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Kinderhilfsorganisation Kleiner Prinz blickt auf 2021 zurück

Große Not und Bedrängnis

Warendorf

AKP-Vorsitzende Sylvia Oertker dankt allen Spendern, die ihr Herz öffnen und sich betroffen machen lassen von den Schicksalen der Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. „Ich danke ausdrücklich für Ihre Unterstützung, auch durch eine Mitgliedschaft bei der Aktion Kleiner Prinz.“

Von und

Große Freude bei den Kleinen: Auch das gehört zum Jahresprogramm des Kleinen Prinzen: eine willkommene Erfrischung beim Hoffnungslauf und das Stöbern in Bildbänden bei den Bücher-Basaren.Der Transporter wird von den ehrenamtlichen Helfern mit vielen Hilfsgütern beladen. Foto: Aktion Kleiner Prinz

Die Kinderhilfsorganisation Kleiner Prinz in Warendorf blickt auf 2021 zurück. Dabei findet die Vorsitzende Sylvia Oertker bewegende Worte: „Ein schweres Jahr liegt hinter uns. Wieder hat die Coronapandemie unser aller Leben nachhaltig beeinflusst. Die Hungersnöte haben weltweit zugenommen, Kriege und Gewalt treffen – wie immer – die Schwächsten und Wehrlosesten: die Kinder. Mit unseren Projekten in Krisengebieten der Welt versuchen wir, das Elend zu lindern und die Kinder besonders zu schützen. Auch vor unserer Haustür gibt es große Aufgaben: so hat die häusliche Gewalt erschreckend zugenommen, und die Flutkatastrophe an der Ahr hat viele Menschen ins Unglück gestürzt. Ein sehr emotionales Jahr! Mein herzlicher Dank geht an alle, die sich berühren lassen von der vielfältigen Not. Ich bin überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft, die sich in der Menge an Sach- und Geldspenden zeigt.“

Sylvia Oertker

Obwohl in den Sommermonaten etliche Lockerungen möglich waren, verschwand das Corona-Thema doch nie wirklich und beeinflusste die Vorhaben und Planungen bei der Aktion Kleiner Prinz (AKP) ganz nachhaltig. Der für Mai geplante Hoffnungslauf konnte real nicht stattfinden, also wurde nach einer anderen Form gesucht. Denn schließlich wollte sich die Kinderhilfsorganisation die 15000 Euro, die die Sparkasse Münsterland-Ost als Sponsor in Aussicht gestellt hatte, doch verdienen. Schließlich gab es die Idee, den Lauf online durchzuführen. Was erst mit Skepsis betrachtet wurde, stellte sich als großer Erfolg heraus: 2374 Teilnehmer aus Warendorf, dem Umland und sogar von weit her loggten sich ein und erliefen rund 77 000 Kilometer. Viele Läufer dokumentierten ihre Strecken und Erlebnisse kreativ und stellten diese ins Netz, was zum Ansporn für weitere Aktive wurde. „Mit dieser Teilnehmerzahl haben wir niemals gerechnet“, staunt Oertker. „Das macht uns Mut, den Hoffnungslauf auch 2022 stattfinden zu lassen - egal, wie!“

Als im Sommer die Flutkatastrophe so viel Leid über die Familien im Ahrtal brachte, rief auch die Aktion Kleiner Prinz zu Hilfe und Spenden auf. Das Echo war überwältigend: bis zum heutigen Tag ist eine Million Euro zusammen gekommen. Zunächst konnte darüber eine Reihe von Soforthilfen für Familien, die keinen Versicherungsschutz hatten, geleistet werden. Aktuell gibt es eine Projektvereinbarung mit der Stadt Bad Neuenahr, in der eine befristete Stelle in der Sozialarbeit geschaffen wird, um das Team der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zu unterstützen und die psychosoziale Betreuung von Flutopferkindern zu übernehmen. Des Weiteren wurde ein Vertrag mit der Lebensberatung Ahrweiler geschlossen. Hier übernimmt die Aktion Kleiner Prinz zunächst für zwei Jahre die Finanzierung einer sozialpsychologischen Stelle, damit Kinder, die die Flutkatastrophe als Trauma erlebt haben, begleitet werden können. Dieter Grothues, der Projektmanager, stellte kürzlich nach einem Besuch in Ahrweiler fest: „Wir haben gesehen, dass es, wenn auch langsam, vorwärts geht. Aber wir können weiterhin helfen und sind guten Mutes!“

Dieter Grothues

Der Trödelmarkt im Oktober konnte ebenfalls mit den Möglichkeiten der Onlinebuchungen stattfinden. Viele Hundert Besucher machten davon Gebrauch und genossen das Stöbern und Bummeln ohne Gedränge und Hektik. Was die Bestimmungen der Coronaschutzverordnungen betraf, wurden die Vorgaben des Ordnungsamtes genau eingehalten und kontrolliert. Sylvia Oertker: „Mein ganz besonderer Dank gilt dem Ordnungsamt, das uns in diesen schwierigen Zeiten stets zuverlässig und oft auf kurzem Wege begleitet hat. Durch diese Unterstützung konnten wir uns immer auf der sicheren Seite fühlen.“

Marion Schubert

Zum Winter stiegen die Infektionszahlen wieder sehr stark an, sodass die Weihnachtspäckchenaktion „Ich schenk dir meinen Stern“ im November (wie schon im Jahr zuvor) nicht mit dem großen Event auf dem Wilhelmsplatz durchgeführt werden konnte. Stattdessen war es möglich, die Päckchen an der Halle am Hartsteinwerk abzugeben. Bei den vielen auswärtigen Spendern wie Kindergärten, Vereinen und Schulen mussten die Geschenke abgeholt werden, was eine gewaltige logistische Herausforderung darstellte. Trotz all dieser Schwierigkeiten sind dennoch fast 12 000 Päckchen abgegeben worden. „Wir sind angenehm überrascht und ganz besonders dankbar, dass diese stattliche Zahl trotz der erschwerten Bedingungen zusammen gekommen ist“, berichtet Marion Schubert, die mit Marie-Luise Mönnigmann diese Aktion seit Jahren organisiert. Inzwischen sind die Päckchen in Rumänien angekommen. Dort wurden sie sehnlichst erwartet, sind es doch oftmals die einzigen Geschenke, die die Kinder zu Weihnachten bekommen.

Woche für Woche werden in der Halle große Mengen an Sachspenden abgegeben. Daraus werden nach sorgfältigem Sortieren das Angebot für den Trödelmarkt und das Material für die Hilfstransporte nach Rumänien und Bosnien zusammengestellt. Dort versorgen Caritas und Bread of Life über Sozialkaufhäuser die Not leidenden Menschen. In diesem Jahr konnten 22 solcher Hilfstransporte abgefertigt werden.

Weil auch immer sehr viele gut erhaltene und aktuelle Bücher abgegeben werden, war es möglich die beliebten Büchersonntage weiter stattfinden zu lassen.

Mit dem Frauenhaus in Warendorf gibt es die Vereinbarung, dass in Not geratene Frauen sich bei der Kinderhilfsorganisation mit Hausrat versorgen können. Das Leitungsteam dieser Einrichtung bemerkte kürzlich, es sei so wohltuend, dass die Frauen bei der Aktion Kleiner Prinz nicht als Bittsteller, sondern als Gäste empfangen werden. Außerdem wird das Frauenhaus, das während der Pandemie noch stärker als sonst in Anspruch genommen wird, mit Geldspenden unterstützt. „Not und Bedrängnis sind groß“, weiß Sylvia Oertker, „und ich bin so froh, dass wir hier auf direktem Wege helfen können!“

Ebenso direkt ist die Hilfe, die der Kleine Prinz dem Bunten Kreis zukommen lässt. Hier werden die Arbeitsstunden von Krankenschwestern, die als Case-Managerinnen geschult worden sind, finanziert. So können die Eltern von zu früh oder behindert Geborenen in den ersten Wochen zu Hause unterstützt und begleitet werden.

Auch die Weihnachtsaktion, die der Caritasverband in Warendorf durchführt, bekommt Zuwendungen von der Hilfsorganisation. Die Erziehungsberatungsstelle und drei weitere Einrichtungen, die durch ihren engen Kontakt zu den Menschen einen guten Einblick in die Bedürfnisse der Familien haben, beschenken in diesem Jahr 162 Kinder aus 65 Bedarfsgemeinschaften.

Sylvia Oertker dankt allen Spendern, die ihr Herz öffnen und sich betroffen machen lassen von den Schicksalen der Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. „Ich danke ausdrücklich für Ihre Unterstützung, auch durch eine Mitgliedschaft bei der Aktion Kleiner Prinz.“

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