1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Gastspiel in der Welt der Models

  8. >

„Sky vom Ohrenbecker Esch“ ist schön - arbeitet aber lieber

Gastspiel in der Welt der Models

Sassenberg

„Sky“ ist schön - das hat der dreijährige Schäferhundrüde seit seiner Teilnahme an der Bundessiegerzuchtschau in Nürnberg schriftlich. Es habe viel Spaß gemacht, sich auf die international beachtete Schau vorzubereiten und dabeizusein, erzählt Besitzerin Irmgard Reuschel. Doch die Zukunft des eingeschworen Teams von Hund und Mensch sieht anders aus.

Von Ulrike von Brevern

Irmgard Reuschel und ihr schwarzer Schäferhund Sky sind ein perfektes Team. Foto: Ulrike von Brevern

Der Schäferhund mit dem langen tiefschwarzen Haar schaut seiner Besitzerin gerade in die Augen. Es gibt nichts anderes mehr für ihn, als diesen Menschen, der ihm hoffentlich gleich eine Aufgabe stellt. Den Körper aufmerksam gespannt, klingt das Hecheln freudig erregt. Die Augen fragen: „Geht es jetzt endlich los?“

Sky präsentiert sich gekonnt im Wettbewerb. Foto: privat

Dass „Sky“ und seine Besitzerin Irmgard Reuschel ein eingeschworenes Team sind, ist nicht zu übersehen. Ihr jüngster Erfolg allerdings ist ungewöhnlich: Gerade sind sie von der Bundessiegerzuchtschau in Nürnberg zurückgekehrt, bei der aus einem internationalen Teilnehmerfeld die schönsten Schäferhunde gekürt wurden. Unterstützt von Hundeführerin Kim Staneke erreichte das Team einen ehrenwerten 31. Platz in seiner Gruppe und ein „vorzüglich“ als Bewertung. Zudem wurde „Sky vom Ohrenbecker Esch“, so der vollständige Name des Rüden mit der ansehnlichen Schulterhöhe von 66,5 Zentimetern, auch in der Nachkommengruppe seines Vaters den Richtern vorgestellt, worauf Irmgard Reuschel besonders stolz ist.

Ein stolzes Trio in Nürnberg: Irmgard Reuschel, Sky und Hundeführerin Kim Staneke. Foto: Ulrike von Brevern

Dabei sind Schönheitswettbewerbe ursprünglich gar nicht ihre Welt. „Ich hatte mit jedem Hund ein Hobby“, sagt die erfahrene Hundebesitzerin, für die „Sky“ der siebte Schäferhund ist. Bislang standen dabei Agility und Rally Obedience, Disziplinen, bei denen die Tiere eher sportliche Leistungen zeigen, auf dem Programm. Aber vor „Sky“ hatte sie auch ausschließlich Hündinnen.

Bei „Sky“ ist manches anders. „Ich wollte keinen großen Hund, keinen schwarzen und kein Langhaar“, gibt Irmgard Reuschel lachend zu, obwohl sie den Kauf des Tieres schon seit Jahren sorgfältig vorbereitet hatte. „Am Ende hat da mein Herz entschieden.“ Und „Sky“, der sich schon als Welpe im Kreis seiner Geschwister genau für diesen Menschen interessierte und seine Nähe suchte. Bei allen sachlichen Überlegungen ist genau das für Reuschel bei der Entscheidung für den tierischen Mitbewohner aber auch wichtig: „Die Auswahl ist ein Prozess. Der Hund muss zu uns passen.“ Leider habe es zur Coronazeit bei vielen Menschen allerdings unüberlegte Käufe gegeben, bedauert sie.

Als Welpe glich Sky einer Fellkugel - da passt der Kosename „Plüschi“. Foto: privat

Seinen Kosenamen „Plüschi“ hatte „Sky“ wegen seines langen Fells schnell weg. Aber dass Kuscheln ihn nicht auslastet, war Irmgard Reuschel von vornherein klar: „Der Schäferhund ist ein Typ Hund, der arbeiten will“, betont sie, dachte dabei aber weniger an Schönheitswettbewerbe, sondern mehr an Gebrauchshundearbeit.

Im Garten hat Sky viel Trainigsplatz. Foto: Ulrike von Brevern

Um „Plüschi“ eine mögliche Zukunft als Zuchtrüde nicht zu verbauen, erarbeitete das Team allerdings auch ein Ausstellungsergebnis im Jugendalter. Der Richter in diesem Wettbewerb attestierte „Sky“ dann auch eine gewisse Eignung für die „Schönheitssparte“. „Da war mein Ehrgeiz geweckt“, bekennt Irmgard Reuschel.

In Hamm fand sie einen Verein, der sie in diesem für sie neuen Bereich unterstützte. „Sky“ erwies sich als neugierig. Er ließ sich bereitwillig „stellen“, um die angestrebte gute Figur zu machen und lernte die nötige neue Gangart, den Trabgang. Mit dem beschriebenem Erfolg.

Wenn er gerade nicht arbeitet, spielt Sky auch gerne. Foto: Ulrike von Brevern

„Wir hatten ein wunderschönes Jahr und viel Spaß dabei“, erzählt Irmgard Reuschel. Doch jetzt sei Schluss. Während Schauhunde ähnlich wie Models viel Spaß am Ausstellungsbetrieb hätten, zeigt „Sky vom Ohrenbecker Esch“ sich eher gelangweilt. Mit vollem Elan stürzt er sich dagegen in den Schutzhundeteil der Prüfung, vor dem manches „Model“ scheute, zeigt ein Video vom Wettbewerb. Also wird das gemeinsame Hobby des Teams doch der Gebrauchshundesport.

Startseite