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75 Jahre Evangelische Frauenhilfe

Gemeinsam in Not und Freude

Sassenberg

Vor 75 Jahren wurde in allen drei Orten, die zur Evangelischen Kirchengemeinde gehören, Frauenhilfegruppen gegründet. Sie sollten den meist vertriebenen Familien helfen, in Sassenberg, Füchtorf und Greffen heimisch zu werden. Das Jubiläum feierten die inzwischen verschmolzenen Gruppen im kleinen Kreis mit namhaftem Besuch.

Von Ulrike von Brevern

In kleinem Kreis feierte die Evangelische Frauenhilfe ihren 75. Geburtstag. Dabei gab sich auch Kaiserin Auguste Victoria (Gertrud Nimz, l.) die Ehre. Foto: Ulrike von Brevern

Ein wohlwollender Blick gleitet von der würdevoll, ganz in schwarz gewandeten Dame über die kleine Runde der Frauenhilfeschwestern im evangelischen Gemeindehaus an der Schückingstraße. „Die Frauenhilfe ist immer mein Lebenswerk gewesen“, bekennt Kaiserin Auguste Viktoria, die, gespielt von Gertrud Nimz, die aus der Geschichte des Verbandes erzählt, der 1899 als Evangelische „Frauenhülfe“ unter der Schirmherrschaft der die Kaiserin in Preußen gegründet wurde. Ganz so alt ist die Organisation in Sassenberg noch nicht, aber immerhin feiert sie in diesen Tagen ihr 75-jähriges Bestehen.

Gegenseitige Hilfestellung

„1947 beschlossen Frau Charlotte Lackner, die Frau des damaligen Pfarres in Sassenberg, Frau Vogel, Mutter des späteren Ministers Friedrich Vogel, und Frau Louise Lossau eine Frauengruppe zu gründen“, plaudert Hannelore Blanke aus der heimischen Geschichte der Gruppe. Ziel sei es gewesen, den vertriebenen Familien aus dem Osten zu helfen, sich im überwiegend katholischen Sassenberg heimisch zu fühlen. Gegenseitige Hilfestellung in der Not, aber auch gemeinsame Aktivitäten, fröhlich zu sein und im Laufe der Zeit immer mehr Ausflüge standen auf dem Programm.

In allen drei Ortsteilen der Kirchengemeinde – Sassenberg, Füchtorf und Greffen – gründeten sich etwa zeitgleich eigene Gruppen. In Sassenberg traf man sich zunächst bei Frau Vogel im ehemaligen „Heuerlingshaus“ von Haus Schücking. In Füchtorf gehörte das Schulleiterzimmer von Rektor Bernhold zu den ersten Versammlungsorten. Das 25-jährige Bestehen der Sassenberger Gruppe wurde dann schon mit mehr als 300 Gästen im Saal Börding gefeiert.

Kaiserin Auguste, alias Gertrud Nimz

„Frauen sollten Frauen helfen!“, hält Kaiserin Auguste, alias Gertrud Nimz, als Grundidee der „Frauenhülfe“ fest. Sie sollten merken, dass „der Einsatz für andere das Herz reich macht“. Entsprechend gehörten immer auch Besuchsdienste, Altenbetreuung und Unterstützung in der Familie zur Frauenhilfearbeit. Aber auch Bildung, etwa durch Vorträge über gesundheitliche Themen, ist eines der Ziele.

Gertraud Kuntze, Hannelore Blanke, Gertrud Nimz und Christel Wolff wurden für langjährige Mitgliedschaft geehrt. Foto: Urike von Brevern

Heute sind die Frauenhilfegruppen von Sassenberg, Füchtorf und Greffen zu einer Gruppe verschmolzen. Die Leitung hat Gertrud Nimz, die bei der Jubiläumsfeier im evangelischen Gemeindehaus ihr eigenes erstaunliches Jubiläum begehen konnte: Seit 50 Jahren ist sie Mitglied in der Frauenhilfe und seit 45 Jahren zudem Gruppenleiterin. Sie organisierte seit den 1970er-Jahren bis zum Zusammenschluss bereits die Treffen in Greffen.

Mit einer Sonnenblume und Pralinen wurden zudem Hannelore Blanke, Christel Wolff und Hilde Tresch für 40-jährige Treue zur Frauenhilfe geehrt. Hanna Gerdhennrichs ist mit 44 Jahren mit langjährigstes Mitglied. Edith Reimann ist seit 25 Jahren und Gertraud Kuntze seit 21 Jahren dabei.

Im Mittelpunkt eines fröhlichen Sketches von Hannelore Blanke (l.) und Gertrud Nimz stand das Thema Kopfschmerz. Foto: Ulrike von Brevern

Nach Jubiläumsfeiern in großem Stil begingen die Frauenhilfeschwestern das 75-jährige Bestehen in diesem Jahr mit einem gemütlichen Nachmittag intern. Beim Abschlusslied, begleitet von Organistin Luba Lauer am Klavier, bekannten sich alle noch einmal fröhlich singend zu ihren Idealen: „Gut dass wir einander haben und dass wir einander sehen, gut dass wir die Sorgen, Freude, Kräfte teilen und auf einem Wege gehen.“

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