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Sassenberger Schützenfest wirft seine Schatten voraus

Ein Orden für Tausend Tage

Sassenberg

1000 Tage - so eine lange Amtszeit gab es noch für keinen Schützenkönig der Bürgerschützen. Deshalb heftete Vereinspräsident Franz-Josef Ostlinning Thomas Stratmann jetzt auch einen ganz besonderen Orden an. Derweil beschäftigt sich der Vorstand intensiv mit den lang ersehnten Vorbereitungen auf das Schützenfest 2022. Dabei soll alles bleiben, wie es war - nur luftiger.

Von Marion Bulla und Ulrike von Brevern

Der Präsident der Sassenberger Schützen Franz-Josef Ostlinning (r.) Foto: Marion Bulla

Thomas und Irmgard Stratmann feiern ein beachtliches Jubiläum: Das Königspaar des Bürgerschützenvereins Sassenberg ist - Corona geschuldet - seit 1000 Tagen in Amt und Würden. „Das hätten wir auch nie gedacht, klar, aber wir sind froh über all die Unterstützung in den vergangenen Monaten“, zollt Thomas Stratmann den Kameraden Respekt für all die Aktivitäten, die dennoch innerhalb des Vereins liefen. Anlässlich des ungewöhnlichen Jubiläums heftete der Präsident der Sassenberger Schützen, Franz-Josef Ostlinning, seinem König am Donnerstagabend einen Orden an die Uniformjacke. In der anschließenden Vorstandssitzung wurde deutlich: Derzeit stehen die Aussichten gut für ein Schützenfest 2022, das im Großen und Ganzen an alten Traditionen festhält.

Erster König aus dem Spielmannszug

Thomas Stratmann ist seit 41 Jahren beim Sassenberger Schützenverein im Spielmannszug aktiv. Sein Instrument ist die Querflöte. Dass er einmal Schützenkönig werden wollte, war klar. „Wir waren aber sehr überrascht, dass das gleich beim ersten Mal geklappt hat“, ist Irmgard Stratmann noch immer erstaunt. Am 8. Juli 2019 hatte Thomas Stratmann den Vogel nach dem 419. Schuss von der Stange geholt. Seither ist er Regent der aktuell 2087 Mitglieder des Vereins.

„1000 Tage Schützenkönig, das gab es noch nie in der Geschichte unseres Vereins“, hob Frank Deitert vom Vorstand hervor. Und noch eine Besonderheit: „Wir haben zum ersten Mal einen König aus dem Spielmannszug“, ergänzte er.

Irmgard Stratmann über die Aktivitäten während der Daueramtszeit

„Wir haben zwar nicht viel machen können, aber dennoch gab es einige schöne Aktivitäten“, resümierte der amtierende Herrscher bescheiden. Sogar einen Zapfenstreich habe es gegeben. „Der Thron war hier zum Frühstück. Aber alles lief halt im Kleinen. Die Ehrengarde hat uns zum 100. Bestehen besucht, aber so richtig viel lief ja nicht“, erinnerte sich Irmgard „Irmi“ Strotmann an die Amtszeit. Sie bedauere sehr, dass auch das Winterschützenfest ausfallen musste. Aber bei bestimmten Anlässen, die sonst gefeiert worden wären, da waren sie eben doch alle da. Natürlich coronakonform. „Vieles wussten wir gar nicht, die kamen da einfach angefahren“, strahlte Irmgard Stratmann.

Franz-Josef Ostlinning zu den Aussichten für das Schützenfest

Sie würden sich so freuen, dass es jetzt wieder losgehen könne, dass in diesem Jahr wieder auf den Vogel geschossen und damit auch erneut ein Schützenkönig ermittelt werden kann, betonte Präsident Franz-Josef Ostlinning: „Es gibt ja zurzeit keine Beschränkung.“ Rund um die anschließende Vorstandssitzung im Brook herrschte dann schon ein Hauch von Schützenfeststimmung: Die Ehrengarde übte - zwar ohne Uniform aber mit Gewehr geschultert und zu zünftigen Marschklängen aus der Konserve - unermüdliche den korrekten Schritt den Telgenkamp hoch und runter.

Mehr Kutschen werden gebraucht

In der Schützenhalle klopften die Verantwortlichen unterdessen den Stand der Vorbereitungen für die Festtage vom 9. bis 11. Juli ab. Dabei wurde deutlich: Es wird mehr Aktivität und Bierstände auch außerhalb des Festzeltes geben. Im Festzelt, das in gewohnter Größe aufgestellt werde, könnten sich die Schützen und ihre Gäste aber sowohl am Samstag als auch am Montagabend über Livemusik von Tanzbands freuen, verriet Deitert. „Wir wollen festhalten an den alten Traditionen“ betonte er. Auch die Musikzüge - neun an der Zahl - seien alle wieder an Bord. Eins wird sich allerdings ändern. Mit zehn bis elf Kutschen würden deutlich mehr Fahrzeuge gebraucht: „Schließlich müssen wir die Jubiläumspaare von drei Jahren transportieren“.

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