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Kultur mit dem Theater ex Libres

Faszination pur

Füchtorf

Das Thema passt in diese Zeit, wie kaum ein anderes: Der kulturellen Abend mit dem Theater ex Libres zog das Publikum in seinen Bann – die berühmte Geschichte des „Kleinen Prinzen“ wurde hier auf ganz besondere Art und Weise präsentiert.

Von Marion Bullaund

Christoph Tiemann, Angela Schraml und Foto: Marion Bulla

Die Kolpingsfamilie, der Heimatverein und die KFD Füchtorf hatten zu einem kulturellen Abend eingeladen und am Donnerstag das Theater ex Libres zu Gast. Die Veranstaltung ist ausverkauft. 80 kulturinteressierte Besucher und Besucherinnen sind in die Gaststätte Artkamp gekommen, um ein Hörspiel der ganz besonderen Art zu erleben. Christoph Tiemann, Angela Schraml, Markus von Hagen und Jakob Reinhardt faszinieren ihrer Zuhörerschaft gleich von der ersten Minute. Während Letzterer für den musikalischen Part zuständig ist, teilten sich die anderen stimmlich die Charaktere der weltberühmten Erzählung des Kleinen Prinzen aus der Feder von Antoine de Saint-Exupéry. Jene märchenhafte Geschichte um einen in der Wüste notgelandeten Flieger, der auf einen kleinen Jungen trifft, den es von einem Asteroiden auf die Erde verschlagen hat. Und der mit seinen kleinen Erzählungen eine Lanze für Freundschaft und Menschlichkeit bricht.

Einsamkeit und Vergänglichkeit

Das Thema passt in diese Zeit, wie kaum ein anderes. Denn nachdem Einsamkeit und Vergänglichkeit in den vergangenen Monaten aufgrund der Pandemie für alle eine ganz große Rolle gespielt haben, bekommt die Suche des Kleinen Prinzen nach wahrer Freundschaft und nach dem Wesentlichen, das bekanntermaßen für die Augen unsichtbar ist, eine ganz neue, eine Mut machende Bedeutung.

Unglaubliche Professionalität

Das Sprechertrio schafft es mit einer unglaublichen Professionalität, dieses zu transportieren. Jakob Reinhardt vervollständigt das Gesamtkonzept mit seiner ganz speziellen Vertonung. Er spielt nicht nur Hintergrundmelodien auf dem Klavier, sondern lässt an passenden Stellen feine Töne erklingen, etwa indem er seine Hand leicht durch metallische Klangstäbe führt, als wenn es der Wind wäre, der diese erzeugt. Wenn er das Becken neben sich schlägt, so donnert es, ebenfalls an gekonnt platzierten Stellen. Abgerundet wird der kulturelle Abend durch Projektionen, auf denen die Illustrationen aus dem Buch zu sehen sind.

„Der Text ist im Exil entstanden. Er ist autobiografisch, aber es ist kein psychologisches Produkt, aus dem man alles herauslesen kann. Es sind verschiedene Weltanschauungen, die verkündet werden. De Saint-Exupéry denkt viel an die Zurückgelassenen. So auch an seinen besten Freund Léon Werth“, erklärt Markus von Hagen und fügt an, diesem Freund sei die Geschichte auch gewidmet. Allerdings als Kind, denn jeder Mensch sei einmal ein Kind gewesen. Die Zuschauer machen schließlich Bekanntschaft mit all jenen, denen der Kleine Prinz begegnet. So treffen sie auf den Geografen, den Säufer und den Laternenanzünder. Auch der Geschäftsmann und der König und Eitle tauchen als Bilder auf. Unerwähnt bleiben darf auch die Rose nicht, die der Kleine Prinz trotz seiner großen Liebe auf seinem Planeten zurücklässt, um endlich Freunde zu finden.

Jakob Reinhardt begleitete das Live-Hörspiel am Klavier. Foto: Marion Bulla

Am Ende bekommt das kongeniale Quartett seitens des begeisterten Publikums reichlich Applaus für einen amüsanten und kurzweiligen Abend.

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