, ergänzte Gnädig an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler gerichtet. Sie könnten stolz darauf sein, sich immer neu motiviert zu haben.

Bürgermeister Josef Uphoff erinnerte in seinem Grußwort an die oft widrigen Lehr- und Lernbedingungen der vergangenen Monate mit Notgruppen, Distanzlernen und Wechselunterricht. „Deshalb dürft ihr auch mit ganz besonderem Stolz auf den erreichten Schulabschluss blicken.“

„Es muss nicht immer alles Sinn machen – oft reichte es schon, wenn es Spaß macht!“, gab die Vorsitzende des Fördervereins, Nina Offers, dem Jahrgang verbunden mit herzlichen Glückwünschen mit auf den Weg.

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