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Dachbodenschätze sollen allen zugänglich gemacht werden

Eine lohnende Spurensuche

Sassenberg

Diese Spurensuche lohnt sich – im Dachgeschoss des Rathauses werden Räume leer geräumt, die die Stadt demnächst nutzen möchte. Rolf Hartmann und Josef Lutterbeck gingen dort auf „Schatzsuche“ und wurden fündig.

Von Christopher Irmler

Nach getaner Arbeit blickt das Schatzsucher-Duo des Alten Zollhauses auf eine große Ausbeute.. Foto: Christopher Irmler

Es gleicht einer Schatzsuche, auf die sich Josef Lutterbeck und Rolf Hartmann an einem stürmischen Vormittag begeben. Das Duo durchforstet im Dachgeschoss des Rathauses jene Räume, die die Stadtverwaltung bald selbst nutzen wird.

In einem Raum stehen ausgemusterte Schreibmaschinen, die einst zum festen Inventar der städtischen Mitarbeiter gehörten. Eine Tür weiter staunen die Männer nicht schlecht. Was für manchen schlicht nach alten, ausgedienten Dingen aussieht, hat für sie einen historischen Wert. Sie entdecken echte Perlen der Geschichte, wie eine genähte Sassenberg-Flagge. Sie stoßen auf zahlreiche Bücher, Plakate und Urkunden.

Rolf Hartmann und Josef Lutterbeck stoßen auch auf historische Karten der Umgebung. Foto: Foto: Christopher Irmler

Dass die Stadt einst eine Auszeichnung für die „Sicherheit für Fußgänger“ erhielt, sorgt zumindest für ungläubiges Schmunzeln – 1968 belegte Sassenberg Rang 1 des ADAC-Gemeindewettbewerbs. „Es ist hochinteressant“, sagt Lutterbeck im Rahmen des besonderen Streifzugs durch die Geschichte. Olga Puttins, Mitarbeiterin im Hauptamt, hatte ihn im Vorfeld kontaktiert und dem Vorsitzenden des Stadtprojekts Altes Zollhaus die Möglichkeit gegeben, das Inventar zu sichten.

Augenmerk auf historische Schriften gerichtet

Rolf Hartmanns Augenmerk gilt derweil besonders historischen Schriften und Abhandlungen zur Lokalgeschichte. „Das ist eine lohnende Spurensuche“, findet Hartmann, während er in Regale und Kartons schaut. Zunächst einmal stehe vor allen Dingen die Sicherung des Inventars im Mittelpunkt. Den beiden Männern geht es darum, die in vielerlei Hinsicht wertvollen Zeitzeugnisse und Schriften vor Aktenschreddern Containern und Co. zu bewahren.

Das gerahmte Bild von Haus Harkotten erhalten die Verantwortlichen des Füchtorfer Heimatvereins Foto: Foto: Christopher Irmler

Die Beteiligten betonen, keine Ratsprotokolle oder Akten an sich zu nehmen. Zudem verstehen sie ihren Einsatz als einen für alle Sassenberger. Die nun gesicherten Dokumente aller Art sollen auch dem Heimatverein offen zugänglich sein. Es könnte etwa eine Grundlage für ein Archiv alter Bücher mit Ortsbezug entstehen. Die Männer des Zollhauses sind nicht die einzigen: An anderer Stelle stehen Umzugskartons voller Dokumente, die demnächst im Warendorfer Kreisarchiv verwahrt werden. „Es wird zwischendurch immer wieder kleinere Ausstellungen geben“, blickt Lutterbeck in die Zukunft. Manches Fundstück dürfte schon recht zeitnah einen Platz, etwa im Schankraum des Zollhauses an der Schürenstraße, finden.

Füchtorfer Narren dürfen sich freuen.

Und auch die Füchtorfer Nachbarn dürfen sich freuen. So kündigt Rolf Hartmann beim Blick auf eine gerahmte Aufnahme des Hauses Harkotten an, diese den Verantwortlichen des Füchtorfer Heimatvereins zu übergeben. Auch aufseiten der Stadt sieht man den Einsatz positiv. „Wir sind sehr dankbar, dass Sie dafür Bedarf haben“, dankt Thorsten Puttins, Leiter des Haupt- und Personalamtes, stellvertretend für die Stadtverwaltung für das Engagement. Und nicht alles, auf was Hartmann und Lutterbeck stoßen, wird das Rathaus verlassen. Die Sassenberg-Fahne mit den drei Schwertern etwa bleibt im Fundus der Stadt.

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