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Ministerin bringt Förderbescheid persönlich ins Herrenhaus Harkotten

„Großod“ will entdeckt werden

Füchtorf

Ministerin Ina Scharrenbach hatte beim Besuch in Füchtorf fast 140 000 Euro im Gepäck. Mit dem Geld soll die Öffnung des Herrenhauses Harkotten gefördert werden. Geplant sind Theaterinszenierungen, Musik, eine digitale Schlossführung und auch ein Buch.

Von Michèle Waßmann

Vertreter aus Politik und Denkmalpflege freuten sich über den Förderbescheid, den Ministerin Ina Scharrenbach (Mitte) an Myriam von Korff (vorne r.) überreichte Foto:

Mit 137 560 Euro im Gepäck besuchte Ina Scharrenbach Haus Harkotten. Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen machte den „Freunden und Förderern des Denkmals Harkotten“ mit dem Geld nicht nur eine große Freude, sondern sicherte damit auch die Umsetzung des Projektes „Alltagswelt und große Gefühle“, mit dem Füchtorf in die Welt strahlen möchte.

Das Förderprojekt heißt kurz und knapp „Heimat Zeugnis“. Deutlich sperriger kommt das Thema „Alltagswelten und große Gefühle – Lebenswirklichkeiten eines adeligen Haushalts auf dem Weg in die Moderne – Dargestellt am Beispiel des Hauses Harkotten von Korff (1803 - 1918)“ daher. Umso erfreulicher war es, dass bei „dem großen Bahnhof“ während der Förderpreisübergabe mit kurzen und pointierten Reden Vorfreude auch die Umsetzung von „Alltagswelt und große Gefühle“ gemacht wurde.

Lag bei anderen Projekten der Schwerpunkt auf Renovierung, Grundlagenforschung oder Dokumentation, geht es nun um die Vermittlung. Und die kommt mit drei Schwerpunkten daher. Zum einen Live mit theatralischen Interventionen vor Ort, Lesungen und Musik wie zum Beispiel Picknick-Konzerte. Die zweite Säule ist multimedial: ein interaktives digitales Schlossmodell soll informieren und Vorfreude auf echte Führungen machen. Projektionen und Multimedia-Inszenierungen werden auch angeboten. Versprochen wird zudem eine verständliche und anschauliche Publikation der Forschungsergebnisse in gedruckter Form.

Horst Breuer, der den Förderverein vertrat, mochte beim Herrenhaus nicht von einem „Kleinod“ sprechen und auch nicht von einem Juwel, das des Schliffes bedürfe. So schuf er das Wort „Großod“ und betonte, dass sich der Förderverein mit allen anderen Freunden des Hauses Harkotten auf die Umsetzung der Projekte freut, die über Füchtorf hinaus wirken sollen aber auch viele Touristen, Kultur- und Geschichtsfreunde zum Herrenhaus locken sollen.

Darauf bezog sich auch die Ministerin. Sie unterstrich, dass einem ein Denkmal und „Großod“ nie allein gehöre und lobte ausdrücklich das Ehepaar von Korff für ihren langjährigen Einsatz und die Bereitschaft ihr Herrenhaus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: „Die besten Denkmalschützer sind die Eigentümer selber“. „Das Herrenhaus ist ein Geschichtsbuch, das entdeckt werden will. Ich bin gespannt auf die Umsetzung“, betonte Scharrenbach und ergänzte: „Wichtig ist es aus der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft zu lernen.“

Bei der Begrüßung der Vertreter aus Politik und Denkmalpflege hatte Ferdinand von Korff eine lange Liste „abzuarbeiten“ – dabei sparte er nicht mir Lob für die Unterstützer und Weggefährten auf der „Reise des alten Hauses in die Modern“. Mit den Tränen kämpfte er, als er seine Schwiegertochter und deren Kinder besonders begrüßte. Denn besonders freuten er und seinen Frau Myriam sich, dass die Kinder ihre Arbeit weiter führen wollen.

„Das Konzept ist grandios“, brachte es Bürgermeister Josef Uphoff auf den Punkt. Besonderes weil die Familie hier weiterleben könne und die Geschichte trotzdem und gerade dadurch erlebbar gemacht werde.

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