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Stadtrundgang der Frauengemeinschaft

Heimat-Spaziergang begeistert

Sassenberg

Die Frauen der KFD Sassenberg waren ganz gespannt auf die kleine Stadtführung. Am Ende hatten sie nicht selten gestaunt und viel Neues sowie überaus Interessantes über ihre Heimatstadt erfahren.

Von Marion Bulla

Die Frauen der KFD waren ganz gespannt auf die kleine Stadtführung. Am Ende hatten sie nicht selten gestaunt und viel Neues sowie überaus Interessantes über ihre Heimatstadt erfahren. Foto: Marion Bulla

Agnes Boes kennt sich aus in Sassenberg. Schließlich ist sie Stadtführerin und mit der Geschichte der Stadt, die in diesem Jahr ihren 900. Geburtstag feiert, sehr vertraut. Sie gibt ihr Wissen gerne weiter. Diesmal sind es rund 30 Frauen der KFD, die höchst interessiert ihren kompetenten Ausführungen lauschen. Treffpunkt ist der Standort der Skulpturen von Adam und Eva. „Das war ein Landstreicherehepaar, das durch das Münsterland zog“, erklärt Agnes Boes, bevor es weiter geht zum Tiergarten und der Schachblumenwiese ins 94 Hektar große Naturschutzgebiet am Rand des Hesselbruchs (Brook). Hier gäbe es optisch viel zu entdecken. Vorausgesetzt, es ist hell. Doch die Damen wandern im Dunklen. „Rusch, rusch“, ertönt es von unten, wenn sie das Laub mit ihren wandertauglichen Schuhen teilen.

Angekommen an der historischen Stelle Tiergarten erklärt die Stadtführerin, er habe eine kulturhistorische Bedeutung und sei Jagdrevier der Fürstbischöfe von Münster gewesen. Aber ebenso lebten hier viele Vogel- und Amphibienarten wie unter anderem der Schwarzspecht, Wespenbussard, Eisvogel und Kammmolch. Auch die Schachblume, früher auch Kiebitzei genannt und eine botanische Rarität, die auf einer speziellen unzugänglichen Wiese wächst, ist erwähnenswert, denn diese ist in der Natur äußerst selten zu finden.

Die so genannte Entenkoje hingegen ist für die Ohren der meisten teilnehmenden Frauen neu. Es handelt sich um eine ehemalige Wildfanganlage mit einem künstlich geschaffenen Teich. Zahme Enten lockten damals Wildenten an, die schließlich mit Netzen gefangen wurden. „Die Enten landeten als Spezialität auf der Speisekarte. Übrigens, heißt die Straße „Antegoren“ übersetzt Entengarten und weist noch heute darauf hin“, so Boes.

Auch der Schneckenberg, eine damalige kleine Insellage, die inmitten ausgedehnter Gewässer lag, wird erklärt. Ebenso das weiße Gebäude der Villa Rath, das exakt auf dem Kreuzungspunkt der beiden zentralen Achsen des früheren Fürstengartens errichtet worden war. Eine zu jenen Zeiten von einer großen Wasserfläche umgebenden barocken Attraktion unter anderem mit Ballsaal und Orangerie. Zu jenen Zeiten war also, wie man feststellen kann, jede Menge los im historischen Sassenberg.

Das Haus Schücking bildet das Ende der kleinen Stadtführung. 1754 wurde das wohl bekannteste Schmuckstück der Hesselstadt von Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun als Sommerhaus für den bischöflichen Kanzler Bernhard von Schücking erbaut. „Die Familie hat viele Persönlichkeiten hervorgebracht“, berichtet Agnes Boes. Unter anderem den Schriftsteller und Journalisten Levin Schücking sowie dessen Enkel Walther Schücking, ein Völkerrechtler, der als erster Deutscher an den internationalen Gerichtshof Den Haag berufen wurde, erörtert Boes. Das Nebengebäude werde, so die Stadtführerin weiter, übrigens von der Umweltorganisation „urgewald“ genutzt.

Die Stelen mit den Informationen sind neu. Im Zuge des Jubiläums 900 Jahre Sassenberg waren an ganz bestimmten Stellen vom Heimatverein Tafeln aufgestellt worden, auf denen Historisches zur Stadtgeschichte erklärt wird. Zwei neue Rundgänge sind dabei entstanden. Die KFD-Frauen sind am Ende ziemlich begeistert von den neuen Impressionen ihrer Heimat.

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