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Einnahmen brechen weg, und die Gemeinschaft leidet

Harte Zeiten für Gebrasa-Orchester

SAssenberg

Das Gebrasa-Blasorchester hat ein schweres Jahr hinter sich, und ein Ende der Misere ist noch nicht absehbar. Die beliebten Weihnachtskonzerte müssen ebenfalls abgesagt werden, so dass erneut Einnahmen wegbrechen. Aber auch für die Menschen ist es ein Verlust, denn viele freuen sich Jahr für Jahr auf diese besinnlichen Momente.

uvb/pd

Das traditionelle Weihnachtskonzert des Gebrasa-Blasorchesters am 3. Advent fällt wie so viele Auftritte in diesem Jahr aus. Foto: Blasorchester

Traditionell steht am 3. Advent das große Weihnachtskonzert des Gebrasa-Blasorchesters auf dem Sassenberger Kulturkalender. Die Musiker präsentieren dann in der Pfarrkirche stimmungsvolle Musikstücke und in den letzten Jahren auch immer wieder atemberaubende Lichteffekte, um das Publikum auf die Weihnachtszeit einstimmen.

Dass der Publikumsmagnet in diesem Jahr so nicht möglich sein würde, sei den Musikern schon lange klar gewesen, erklärt Lena Achtermann, Vorsitzende des Orchesters. Allerdings hatten sie noch lange auf Alternativen gehofft. Die Überlegungen gingen von einer Onlineveranstaltung per Videostream über Open Air Veranstaltungen bis hin zu Auftritten in kleinen Gruppen. Im Endeffekt hatten sich die Verantwortlichen Mitte September dazu entschieden, ein Open Air-Konzert mit Hygienekonzept zu planen. „Wir haben uns so sehr gewünscht, unseren Zuschauern damit am Jahresende noch eine besondere Freude machen zu können. Unser zusammengestelltes Konzertprogramm ist wunderschön und hätte unseren Zuschauern sicherlich ein Lächeln auf’s Gesicht gezaubert“, bedauert Achtermann. Doch auch diese Alternative lasse die Pandemie-Entwicklung nun einfach nicht zu. Seit Oktober finden auch erneut keine Proben mehr statt.

„Die aktuelle Situation ist für Vereine eine riesige Herausforderung,“ erklärt Lena Achtermann bei allem Verständnis für die notwendigen Maßnahmen. „Vereinsgefühl lebt nun einmal von Geselligkeit und gemeinsamen tollen Erlebnissen.“ Sie denkt an die vielen Dinge, die das Orchester sich in den letzte Jahren aufgebaut hat. Das eigene Musikerheim mit großem Probenraum auf dem Gebrasa-Gelände etwa, aber auch die intensive Nachwuchsarbeit. Gemeinsam mit der Musikschule Beckum-Warendorf habe man sehr viel erreicht. Je ein eigenes Vor- und Jugendorchester wurde gegründet und auch den Musikschulunterricht hat der Verein finanziell gefördert.

Lena Achtermann

Neben den Herausforderungen, das Gemeinschaftsgefühl und den Spaß an der Blasmusik aufrecht zu erhalten, steht das Orchester nun auch vor enormen finanziellen Hindernissen. Die Jugendausbildung, der eigene Probenraum und die Anschaffung neuer Noten und Uniformen werden aus den Auftritten auf Schützen-, Heimatfesten und Konzerten finanziert. In diesem Jahr sind nahezu alle Einnahmen weggebrochen. „Zum Glück haben wir von einigen Seiten Unterstützung erhalten, sonst hätten wir das Jahr finanziell nicht überleben können. In erster Linie ist hier die Familie Dörholt als Vermieter unseres Probenraums zu nennen“, ist Lena Achtermann dankbar. Aber auch die Stadt Sassenberg, der Schützenverein Sassenberg und einige Spender haben dafür gesorgt, dass das Orchester die Krise bisher finanziell übersteht. Trotzdem ist es zu deutlichen Einschnitten gekommen. Die finanzielle Förderung des Einzelunterrichts der Musikschule musste eingestellt werden. Ein geplanter Vereinsausflug im nächsten Jahr ist verschoben und weitere Investitionen in Instrumente und Uniformen sind gestrichen.

Trotz dieser Rückschläge blickt das Orchester optimistisch in die Zukunft. „Unsere Gebrasa-Familie ist eine starke Gemeinschaft. Wir halten zusammen und freuen uns darauf, das kulturelle Leben in Sassenberg wieder mitgestalten zu können“, hält Achtermann fest. Falls jedoch im nächsten Jahr tatsächlich wiederum keine großen Events stattfinden, denken die Verantwortlichen schon über Picknickkonzerte mit Hygienekonzepten in kleinerem Rahmen nach, verrät sie. Auch möchte das Orchester seinen neuen Dirigenten Simon Meads endlich der Öffentlichkeit vorstellen. Er hat im März das Dirigat übernommen und das Orchester trotz der Probleme weiterentwickelt.

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