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Kolpingsfamilie holt Jubiläumsfeier nach

Herausfordernde Zeiten meistern

Füchtorf

Seit 75 Jahren besteht die Kolpingsfamilie Füchtorf und hat in dieser Zeit so manche Herausforderung gemeinsam bewältigt.

-cirm-

Nahmen die „Bausteine“ des Gottesdienstes wörtlich (v.l.): Die Gastgeber Stefan, Stefanie, Marie und Maja Wöstmann, Daniela Freiwald, Josef Klösener, Präses Norbert Ketteler, Denise Freiwald und Josef Obermeyer zeigten, was die Kolpingsfamilie Füchtorf ausmacht. Foto: Christopher Irmler

Das eigentliche Jubiläum datierte zwar auf den 24. April, doch am Samstag holte die Kolpingsfamilie Füchtorf auf dem Hof Wöstmann die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen nach. Endlich, so freute sich der Vorsitzende Josef Obermeyer, könne man nach Pandemiepause das traditionsreiche Biwak ausrichten – und dem Geburtstag einen größeren Rahmen bieten. Besonders freute er sich über den Besuch der Freckenhorster und Warendorfer Kolpingsfamilien, die zum Jubiläum gratulierten. „Wir werden uns einen schönen Abend machen.“

Dennoch habe Corona Spuren hinterlassen. Das eigentlich geplante Zelten musste aufgrund mangelnden Interesses abgesagt werden, für die vorbereiteten Spiele fehlte die entsprechende Altersgruppe. „Es wird schwieriger“, so Obermeyer mit Blick auf die aktuell rund 130 Mitglieder zählende Kolpingsfamilie. „Manche sind während Corona abgesprungen. Das muss man so klar sagen.“

Präses Norbert Ketteler wählte im Rahmen des Gottesdienstes eine optimistischere Perspektive. „Man muss sich nun wieder neu finden. Aber das ist ja auch eine Chance.“ Und weiter: „Schritt für Schritt gehen wir unseren Weg.“

Starke Gruppe – starke Veränderungen

Nachdem 102 Männer am 24. April 1947 der Gründung im Saal Möllers beiwohnten, hätten diese kurz „nach den Irrungen“ der NS-Zeit einen Beitrag in Kirche und Gesellschaft geleistet, würdigte Ketteler ihr Engagement. „Eine starke Gruppe traf auf starke Veränderungen.“

Die vom langjährigen Kolpingsvorsitzenden Josef Klösener vorbereitete Messe unter dem Titel „Baustelle Kolping – Auf diese Steine können wir bauen“ war für einen Mann der ersten Stunde emotional besonders fordernd. So hatte sich Gründungsmitglied Josef Schlingmann bereit erklärt, den Gottesdienst – wie in Zeiten vor der Pandemie – auf seinem Akkordeon zu begleiten. Er tue dies für seine erst am Donnerstag verstorbene Ehefrau. „Wir stehen auch in schweren Zeiten zusammen“, machte Obermeyer deutlich. „Wenn ich es noch kann, mache ich gerne für euch Musik“, sagte der sichtlich bewegte Schlingmann.

Auflösung im Jahr 1971 abgewendet

Dass die Kolpingsfamilie auch herausfordernde Zeiten meistern könne, machte Ketteler mit einem Blick in die Vergangenheit deutlich. Im Jahr 1971, so erinnerte der Präses, habe auf der Tagesordnung der Generalversammlung die Auflösung der Kolpingsfamilie gestanden. „Aber sie hat sich wieder gefangen und verjüngt.“ Glaube entfalte sich nicht allein in der Kirche, sondern durch soziales Engagement vor Ort. Diesem Ansatz folgend gab Obermeyer bekannt, die an diesem Abend gesammelte Kollekte dem Lebens-Mittel-Punkt zur Verfügung zu stellen.

Im Anschluss an die stimmungsvolle Messfeier tauschten sich Aktive, Mitglieder der gegründeten Familienkreise, Nachbarn und Gäste bei frisch Gegrilltem und kühlen Getränken unter angenehmen spätsommerlichen Bedingungen aus.

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