1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Sassenberg
  6. >
  7. Hessel soll sich wieder winden

  8. >

Renaturierung im Mündungsbereich Speckengraben

Hessel soll sich wieder winden

Sassenberg

Im Mündungsbereich des Speckengrabens in die Hessel hat sich der Wasser- und Bodenverband Sassenberg-Füchtorf als Maßnahmenträger einiges vorgenommen. In Kürze startet dort eine umfangreiche Renaturierungsmaßnahme, die Flora und Fauna innerhalb und außerhalb des Gewässers zugute kommt.

Von und

Im Gespräch über die Neugestaltung der Hessel an der Mündung des Speckengrabens (v.l.): Der Kreisgeschäftsführer des Bauernverbandes Dr. Matthias Quast , Markus Höner, Hubert Schulze Roberg und Moritz Hillebrand . Foto: WLV

„Das ist ein tolles Konzept zur strukturellen Gewässeraufwertung“, ist Markus Höner überzeugt. Der Vorsitzende im CDU-Landesagrarausschuss schaute sich die Projektkulisse vor Maßnahmenbeginn an. Sobald die Brutzeit beendet ist, wird der geradlinige Gewässerlauf in einen gewundenen und reich strukturierten Zustand gebracht und dadurch der nahezu ursprüngliche Zustand der Hessel wiederhergestellt.

Dafür wird Totholz in der Gewässersohle und dem Ufer verbaut, um die Dynamik des Fließgewässers zu fördern und Laich- und Ruheplätze für Amphibien und Fische aber auch Insektenlarven zu schaffen. Drei Querbauwerke werden für Organismen durchgängig gestaltet und erleichtern den Fischen die Wanderung gewässeraufwärts. Teiche im Nahbereich des Gewässers werden als Auen-Bereiche in die Maßnahme integriert und schließlich heimische, standortgerechte Gehölze wie Weiden, Eschen und Eichen in Ufernähe gepflanzt.

Hubert Schulze Roberg

Die für die Maßnahme notwendigen Flächen wurden über ein freiwilliges Landtauschverfahren bereitgestellt. Verbandsvorsteher Hubert Schulze Roberg freut sich über den Fortschritt der bald beginnenden baulichen Umsetzung und betont die gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Landwirtschaft: „Wir Landwirte können uns auf diese und ähnliche Weise hervorragend für Natur- und Umweltschutz engagieren. Mit zahlreichen freiwilligen Maßnahmen wie diesen schaffen wir an vielen Bereichen im Kreisgebiet wertvolle Biotope, die den im Wasser lebenden Tieren und Organismen zugutekommen und von denen wiederum andere landlebende Tiere wie Insekten und Vögel profitieren.“

Weitere Flächen konnten im sogenannten Flächentauschverfahren aus Ausgleichsmaßnahmen der Stadt Sassenberg gewonnen werden. Maßnahmenträger ist der Wasser- und Bodenverband Sassenberg-Füchtorf. „Wir erreichen mit diesen Maßnahmen eine umfangreiche strukturelle Aufwertung in- und außerhalb des Gewässers“, erklärt Geschäftsführer Moritz Hillebrand.

Markus Höner, selbst Landwirt, ist gespannt auf das Ergebnis: „Wenn Landwirte, wie in diesem Fall, ihre Flächen zur Verfügung stellen, leisten sie einen wertvollen Beitrag zum Natur- und Artenschutz. Mit Blick auf die Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes und das Insektenschutzpaketes wünsche ich mir, dass auch dort mit Freiwilligkeit und finanziellem Ausgleich gearbeitet wird. So können mit solchen Maßnahmen Lebensräume für Insekten verbessert und Synergieeffekte für viele weitere Arten erzielt werden.“

Die rund sechswöchigen Bauarbeiten starten Mitte Juli. Die Kosten in Höhe von etwa 450 000 Euro werden zu 80 Prozent aus Landesmitteln finanziert. Den Rest stemmt die Stadt Sassenberg gegen die Anrechnung von Ökopunkten. Geplant wurde diese umfangreiche Gewässerausbaumaßnahme durch Diplom-Ingenieur Marco Pfeil, der als Geschäftsführer der neu gegründeten WLV-Wasser- und Boden GmbH in Münster auch die bauliche Umsetzung begleitet.

Startseite