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Einzelhändler mit Weihnachtsgeschäft bislang recht zufrieden

Gutschein für gebeutelte Wirtschaft

Sassenberg

Seit dem Wochenende gibt es auch in Sassenberg einen Gutschein, die den heimischen Einzelhandel unterstützen soll. Das Weihnachtsgeschäft läuft überraschend gut, denn trotz Corona lassen sich die Kunden blicken und kaufen ein.

Ulrike von Brevern

Heinz-Josef Strickmanns Weihnachtssterne blühen so üppig wie jedes Jahr. Da seine selbstgezogenen Sterne oft als Mitbringsel oder Tischdeko in Gaststätten gebraucht werden, bemerkt er in diesem Jahre eine etwas geringere Nachfrage. Foto: Ulrike von Brevern

Nachbarstädte wie Warendorf oder Harsewinkel haben ihn schon länger: Nun hat sich auch die Stadt Sassenberg entschieden, einen Gutschein für den Einkauf bei heimischen Betrieben finanziell zu unterstützen (WN berichteten). Gerade Unternehmen aus dem Gastronomiebereich könnten eine solche Unterstützung sehr dringend brauchen ist unter den Gewerbetreibenden am Ort zu hören. Aber auch Einzelhändler wollen sich gerne beteiligen. Viele von ihnen sind mit dem gegenwärtigen Verlauf des Weihnachtsgeschäftes allerdings gar nicht so unzufrieden.

Bei Schreibwaren Rennemeier ist selbst am Montagmorgen einiges los. Inhaber Thomas Rennemeier hat sich gleich am Wochenende als einer der ersten Gewerbetreibenden für den Sondergutschein angemeldet. Die Stadt will Einkaufsgutscheine in Höhe von 25 Euro verkaufen, fünf Euro davon stammen aus dem Stadtsäckel. Für zwanzig stehen die Betriebe gerade, bei denen der Gutschein eingelöst wird. Für die Finanzierung stellt die Stadt - vorbehaltlich des entsprechenden Ratsbeschlusses - bis zu 25 000 Euro bereit, berichtete Bürgermeister Josef Uphoff auf Anfrage. Nach Rücksprache mit den Fraktionen und da sowohl die CDU als auch die Grünen einen solchen Gutschein beantragt hatten, rechnet er an dieser Stelle mit keinen Schwierigkeiten. Es sei allerdings eine Herausforderung gewesen, das Projekt so auf die Beine zu stellen, dass es seine Wirkung noch im Weihnachtsgeschäft entfalten kann.

Michaela Kemper

Der Einzelhandel brauche Unterstützung, hält Günter Belt vom gleichnamigen Uhren und Schmuckgeschäft fest. Die Einbußen seien deutlich. Er konstatiert besonders bei der älteren Kundschaft Angst, ins Geschäft zu kommen. Mitarbeiterin Michaela Kemper allerdings beobachtet auch einen erfreulichen Trend für die Wirtschaft vor Ort. „Viele Jüngere haben die Nase vom Angebot im Netz voll“, hält sie fest. Sie kämen auf der Suche nach eher Außergewöhnlichem zurück in den heimischen Handel.

Einen gewissen Trend zum Kauf vor Ort hat auch Rennemeier beobachtet: „Besonders nach dem ersten Lockdown sind viele Kunden zurückgekommen, um uns zu unterstützen“, sagt er. Aus dem kontinuierlicheren Kundeninteresse am langen Samstag liest der Händler ab, dass jetzt wohl mancher den Einkaufsbummel in den größeren Städten scheuten.

„Das Weihnachtsgeschäft lässt sich sehr erfreulich an“, freut sich Buchhändlerin Jutta Stuchtey, nachdem der Verkauf von Schulbüchern, ebenfalls ein Umsatzbringer für die kleine Buchhandlung, in diesem Jahr eher schleppend verlief. An der Sassenberger Gutscheinaktion werde sie sich gerne beteiligen, schon weil das Geschäft mit Gutscheinen für sie zum Alltag gehöre. Zwar befürchte sie, dass er etwas spät anlaufe, „aber Weihnachten kommt ja für manchen immer noch sehr überraschend“, schmunzelt sie.

Bei seinen selbstgezogenen Weihnachtssternen muss Gärtner Heinz-Josef Strickmann derzeit leichte Einbußen hinnehmen, aber er hebt den Vorteil des Gutscheins hervor: „Er gilt so lange, da gibt es auch noch Frühlingsblumen dafür.“

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