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Festrede von Professor Dr. Johannes Meier zum Kirchweihfest vor 175

Ein ganz neues Kleid für ein Gotteshaus

Füchtorf

„Die Kirche St. Mariä Himmelfahrt ist ein sichtbares Zeugnis und Fundament neugotischer Kirchen und mit seiner unverwechselbaren Silhouette eine Visitenkarte der Gemeinde“, zeigt Festredner Professor Dr. Johannes Meier sich begeistert von der Füchtorfer Pfarrkirche.

Von Marion Bulla

Freuten sich über den gelungenen Abend mit Festvortrag zum Kirchweihfest vor 175 Jahren (v.l.): Christian Ortkras, Professor Dr. Johannes Meier und Pfarrer Norbert Ketteler. Foto: Marion Bulla

Die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Füchtorf wurde vor 175 Jahren geweiht – ein Grund zum Feiern. Am Freitagabend ist es Professor Dr. Johannes Meier, der in eben jenem Gotteshaus die Festrede zu diesem Jubiläum hält. Mehr als 40 Besucher sind gekommen, um mehr über die Historie der „neuen“ Kirche zu erfahren. Musikalisch begleitet Kirchenmusiker Christian Ortkras den festlichen Akt an der Orgel.

Die alte Kirche war bereits Jahrhunderte Jahre alt und baufällig geworden. Sie hatte ausgedient, es musste ein neues Gotteshaus her. Der Bau der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt sollte vier Jahre dauern. Das Ergebnis ist noch heute eine echte Augenweide.

Johannes Meier klärt seine Zuhörerschaft in ganzer Linie auf. Von den Anfängen bis hin zum Bau der beeindruckenden Pfarrkirche, in der zirka 800 Personen Platz finden. Eine große Anzahl, für das damals rund 1000 Seelen-Dorf. Es sei der 23. September 1846, ein Mittwoch, gewesen, wo es konkret geworden sei, dass Füchtorf eine Kirche mit einer innovativen Architektur bekomme, erzählt der Theologe.

„Es ist eine sehr schöne neue Kirche entstanden. Doch was hat die Errichter dazu bewogen, sie zu erbauen, und uns zu schenken?“, fragt der Experte in die Runde und gibt gleich darauf selbst die Antwort. Im Vorfeld habe es viele Katastrophen gegeben, die die Menschen zu Umdenken gebracht hätten. „Man hat sich vom Klassizismus entfernt. Wieder erwacht im christlichen Sinn“, so Meier.

Bereits 1842 hatte man an der Pfarrkirche angefangen zu bauen. Doch der Start war schwierig. Es gab massive finanzielle Probleme. Daher wandte sich der damalige Pastor Föcking direkt an König Friedrich Wilhelm den IV. von Preußen und bat ihn, seine Gemeinde zu unterstützen. Die wurde den Füchtorfern schließlich bewilligt. Der von weitem sichtbare knapp 60 Meter hohe Turm kam erst 1902 hinzu.

Die Kirche sollte exakt 15848 Taler kosten. Die Gemeinde war klein, die Kosten hoch. Doch der Bau hat sich gelohnt. „Es ist eine ganz neue Innenausstattung. Die Kanzel, der Altar und die Orgel, alles neu“, sagt Meier und verweist auf den Bauinspektor Konrad Niermann aus Minden, nach dessen Entwurf die heutige Pfarrkirche entstanden ist. „Er war es, der der Kirche ein völlig neues Kleid verpasste. Die entstandene neugotische dreischiffige Hallenkirche zählt zu einer der ersten Kirchenbauten in seiner Art im Bistum Münster“, schwärmt der Professor.

„Niermann war ein Pionier und kein Freund des Barock. Er wollte die Konzentration auf das Wesentliche“, erklärte der Referent die Beweggründe des Architekten, der bereits 1854 mit nur 54 Jahren verstarb.

„Die Kirche St. Mariä Himmelfahrt ist ein sichtbares Zeugnis und Fundament neugotischer Kirchen und mit seiner unverwechselbaren Silhouette eine Visitenkarte der Gemeinde“, zeigt Professor Dr. Johannes Meier sich begeistert von dem Bau der, nun mit 175 Jahren wohl nicht mehr ganz so neuen, Kirche.

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