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Bitte um Rücksicht in Wald und Flur

Hegeringleiter: Ricken brauchen jetzt Ruhe

Füchtorf

Die bereits bekannte Diskussion über das Für und Wider einer gezielten Taubenjagd nimmt Ferdinand von Korff zum Anlass, generell um mehr Ruhe im Wald zu bitten: „Wer jetzt im Wald spazieren geht, sollte daran denken, dass auch werdende Rehmütter Ruhe brauchen.“

Von Michèle Waßmann

Mit Blick aufs offene Feld erläutert Ferdinand von Korff die fehlenden Rückzugsmöglichkeiten für Rehe – vor allem trächtige Ricken bräuchten jetzt Ruhe. Foto: Michèle Waßmann

„Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung wechseln kann“ lautet ein Ausspruch von Francis-Marie Martinez Picabia (1879 bis 1953) und der lässt sich nicht nur auf die Malerei, sondern auch auf die Taubenjagd anwenden. Ferdinand von Korff war erst gar nicht erbaut darüber, dass die Jäger jüngst an den sogenannten Taubentagen dem oft lästigen Federvieh massiv zu Leibe rückten. Gerade jetzt benötigten die trächtigen Ricken Ruhe. „Vor rund 15 Jahren wurden diese Taubentage eingeführt. Da waren die Tiere auch eine wahre Plage. Doch zurzeit habe ich hier rund um Harkotten kaum Probleme mit den Tauben.“ Doch als dann am Schützenplatz Strecke gelegt wurde, sah der Leiter des Hegerings Füchtorf, dass rund um den Ort ganz viele Tauben erlegt wurden und hörte von den Jägern, dass die Vögel in Füchtorf immer noch eine Plage seien.

Diskussion über das Für und Wider der gezielten Taubenjagd

Die Diskussion über das Für und Wider der gezielten Taubenjagd nimmt von Korff zum Anlass, generell um mehr Ruhe im Wald zu bitten: „Wer jetzt im Wald spazieren geht, sollte daran denken, dass auch werdende Rehmütter Ruhe brauchen.“ Häufig würden trächtige Ricken von Hunden aufgescheucht. „Durch die Flucht verlieren sie Kraft, die die Tiere dringend brauchen. Vermeiden Sie Störungen und nehmen Sie Hunde immer an die Leine“, betont von Korff.

Schutz des Waldes: Fast schon ein nostalgisches Hinweisschild und ein Neues. Foto: Foto: Michèle Waßmann

Neben der Ruhe und Rücksicht im Wald fehlt den Rehen laut von Korff auch immer mehr Rückzugsraum. Derzeit böten die Felder mit niedriger Zwischensaat keinerlei Schutz für die Tiere. Auf der Suche „nach einem neuen Zuhause“ jagten die Rehe dann ungebremst über die Straßen und gefährdeten so sich und die Autofahrer.

Um Ruhe im Wald wird mit diesem Schild gebeten. Foto: Foto: Michèle Waßmann

„Wir haben zum Glück rund um Sassenberg und Füchtorf eine sehr aktive Landwirtschaft. Aber die arbeitet zum Großteil mit Sonderkulturen, die dem Wild auch keinen Schutz bietet.“ Damit bezieht von Korff sich auf die „schwarzen Spargel-Folien-Felder, die eingezäunten Erdbeerfelder und die vielen Foliendächer“. Da bleibe für die Tiere weder Schutz noch Platz. „Ich will das nicht verteufeln“, unterstreicht von Korff, aber umso mehr müsste an anderer Stelle etwas für die Tiere getan werden. Gerade in Coronazeiten ziehe es immer mehr Erholungssuchende in die Wälder und auf Feldwege. Selbst das wäre nicht unbedingt ein Problem. Nur müssten sich alle entsprechend verhalten. Die Wege sollen auf keinen Fall verlassen werden und auch lautes Gegröle oder gar Partys in den Abendstunden störten die Tierwelt massiv. Von dem immer größer werdenden Müllaufkommen in Feld- und Flur einmal ganz abgesehen.

Grundsatz: So viel wie nötig aber nicht zu breit gestreut

In Bezug auf die Taubenjagd, die heute in Füchtorf geplant ist, laute die Devise so viel wie nötig aber nicht zu breit gestreut. „Besonders betroffen ist Pastors Busch“, erklärt von Korff: „Dort in den Eichen finden sich immer wieder riesige Schwärme. Da muss etwas getan werden.“

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