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Plattdeutsche Runde im Alten Zollhaus

Freit ju an‘t Liäben un küet Platt

Sassenbiärg/Füchtrup

Das Motto des Abends verriet schon die Lockerheit, mit der man im Alten Zollhaus diese Veranstaltung anging: „Wat kümmt, dat kümmt“. Und so stand an diesem Abend die alte Muttersprache – das Plattdeutsch im Fokus des Geschehens. Eine erfolgreiche Veranstaltung, die allen Teilnehmenden viel Freude bescherte und nun nach einer weiteren Runde verlangt. Der Plan dafür steht.

Von Michèle Waßmann

Ludger Schidt an der Gitarre und Texter Karl Kötter bei der Präsentation des Liedes "Kneipenliäwen in Sassenbiärg Foto: Foto: Michèle Waßmann

„Freit ju an‘t Liäben“ und „Dat Leiwen bringt viel Freid“ waren nur zwei der Lieder, die für gute Stimmung beim jüngsten Plattdeutschen Abend im Alten Zollhaus mit viel Freude gesungen wurden. Denn auf Platt lässt sich vieles deftig sagen und Pointen kommen humorig rüber. Die Begleitung am Akkordeon übernahm Martin Lütke Wienker aus Rippelbaum. „Das liegt quasi zwischen Füchtorf und Sassenberg“ räumte er schmunzelnd ein, und daher passe es besonders gut zu der Veranstaltung, bei der sich die Heimatvereine beider Orte trafen, um gemeinsam die Mundart zu pflegen. Für die Textsicherheit sorgte das Liederheft „Loat us singen“, welches die Füchtorfer in großer Stückzahl mitgebracht hatten.

Motto des Abends: „Wat kümmt, dat kümmt“

Für beste Unterhaltung sorgte unter anderem Organisatorin Marianne Engbert, die als Motto des Abends „Wat kümmt, dat kümmt“ ausrief. Und so war es dann auch. In lockerer Folge präsentierten sie und Clemens Knapheide vom Heimatverein Füchtorf so manche Anekdote aus längst vergangenen Tagen – auf Platt versteht sich. Und auch die Gäste waren aufgerufen, sich in der alten Muttersprache einzubringen.

Vor Corona hatten sich die beiden Heimatvereine überlegt, sich immer am Buß- und Bettag zum gemeinsamen plattdeutschen Abend zu treffen. Die Premiere fand damals in Füchtorf statt und nach der pandemiebedingten Pause wurde nun in Sassenberg „met de Füchtruper Platt küet“. Und das machte den rund 40 Gästen sichtlich Freude – wie auch das Singen.

Martin Lütke Wienker aus Rippelbaum am Akkordeon Foto: Foto: Michèle Waßmann

Tosenden Applaus gab es gar für die musikalische Darbietung von Ludger Schmidt und Karl Kötter. Der Text vom „Kneipenliäwen in Sassenbiärg“ stammt von Köttter, der darin die Gaststättenkultur der 60er-Jahre skizziert: „Enmoal int Johr gafft Wiehnachtsgeld, mansk eener foll sick os een Held. Dan wörn int Duorp de Kneien full, de mesten Fraulüe dei wörn ratz dull“, heißt es darin humorig.

Kötter erklärte dem Publikum auch gleich warum, die Frauen „wahne“ waren. Denn das Weihnachtsgeld gab es „bar auf Tatze“ und die Männer gaben es oft schon an einem Abend an der Theke aus - es sei denn, die Frauen passten sie an der Schloßstraße ab und sicherten so den Großteil für die Familienkasse.

Marianne Engbert, Clemens Knapheide und Josef Lutterbeck Foto: Foto: Michèle Waßmann

„De naichste plattdütske Runde is an‘n 2. Middewiärke innen Monat inne Mühle“ verriet Marianne Engbert am Schluss des gelungenen Abends und lud Jung und Alt zum 14. Dezember ab 19.30 Uhr ein. Dann soll die Plattdeutsche Mundart wieder mit heiteren „Vertellskes“ und Anekdoten gepflegt und sich gemeinsam „an`t Liäben freiet wiärn.“

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