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Kinder an der Planung des Piratenspielplatzes beteiligt

Ein Trampolin wäre ein Hit

Sassenberg.

Zum ersten Mal beteiligt die Stadt bei der Gestaltung eines Spielplatzes auch Kinder- und Jugendliche sowie ihre Eltern ganz offiziell. Viele Anregungen kamen dabei zusammen, besonders auch im Bereich Inklusion.

Von Ulrike von Brevern

Spielplatzplaner Thorsten Bretsch stellte die aufwendig gestaltete Spiellandschaft vor. Foto: Ulrike von Brevern

Auch für Bürgermeister Josef Uphoff war es eine Premiere:  Es sei das erste Mal, dass die Stadt bei der Gestaltung eines Spielplatzes auch die "Betroffenen" - in erster Linie Kinder und Jugendliche, aber auch deren Eltern - mit ins Boot hole, erläuterte er denjenigen Interessierten, die am Mittwoch den Weg ins Rathaus gefunden hatten, um über den geplanten neuen Piratenspielplatz am Feldmarksee zu sprechen. Die grobe Richtung hat die Politik durch die vorläufige Wahl eines Anbieters und seiner Pläne für eine Spiellandschaft wie berichtet bereits vorgegeben. „Aber wenn ihr das Spielgerät blöd findet, dann suchen wir andere aus,“ ermunterte Uphoff, eigene Wünsche einzubringen.

„Einen Kletterturm und eine Tunnelrutsch“, so lautete der heimliche Wunsch der achtjährigen Flinn, eines der vier Kinder, die den Weg gefunden hatten. Der überwiegende Teil des knapp zweistelligen Publikums, das die Stadt unter anderem durch Aufrufe in Kitas, Schulen und Sozialen Netzwerken gefunden hatte, bestand aus Eltern und Anwohnern aus der Nachbarschaft.

Theo Brinck und Hendrik Brinkmann schlugen ein Trampolin vor. Foto: Ulrike von Brevern

Ihren Wunsch zu übermitteln, überließ Finn dann allerdings ihrem Vater. Die zehnjährigen Theo Brinck und Hendrick Brinkmann trauten sich dagegen selbst, ihren Herzenswunsch zu verkünden: ein Bodentrampolin. Das kommt derzeit in den Plänen für die neue Spiellandschaft nicht vor, stieß aber bei den Erwachsenen auf viel Resonanz, schließlich gebe es derzeit nur ein einziges Großtrampolin auf einem öffentlichen Spielplatz - in Füchtorf. „Die waren mal sehr in und sind jetzt langsam wieder im Kommen,“ gab auch Spielplatzplaner Thorsten Bretsch offen zu. 

Renate und Sander Mathé Vincke setzten sich für inklusive Belange ein. Foto: Ulrike von Brevern

Ein wesentlicher Vorteil am Trampolin: Es könnte auch inklusiv genutzt werden, also von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung. Die Diskussion um diesen Themenkreis nahm dank einer sehr engagierten Mutter sehr viel Raum ein. Das Thema Inklusion hatte die Politik den Spielplatzplanern schon bei der Ausschreibung mit ins Pflichtenheft geschrieben. In der Spiellandschaft, die Bretsch vorstellte, fand es mit einem eigenen Karussell und auch im Sandspielbereich Beachtung. Das aber sei zu wenig: „Auch das Highlight möchte mein Sohn gerne sehen, das bleibt ihm wieder einmal verwehrt“, kritisierte Renate Vincke vehement. Schon der geplante Untergrund - Holzschnitzel oder Sand -  von Piratenschiff samt Fort, das den Kernbereich der Spiellandschaft bilden wird, halte Rollstuhlfahrer fern.   

Viele praktische Tipps

Der überwiegende Teil des Publikums fand keines der in der knallbunten Themenlandschaft verbauten Spielgeräte explizid „blöd“. Einige wie etwa die Drehspielgeräte oder auch die Seilrutsch und der „Cliff Rider“ erhielten sogar ausdrücklich Zustimmung beim kindlichen Publikum. Zudem konnten Uphoff und Hauptamtsleiter Thorsten Puttins viele praktische Anregungen mitnehmen: eine Wegeführung, die noch mehr den inklusiven Gedanken lebt, etwa. Eine Schatzkiste für Sandspielzeug im U-3-Bereich ebenso wie ein schlichter Matschtisch, der aber ebenfalls den inklusiven Gedanken verwirklichen können. Zudem gab eine Mutter einen erprobten Tipp weiter, wie die Verwaltung leicht über Mängel oder Defekte am Spielgerät informiert werden könnte, um schnell reagieren und den Spielspaß erhalten zu können: per QR-Code direkt am Gerät

Die Verwaltung wird die Anregungen verarbeiten, ehe dann einmal mehr die Politik am Zuge ist. Interessierte sollen das Ergebnis auch unmittelbar auf der Homepage der Stadt recherchieren können. Als frühesten Termin für den Baustart nannte Uphoff die Zeit unmittelbar nach der Badesaison im kommenden Jahr.

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