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Neue Satzung noch ohne Gemeinschaftsgrabanlagen

Friedhofsgebühren steigen kräftig

Sassenberg

930 Euro, 300 Euro oder knapp 48 Prozent mehr als gegenwärtig wird ab Juli eine Wahlgrabstelle kosten. Bei Urnengrabstellen ist das Verhältnis ähnlich. Zu den Ursachen zählt unter anderem die wachsende Zahl an Urnenbestattungen.

Von Ulrike von Brevern

Die Stadt hat unter anderem in Urnenwahlgrabfelder investiert. Foto: Ulrike von Brevern

Die Friedhofsgebühren werden ab Juli deutlich, in der Spitze um fast die Hälfte steigen. Eine entsprechende Beschlussempfehlung an den Rat hat der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag einstimmig gefasst. „Das ist ein ganz schöner Schluck aus der Pulle“, hielt Jens Büdenbender (FWG) fest, ohne jedoch in der Sache Kritik zu üben. Einzig eine zeitnähere Anpassung der Gebühren regte er an. „Die Kostensteigerung ist wie sie ist“, kommentierte auch Johannes Philipper (FDP) lakonisch.

Die Gebühren sind seit gut fünf Jahren konstant geblieben. Bürgermeister Josef Uphoff führte als Hintergrund der nun erfolgten Neukalkulation zum einen allgemein gestiegene Preise bei Personal- und Sachkosten an, verwies aber zudem auch auf Investitionen wie die Erneuerung der Wege sowie die Neuanlage von Urnenwahlgrabfeldern. Weitere Gründe für die Teuerung seien zunehmend nicht wieder vergebene Wahlgrabstätten und die stark gestiegene Zahl an Urnenbeisetzungen. In Sassenberg und Füchtorf werden im Schnitt der Jahre 2016 bis 2020, die der Gebührenkalkulation zugrunde liegen, 58 Prozent der Verstorbenen in Wahlgrabstätten bestattet. 35 Prozent fanden in Urnenwahlgräbern die letzte Ruhe.

Weiter einheitliche Preise

Ein Einzel-Reihengrab mit einer Ruhezeit von 30 Jahren wird künftig 750 Euro kosten, das sind 240 Euro oder 47 Prozent mehr als bislang. Ebenso kräftig, genau um 47,6 Prozent, steigt der Preis bei Wahlgrabstellen. Pro Verstorbenen fallen mit 930 Euro 300 Euro mehr an als bislang. Der pauschale Preis für eine Grabstelle inklusive Gedenkstein und Pflege steigt um rund 20 Prozent auf 2 560 Euro, das entsprechende Urnengrab wird gut 30 Prozent teurer und kostet dann 1 510 Euro. Ein Urnenwahlgrab mit vier Grabstellen wird um 43 Prozent teurer und kostet ab Juli 300 Euro. Die Kosten für die Bestattung steigen jeweils um gut 20 Prozent.

Für alle drei Friedhöfe wird es weiter einheitliche Preise geben, betonte Uphoff. Die Pflege von Hecken und Freiflächen gehe mit einer „relativ großzügigen Quote“ von 30 Prozent öffentlichen Interesses in die Kalkulation ein, die mit einer Ausnahme auf rein wirtschaftlichen Kriterien beruhe: Die Gebühr für die Aufbahrungsräume in den Friedhofshallen hätte noch wesentlich deutlicher steigen müssen, da die Räume nur sehr wenig genutzt werden. „Da hätten wir uns aber aus dem Markt kalkuliert“, so Uphoff. Ratsmitglied Philipper schlug vor, über eine andere Nutzung, etwa als Kolumbarium nachzudenken.

Zusätzliche Bestattungsformen möglicherweise noch dieses Jahr

Noch nicht eingegangen in die neue Gebührensatzung sind Pläne über zusätzliche Bestattungsformen, also Gemeinschaftsgrabanlagen, die von Dritten angeboten werden. Die zuständige Arbeitsgemeinschaft Friedhof habe sich zwar schon durch Besuche in anderen Orten, die solche Grabstellenanbieten informiert, aber noch keine abschließenden Empfehlungen abgegeben. Denkbar sei, dass solche Anlagen parallel zum gegenwärtigen Konzept von Urnenwahl- und Reihengräbern ermöglicht würden, wobei die gedrängt wirkende Gestaltung der Urnenreihengräber noch etwas gelockert werden könnte. Eine entsprechende Ergänzung der Gebührensatzung könnte möglicherweise bis Ende des Jahres vorgeschlagen werden, schätzte Uphoff.

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