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Sassenberger Ludger Brüggemann stellt sein erstes Buch vor

Gefahr für die Gesellschaft

Sassenberg

Ludger Brüggemann hat sich einen Traum erfüllt. Vor ein paar Tagen ist sein erstes Buch erschienen, und es trägt den Titel „Unsere Gesellschaft zerbricht“.

Ulrich Lieber

Ludger Brüggemann präsentiert sein Erstlingswerk „Unsere Gesellschaft zerbricht“. Der Sassenberger hat in leicht verständlicher Sprache die Probleme erfasst und zeigt Lösungen auf. Foto: Ulrich Lieber

„Es ist ein schönes Gefühl, ein eigenes Buch in den Händen zu halten und erfüllt mich auch ein wenig mit Stolz“, gibt der Sassenberger zu. Zudem sei das Cover sehr gelungen, und das hat die Sassenberger Künstlerin Nicole Gruhn entworfen.

Obwohl das Thema alles andere als leichte Kost ist, lässt sich das Buch wunderbar einfach lesen. Denn Ludger Brüggemann hat Wert darauf gelegt, dass die Sprache anschaulich und verständlich ist. „Ich habe bewusst so weit wie möglich Fachausdrücke vermieden.“ Dadurch wird die Lektüre kurzweilig und für jedermann verständlich.

Doch worum geht es? Ludger Brüggemann zeigt die Schwächen unseres Systems auf, hat aber auch Lösungsvorschläge anzubieten. „Das Einkommen und insbesondere die Vermögen entwickeln sich in dramatischer Weise immer weiter auseinander. Darin liegt eine große Gefahr für den Zusammenhalt der Gesellschaft“, erklärt der 67-Jährige. Die Erkenntnis, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander klafft, ist zwar nicht neu, aber niemand unternimmt etwas dagegen.

Die Idee, darüber ein Buch zu schreiben, kam Brüggemann schon vor vielen Jahren. Die Umsetzung hat dann ein wenig länger gedauert. „Ich bin davon überzeugt, dass man an den Geldflüssen etwas verändern muss. Die Vermögensentwicklung wird immer dramatischer. 50 Prozent der Deutschen haben fast gar nichts.“ Auf der anderen Seite hätten zehn Prozent der Bevölkerung rund 60 Prozent des Vermögens, und die Entwicklung verändert diese Zahlen noch weiter ins Negative. „Die Manager verdienen immer mehr, aber der normale Arbeitnehmer nicht. Ein Großteil kann von eigener Arbeit nicht mehr leben.“

Ludger Brüggemann hat einen klaren Lösungsansatz: „Der Arbeitnehmer muss bei der Lohnsteuer entlastet werden, er muss dieses Geld aber ausgeben. Wichtig ist, dass wir diese Geldflüsse überwachen.“ So könnten rund 100 Milliarden Euro für mehr Konsum ausgegeben werden. Dabei möchte Brüggemann den Bargeldverkehr komplett beenden.

Das Buch ist in drei große Teile gegliedert. Im ersten Teil beschreibt der selbstständige Sassenberger den Status Quo, indem er eine Bestandsaufnahme des Arbeitsmarktes erstellt. Dabei nimmt er auch das Rentensystem unter die Lupe und plädiert für die kapitalgedeckte Rente.

Im zweiten Kapitel geht es um das Einkommen und wie es breiter aufgestellt werden kann. Dabei stellt er recht provokante Thesen auf. Durch den verstärkten Konsum möchte Brüggemann die Gründerszene wieder beflügeln. „Der Kunde muss wieder Geld haben“, fordert der Sassenberger. Er wünscht sich, dass sich Arbeitnehmer ein Vermögen aufbauen können und zwar über einen viergliedrigen Vermögensstock. Statt Steuern zahlen zu müssen, sollen sich Arbeitnehmer an öffentlichen Investitionen beteiligen können. Auch beim Wohneigentum für jedermann sei Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern ganz weit hinten. „Wenn einer lebenslang Miete zahlt, hätte er auch eine Finanzierung stemmen können“, sagt Brüggemann. Das dritte Element ist die kapitalgedeckte Rente und schließlich sollen sich Arbeitnehmer an Unternehmen beteiligen können.

Die Änderung des Steuersystems greift der Sassenberger im dritten Teil seines Buches auf. „Es muss richtig was geändert werden“, fordert Brüggemann. „Sonst kommen wir nicht weiter.“ Aber die Botschaft von Ludger Brüggemann ist trotz aller kritischen Feststellungen sehr positiv, denn: „Es kann etwas verändert werden.“

Ludger Brüggemann wird sein Buch auf der Leipziger Buchmesse vom 15. bis zum 18. März vorstellen. Mit dem ersten Buch soll auch noch nicht Schluss sein, denn Ideen für Nachfolgewerke sind vorhanden. So möchte sich der Sassenberger Autor im nächsten Buch mit der Arbeitnehmerbeteiligung an Unternehmen beschäftigen und auch hier konkrete Vorschläge präsentieren.

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