Polizei informiert Eltern über die Radfahrausbildung

Helme sind Lebensversicherung

Sassenberg

Immer mehr Kinder haben Probleme mit dem Fahrradfahren. Polizist und Verkehrserzieher Theodor Pier informiert die Eltern an der Johannesschule über die Radfahrausbildung.

Christopher Irmler

Theodor Pier (Unfallprävention und Opferschutz Polizei Warendorf) stellte 15 Eltern das Programm rund um die Radfahrausbildung an der Grundschule vor. Foto: Christopher Irmler

Fahrradfahren ist eigentlich kinderleicht. Erste Erfahrungen sammeln Kleinkinder bereits mit dem Laufrad und dem Roller, später geht es auf dem Kinderfahrrad zunächst mit Stützrädern weiter. Allein die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten und kräftig in die Pedale treten zu können, reicht jedoch nicht aus, um sicher am Straßenverkehr teilzunehmen. Aus diesem Grund setzen Grundschule und Polizeibehörde seit vielen Jahren auf das Konzept der Radfahrausbildung. Theodor Pier (Unfallprävention und Opferschutz Polizei Warendorf) stellte 15 Eltern das Programm vor.

Demnach absolvieren die Kinder zunächst auf dem Schulhof, also in sicherer Umgebung, einige Übungen. Auch der theoretische Unterricht findet in der Schule statt. Anspruchsvoll und herausfordernd werden dann die Übungsfahrten durch den realen Verkehr der Hesselstadt. Hierbei setzt Pier auf die Unterstützung durch die Eltern. Schließlich soll ein Erwachsener mit maximal drei Kindern gleichzeitig unterwegs sein. „Das allein ist schon recht anstrengend.“ Abschlossen wird die Radfahrausbildung mit einer Überprüfungsfahrt.

Von großer Bedeutung ist dabei das richtige Rechts- und Linksabbiegen, das Vorbeifahren an Hindernissen und die Beherrschung der Vorfahrtsregeln. Und auch die Verkehrssicherheit der Fahrräder ist Pier wichtig. Neben Bremsen, Klingel und Reflektoren ist auch die korrekte Beleuchtung entscheidend. „Wer sich ein Mountainbike kauft, muss all diese Lampen und Reflektoren nachrüsten.“ Dem pflichtete auch der Bezirksbeamte Udo Uhlenbusch bei. Er appellierte an die Eltern, auf die korrekte Anbringung der Rückleuchten an Mountainbikes zu achten. „Oft werden sie unterhalb des Sattels montiert. Das ist gerade im Winter ein Problem, wenn die Jacken das Licht verdecken.“ Und auch das Verschwinden des klassischen Dynamos berge Risiken. „Häufig sind die Batterien leer. Bitte achten Sie darauf.“

Mit Nachdruck empfahl Pier die Anschaffung eines Fahrradhelms. „Das ist eine Lebensversicherung.“ In der Folge schilderte Pier Erfahrungen aus seiner Dienstzeit und berichtete von schwer verletzten Radfahrern, die auf einen Fahrradhelm verzichtet hatten. Die Eltern nahm er dabei ausdrücklich in die Pflicht. „Sie sind die Vorbilder Ihrer Kinder.“ Und auch, wenn das Tragen von hellen Westen mit Reflektoren unter modischen Gesichtspunkten er wenig beliebt sei, mache auch diese Entscheidung einen Unterschied. Im Dunkeln sei mancher Radfahrer nur aus maximal 30 Metern Entfernung zu erkennen, mit entsprechender Weste jedoch bereis aus 150 bis 160 Metern. „Das ist ein erhebliches Plus an Sicherheit.“ Ohnehin forderte Pier zu einem Umdenken auf - auch in Sachen Kindersitz im Auto. „Das Auto ist 40 000 Euro wert, der uralte Kindersitz nicht einmal 100 Euro. Da muss man dann schon fragen: Was ist Ihnen Sicherheit wert?“

Abschließend warb Pier nochmals um die Unterstützung der Eltern. Denn auch das Bestehen der Radfahrausbildung sei nicht gleichbedeutend mit dem „perfekten Radfahrer“. Genau wie Pkw-Fahranfänger dauere es auch bei jungen Radfahrern, bis eine gewisse Sicherheit und Routine eintrete.

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