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Rat diskutiert angesichts des Ukraine-Krieges kontrovers

Glandorf bleibt bei Klage gegen Bever-Windräder

Glandorf/Füchtorf

In Sudendorf sollen an ökologisch wertvollem Ort an der Bever Windkrafträder entstehen. Gegen eine entsprechende Genehmigung des Landkreises Osnabrück klagt die Gemeinde Glandorf. Doch in Folge des Ukraine-Krieges sollte darüber noch einmal nachgedacht werden, beantragte die Gruppe von SPD und Grünen im Rat.

Von Ulrike von Brevern

Im Füchtorfer Moor haben Windräder auch idyllische Momente. Foto: Ulrike von Brevern

Die Diskussion im Glandorfer Rat war ernsthaft und zeitaufwendig. Am Ende stand kein Konsens, doch die Entscheidung fiel klar aus: Die Stadt hält an ihrer Klage gegen den Landkreis Osnabrück wegen der Genehmigung von zwei Windkraftanlagen in Sudendorf, in unmittelbarer Nähe der Bever, fest.

SPD und Grüne hatten angesichts des Ukraine-Kriegs und der daraus resultierenden Versorgungsprobleme beantragt, den Weg für den Bau der Anlagen freizumachen und die Klage zurückzuziehen. Schließlich stimmten fünf Ratsmitglieder für den Antrag, zehn allerdings votierten dagegen. Dabei kam inhaltliche Zustimmung auch von einigen Vertretern der UWG und der CDU. Im Dezember hatten 16 von 19 Ratsmitgliedern die Bürgermeisterin beauftragt, die Klage auf den Weg zu schicken.

Eine knappe Stunde diskutierte der Rat vor den Augen von rund 30 interessierten Bürgern. Der Diskurs sei nicht nur ausführlich, sondern auch respektvoll gewesen, hielt Bürgermeisterin Dr. Magdalene Heuvelmann auf Anfrage fest.

Willi Micke (SPD) argumentierte für die Antragsteller, die Situation habe sich seit Ausbruch des Ukraine-Krieges grundlegend verändert. Die Gruppe glaube nun nicht mehr an den positiven Ausgang der Klage. Er verwies auf sozialen Sprengstoff durch hohe Energiekosten und dringenden Handlungsbedarf in Bezug auf den Klimawandel. Die Klage verzögere das Verfahren.

Die Vertreter der Gegenseite argumentierten mit Natur- und Artenschutz, der an diesem speziellen ökologisch wertvollen Standort weiter hochgehalten werden müsse. Ehrenamtliche hätten hier ein wertvolles Biotop geschaffen. Zudem wurde auf den Umstand verwiesen, dass auch der Investor, dem die Baugenehmigung durch den Landkreis erteilt wurde, derzeit offenbar noch abwarte. Bürgermeisterin Heuvelmann geht weiter von einem erfolgreichen Ausgang der Klage aus.

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